Klopp sieht Anfield schon brennen

Holzbälle, ein Supergoalie und Applaus: Wie Jürgen Klopp das 1:1 seiner Liverpooler in Dortmund erlebte – und was er sich jetzt fürs Rückspiel erträumt.

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Ueli Kägi@ukaegi

Wer ihm über den Weg lief, der wurde umarmt. So war das gestern Abend, 23 Uhr. 1:1 bei Dortmund gegen Liverpool im ausverkauften Signal-Iduna-Park. Und jetzt durfte der frühere BVB-Trainer Jürgen Klopp endlich seine alten Spieler herzen. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim «Aki» Watzke hatte ihm dazu unmittelbar vor Spielbeginn die Bewilligung erteilt, weil der selbst mit offenen Armen auf seinen alten Freund zugegangen war. So sah das zumindest Klopp. «Als Aki kam und mit seiner Umarmung die Büchse der Pandora geöffnet war, war mir klar: Ich kann die Spieler auch umarmen», sagte er nach der Partie.

Pessimistischer Rückblick beim BVB

11 Spiele haben die Liverpooler jetzt absolviert in der Europa League, elf Mal sind sie ungeschlagen geblieben, aber sie haben auch nur vier Mal gewonnen. Das Unentschieden im Viertelfinal-Hinspiel ist für sie ein vielversprechendes Resultat. Oder wie es Klopp sagte: «Es hätte schlimmer sein können vom Ergebnis her. Das Spiel lief nicht in allen Phasen wie gewünscht. Aber insgesamt schon». Bei Klopps Dortmunder Nachfolger klang das ziemlich anders. «Wir hatten nicht die Form, nicht das Vertrauen, nicht die Präzision, nicht das Durchsetzungsvermögen – wir können es besser», stellte Thomas Tuchel fest.

Trainer vor den Medien: Jürgen Klopp und Thomas Tuchel analysieren das Hinspiel in Dortmund. (Video: Reuters)

Die Partie hatte über weite Strecken nicht ganz mithalten können mit der begeisternden Atmosphäre im Stadion. Sie war intensiv, das schon, 90 Minuten lang. Spielerisch hochklassig aber ging es nur zwischen der 30. und 55. Minute zu und her, als beide Mannschaften Chancen für zwei, drei Treffer hatten und auch ihr Tor erzielten. «Rund um das 1:0 haben wir richtig aufgedreht», urteilte Klopp, «da hat die Mannschaft gezeigt, zu was sie in der Lage ist.» Insgesamt seien seine Spieler sehr oft «wirklich gut» gewesen. Aber ja, dazwischen «haben wir auch ein paar Holzbälle gespielt».

«Jetzt brennt Anfield»

Klopp wunderte sich, wie es Dortmunds-Goalie Roman Weidenfeller gelungen war, in der 51.Minute mit drei Paraden in Serie ein zweites Gegentor zu verhindern, da habe Weidenfeller «gefühlte fünf Minuten lang alles gehalten». In Dortmund wird jetzt vielleicht wieder die Diskussion aufkommen, ob es richtig ist, dass die frühere Nummer 1 nur noch in der Europa League spielt, ansonsten aber hinter dem Schweizer Roman Bürki zurückstehen muss.

Klopp hat die Rückkehr in sein altes Heimatstadion gefallen – «ein grossartiger Ort, um Fussball zu spielen». Er hat geschätzt, dass er vom Publikum mit «respektvollem Applaus» empfangen worden ist. Danach aber war er «90 Minuten lang einfach nur im Spiel, wie immer, das kann ich in meinem ganzen Leben nicht mehr ändern».

Und jetzt? Jetzt kommt es zum grossen Spiel 2. Nächsten Donnerstag, Liverpool. «Richtig cool» ist das für Klopp, «jetzt brennt Anfield».

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