Wirbel beim SFV: Petkovic war doch nicht bei Shaqiri

Nationalteam-­Direktor Tami zog es vor, alleine zum Offensivspieler des FC Liverpool zu reisen.

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Ueli Kägi@ukaegi

Am Montag war eine Delegation des Schweizerischen Fussball-Verbandes (SFV) zu Besuch bei Xherdan Shaqiri. Eine sehr kleine Delegation, wie jetzt klar wird.

Am Mittwoch hatte diese Zeitung berichtet, Nationaltrainer Vladimir Petkovic und Nationalteam-Direktor Pierluigi Tami hätten Shaqiri gemeinsam besucht. Das ist falsch. Tatsächlich war Tami alleine beim Liverpool-Spieler, obwohl die SFV-Führung mit Präsident Dominique Blanc an der Spitze zuletzt betont hatte, Petkovic und Tami müssten gemeinsam gehen, um den Zwist zwischen Petkovic und Schlüsselspieler Shaqiri zu lösen.

Tami wollte in England die Basis für einen Frieden legen

Wieso ist Tami jetzt trotzdem alleine gegangen? Darüber kann nur spekuliert werden, weil sich weder Tami noch der SFV äussern wollen. Eine Erklärung dafür könnte sein: Das Verhältnis zwischen Nationaltrainer und Schlüsselspieler ist derart gestört, dass Tami in England nur die Basis legen wollte für ein späteres Treffen zwischen Petkovic und Shaqiri.

Das Gespräch soll mässig erfolgreich verlaufen sein. Es braucht weitere Investitionen, um Shaqiri zum Comeback in der Nationalmannschaft zu bringen, nachdem er im September abgesagt hatte.

Investitionen vor allem auch von Petkovic, der sich in der Vergangenheit beschränkt reisefreudig gezeigt und selbst seine Schlüsselspieler selten besucht hat – was ein Teil des Problems sein dürfte. Der bald 28-jährige Shaqiri findet, er erfahre vom Nationaltrainer zu wenig Wertschätzung. Die Captain-Frage hingegen – Petkovic hat sich für Granit Xhaka als Nachfolger von Stephan Lichtsteiner entschieden – soll für Shaqiri nicht im Zentrum stehen.

Bürki: Weiterhin keine Lust als Nummer 2

Dass sich Petkovic auch abseits von offiziellen Terminen vermehrt um Gespräche mit seinen Spielern bemühen muss, ist offensichtlich auch Tami wichtig. Der Tessiner, seit diesem Sommer Chef der Nationalmannschaft, flog zwar solo auf die Insel. Ein paar Tage vorher aber war er zusammen mit Petkovic bei Dortmund-Goalie Roman Bürki gewesen, wie der «Blick» berichtete. Bürkis Management bestätigt den Besuch. Allerdings bleibt der Goalie bei seinem Entscheid, nicht mehr als Nummer 2 hinter Yann Sommer zur Nationalmannschaft zu reisen. Sollte Sommer aber ausfallen, stünde er zur Verfügung.

Wie es in der Causa Shaqiri weitergeht, ist hingegen weniger klar. Da ist einerseits der schwelende Konflikt. Und da ist andererseits der Muskelfaserriss, der Shaqiri gerade plagt. Spätestens am Freitag nächster Woche gibt es neue Informationen. Dann wird Petkovic sein Aufgebot für die EM-Qualifikationspartien gegen Dänemark und Irland von Mitte Oktober öffentlich erklären. Dass er das macht, ist die Folge der ziemlich missglückten Kommunikation vor dem Spiel Anfang Monat in Irland. Erst sie hat den ganzen Wirbel um das Fehlen von Shaqiri ausgelöst.


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