Zum Hauptinhalt springen

Ein Weltmeister kapituliert vor einem Bier

«El incidente de una cerveza» heisst der Titel auf Youtube. Zu Deutsch: «Der Zwischenfall mit einer Flasche Bier». Und mittendrin ein deutscher Weltmeister.

Auf der Pressekonferenz des spanischen Traditionsclubs FC Valencia, auf welcher der deutsche WM-Fahrer Shkodran Mustafi erfahren muss, dass die Interessen der Sponsoren oft stärker sind als die eigene Überzeugung, kommt es zu einem kuriosen Zwischenfall. Mustafi betritt das Podium. Sogleich liegt sein Fokus auf einer Flasche Bier des Sponsors Estrella, die direkt neben dem Mikrofon steht.

Der 23-Jährige zögert nicht eine Sekunde und schiebt die Flasche mit seinem langen rechten Arm einen Meter nach rechts aus seinem Blickfeld heraus. Mustafi, dessen albanischstämmige Eltern aus Mazedonien kommen, ist gläubiger Muslim und gegen jeglichen Konsum von Alkohol. Er will die Fragen der Journalisten deshalb nicht neben einer dunklen Flasche Bier mit dem tiefroten Etikett beantworten.

«Ich will diese Flasche nicht vor mir haben»

Der Pressesprecher des FC Valencia legt sofort sein Veto ein, weist den Deutschen zurecht und erklärt ihm, dass der Bierproduzent Estrella eben ein wichtiger Sponsor des Clubs sei und die Flasche deshalb exakt neben dem Mikrofon platziert sein müsse. Mustafis Reaktion fällt ziemlich wirsch aus, wie das Video dokumentiert. «Ich will diese Flasche nicht vor mir haben», zischt er. Ein vergeblicher Protest.

Denn nach einem kurzen, für die Öffentlichkeit unverständlichen Gespräch zwischen dem Offiziellen des Clubs und Mustafi kapituliert der gläubige Muslim schliesslich und beantwortet, allerdings nur widerwillig, die Fragen der Journalisten. Zähneknirschend neben jener Flasche, die der Pressechef inzwischen zurück an ihren angestammten Platz neben dem Mikrofon gestellt hat.

Auch Mustafi ist sich in dieser Situation wohl bewusst, dass sein Millionengehalt letztendlich auch von den Sponsoren bezahlt wird und im Fussballbusiness für eigene Überzeugungen deshalb oft kein Platz ist.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch