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Yakin fehlt der Raum für Experimente

Heute (19.45 Uhr) tritt YB beim FCB an. Basels Trainer Murat Yakin lässt sich vor dem Spitzenkampf weder in die Karten blicken noch wegen verletzter Akteure beunruhigen. Das Kader des Serienmeisters präsentiert sich indes dünner als auch schon.

Zuversichtlich: Basels Trainer Murat Yakin baut vor dem Spitzenkampf vor allem auf die guten Resultate zum Jahresauftakt.
Zuversichtlich: Basels Trainer Murat Yakin baut vor dem Spitzenkampf vor allem auf die guten Resultate zum Jahresauftakt.
Keystone

Murat Yakin agiert gerne aus einer stabilen Defensive heraus. Das mag bisweilen vor allem auf sein Spiel mit dem FC Basel zutreffen, am Freitagmorgen aber beschreibt es seinen Umgang mit den Medien ganz treffend. Der Coach hat sich verschanzt, oben in seiner Trutzburg, die eigentlich ein Podium ist, hinter dem Mikrofon, lauernd, abwartend.

Unten, in den blauen Plastiksitzen, startet eine stattliche Schar Presseleute Versuch um Versuch, Yakin Details zum heutigen Spiel zwischen Basel und YB zu entlocken. Doch der einstige Abwehrspieler hat zumindest verbal nichts von seiner Standhaftigkeit verloren. Yakin strahlt Vertrauen aus, in sich selbst und in seine Mannschaft. Sätze wie «Ich weiss einzig, dass wir stark genug für den Sieg sind» oder «Wir wollen in der Erfolgsspur bleiben» zeugen davon.

Der pragmatische Unterton

Resultatmässig hat das Fussballjahr für den FC Basel in der Tat gut begonnen. In der Meisterschaft gab es zum Start einen 3:1-Sieg in Lausanne, im Cupviertelfinal einen problemlosen 6:1-Erfolg über Erstligist Le Mont. «Die Spiele waren in Ordnung, das sind zwei gute Resultate, auf denen man aufbauen kann», meint Yakin. Der pragmatische Unterton des FCB-Trainers ist nicht neu, aber für einmal nicht dazu da, die Mannschaft vor dem Abheben zu bewahren.

Dazu gibt es nämlich beim Schweizer Branchenprimus derzeit gar nicht allzu viel Grund. Zwar sind die Basler Leader, stehen im Cuphalbfinal und sind weiter in der Europa League vertreten. Doch der FC Basel war auch schon stabiler aufgestellt. Die angestammte Innenverteidigung um Nationalspieler Fabian Schär und Ivan Ivanov fehlt verletzt, «im Aufbautraining gibt es weiter Fortschritte», meldet Yakin, schon fast pflichtbewusst. Und es gibt weitere Anzeichen, dass sich der Spieleretat des Meisters derzeit nicht so breit präsentiert, wie man sich dies gewohnt ist.

Da wäre Giovanni Sio, der sich unter der Woche einer vorsorglichen Augenoperation (Grauer Star) unterzogen hat, offenbar nicht unbedingt zur Begeisterung Yakins, und noch bis Dienstag ausfällt. Da wären Gaston Sauro und Marcelo Diaz, die beiden Südamerikaner, welche Murat Yakin in seiner Aufstellung auch schon mal aussen vor lässt. So beorderte der Coach beim Rückrundenauftakt in Lausanne gar Mittelfeldspieler Fabian Frei in die Innenverteidigung, Sauro durfte dann ab der 65.Minute mittun.

Und weiter hinten, sozusagen in der dritten Garde, stehen Spieler, auf die Yakin immer mal wieder setzt, wenn nur wenig anbrennen kann. Stephan Andrist erzielte im Cupviertelfinal gegen Le Mont zwar zwei Tore und ist gemäss seinem Trainer «durchwegs eine Alternative für heute». Doch der einstige Thuner Stürmer kam in der Meisterschaft bislang nur auf 122 Einsatzminuten – in bedeutsamen Partien ist er selten ein Faktor.

Der erste echte Prüfstein

Und so steht Yakin gegen die Young Boys wenig Raum für Experimente offen. Er wird den formstärksten Einzelspieler Fabian Frei neben Neueinkauf Marek Suchy möglicherweise wieder verteidigen lassen und wohl Marco Streller, der seine Spielsperren wegen Schiedsrichterbeleidigungen erfolgreich abgesessen hat, wieder ins Team integrieren.

YB und Basel erwartet heute der erste echte Prüfstein der Saison. Davor haben beide Mannschaften unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert (Yakin: «Das dient dem besseren Fokus auf das Spiel, ich hecke nichts aus»). Basels Trainer wird aus einer stabilen Defensive heraus agieren. Möglicherweise auch nach dem Spiel.

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