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Überraschend zum Prozess erschienen

Ex-Xamax Präsident Bulat Tschagajew wies im Zuge des Konkurses von von Neuchâtel Xamax alle Anklagepunkte zurück und machte weitere Versprechungen.

Will seine teilbedingte Gefängnisstrafe nicht akzeptieren: Bulat Tschagajew (r.) mit seinem Anwalt Dimitri Iafaev vor dem Regionalgericht du Littoral et du Val-de-Travers. (23. August 2016)
Will seine teilbedingte Gefängnisstrafe nicht akzeptieren: Bulat Tschagajew (r.) mit seinem Anwalt Dimitri Iafaev vor dem Regionalgericht du Littoral et du Val-de-Travers. (23. August 2016)
Jean-Christophe Bott, Ex-Press
Überraschend wohnte der Angeklagte dem Prozessauftakt bei: Der ehemalige Club-Präsident von Xamax, Bulat Tschagajew trifft beim Strafgericht beim Château de Neuchâtel ein. (23. August 2016)
Überraschend wohnte der Angeklagte dem Prozessauftakt bei: Der ehemalige Club-Präsident von Xamax, Bulat Tschagajew trifft beim Strafgericht beim Château de Neuchâtel ein. (23. August 2016)
Jean-Christophe Bott, Keystone
Staatsanwalt Pierre Aubert erhebt auch den Vorwurf, dass Tschagajew auf Kosten des Vereins drei Flüge nach Grozny machte.
Staatsanwalt Pierre Aubert erhebt auch den Vorwurf, dass Tschagajew auf Kosten des Vereins drei Flüge nach Grozny machte.
Jean-Christophe Bott, Keystone
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In der heutigen Gerichtsverhandlung um die Pleite des ehemaligen Super Ligisten Neuchâtel Xamax wies der ehemalige Präsident Bulat Tschagajew alle Anklagepunkte zurück. Unabhängig vom Urteil kündigteder Tschetschene zudem an, die noch ausstehenden Löhne der Spieler mit einer Ausnahme bis zum nächsten Gerichtstermin im September begleichen zu wollen. Er war eigentlich völlig überraschend und unerwartet zum Prozess erschienen.

Er fühle sich verantwortlich gegenüber den Spielern. Der Richterin gab er weiter an, auch einen Teil der unbeglichenen Quellensteuer von 1,5 Millionen Franken begleichen zu wollen. Tschagajew schwor die Zahlung sogar im Gerichtsaal, wollte seine Bereitschaft aber nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen.

Der Vorwurf an die Banken

Über seine aktuelle finanziellen Situation machte der Tschetschene keine Angaben. Den Konkurs des Fussballclubs schrieb er unter anderem den Banken zu, die seine vorgelegten Dokumente nicht akzeptiert hätten. Er schaffte mit seinen Aussagen über die Bankgeschäfte aber keine Klarheit.

In der Befragung heute Morgen wies er auch den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück, mit Geldern des Fussballclubs drei Flüge nach Grozny bezahlt zu haben. Im Gegensatz zu Tschagajew blieb der zweite Angeklagte, der ehemalige Vize-Präsident Islam Satujew, dem Prozess fern.

Kein baldiges Urteil

Das Gericht lehnte es jedoch ab, die Verhandlung gegen die beiden Angeklagten in zwei Prozesse zu trennen. Für Satujew muss deshalb voraussichtlich im September ein neuer Prozesstermin festgelegt werden. Damit dürfte es auch kein rasches Urteil gegen Tschagajew geben.

Trotz der Abwesenheit des Mitangeklagten setzt das Neuenburger Gericht die Befragung von Tschagajew sowie von Zeugen am Nachmittag fort. Unter der Führung der beiden Tschetschenen war der Schweizer Traditionsverein Neuchâtel Xamax 2012 Konkurs gegangen.

Zurück blieb ein Schuldenberg von 20,1 Millionen Franken. Die beiden Angeklagten müssen sich wegen Misswirtschaft, ungetreuer Geschäftsführung sowie wegen Hinterziehung der Quellensteuer verantworten. Tschagajew wird zudem wegen einer mutmasslich gefälschten Garantie der Bank of America versuchter Betrug sowie Urkundenfälschung vorgeworfen.

SDA/fal

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