Zum Hauptinhalt springen

YB: Auch eine Konsequenz aus der Philosophie

YB fehlte bei Partizan Belgrad nicht viel. Ein bisschen Cleverness, ein bisschen Entschlossenheit, ein bisschen Erfahrung. Die Young Boys wurden in der Europa League unter Wert geschlagen.

Enttäuschung bei den Young Boys: Djibril Sow und Guillaume Hoarau (links) hadern nach der Niederlage in Belgrad.
Enttäuschung bei den Young Boys: Djibril Sow und Guillaume Hoarau (links) hadern nach der Niederlage in Belgrad.
Keystone
Erfolgscoach ohne Erfolg in der Europa League: Adi Hütter.
Erfolgscoach ohne Erfolg in der Europa League: Adi Hütter.
Keystone
Auch Guillaume Hoaraus Fallrückzieher konnte die Niederlage nicht verhindern. (AP Photo/Darko Vojinovic)
Auch Guillaume Hoaraus Fallrückzieher konnte die Niederlage nicht verhindern. (AP Photo/Darko Vojinovic)
Keystone
1 / 12

Es muss, betrachtet man die ausgelassene Freude, ein sehr wertvoller Sieg für Partizan Belgrad sein. Staff und Spieler sind dem Vernehmen nach bis in die nicht mehr ganz so frühen Morgenstunden des Freitags damit beschäftigt gewesen, das 2:1 gegen YB gebührend zu feiern.

Besonders schonend für die eigene Gesundheit gingen sie dabei nicht vor. Die Erleichterung war im serbischen Spitzenklub spürbar, erstmals seit 13 Jahren überwintert Partizan im Europacup.

Die Young Boys dagegen haben am späten Donnerstagabend in Belgrad eine gute Gelegenheit verpasst. Wäre ihnen in der Schlussphase das verdiente 2:2 gelungen, sähe die Ausgangslage nun reizvoll aus. Bei einem Heimsieg gegen Skënderbeu hätte Partizan auswärts bei Leader Dynamo Kiew ebenfalls gewinnen müssen – sonst wäre YB weitergekommen.

Nun verkommt das letzte Spiel gegen Skënderbeu für die Young Boys zur Pflichtübung, die Konzentration gilt den nationalen Wettbewerben. «Wir sind enttäuscht», sagt Sportchef Christoph Spycher, «die Jungs haben in Belgrad alles gegeben. Leider waren wir nicht effizient. Aber es bleibt keine Zeit, traurig zu sein.»

Wenig Tore geschossen

Morgen schon treten die Young Boys in Lugano an. Der Tessiner Verein gewann vorgestern in der Europa League gegen Be’er Sheva 1:0, ist mit sechs Punkten aber ebenfalls vorzeitig ausgeschieden. YB hat nur drei Zähler auf dem Konto, es ist eine schwache Bilanz. Und die Partie in Belgrad war ein Sinnbild für diese Europa-League-Kampagne. «Wir haben eigentlich gut gespielt», sagt Trainer Adi Hütter. «Aber Fehler werden international sofort bestraft.

Und wir waren im Abschluss nicht zielstrebig. Oft fehlte nicht viel.» Aber es fehlte eben etwas. Nur gerade fünf Treffer gelangen YB in den fünf Gruppenspielen, in der Super League sind es 35 in 15 Partien. «Es ist nicht einfach, im Europacup Tore zu erzielen», sagt Spycher. Und Hütter ergänzt: «Vielleicht fehlten uns in den entscheidenden Momenten Cleverness und Ruhe.»

Drei Punkte, sagt der Coach noch, seien aber angesichts der grösstenteils ordentlichen Leistungen ein zu geringer Lohn. «Wir wurden unter Wert geschlagen.»

Tatsächlich waren alle Spiele eng, YB war nie schlechter, meistens wie in Belgrad leicht über­legen. Höher als 1:2 verloren die Berner nie. «Es ist brutal, nur drei Punkte zu haben», findet Spycher. «Doch vielleicht ist das eine Konsequenz aus unserer Philosophie. Man kann nicht alles haben. Wir gehen unseren Weg weiter.»

Die Young Boys setzen ja auf eine sehr junge, sehr begabte Mannschaft, in Belgrad betrug das Durchschnittsalter der Startelf nicht einmal 23, einzig Captain Miralem Sulejmani war älter als 25. Der 28-Jährige gab in seinem Heimstadion in Abwesenheit von Marco Wölfli, Steve von Bergen, Sékou Sanogo (alle angeschlagen) sowie vom eingewechselten Guillaume Hoarau lange Zeit den Vater oder wegen seiner bemerkenswerten internationalen Erfahrung sogar den Grossvater des Teams.

«Wir haben uns gut präsentiert», sagt Sulejmani, «und hätten mindestens einen Punkt verdient. Partizan ist eine Mannschaft, die klug auf ein bestimmtes Ergebnis spielen kann.»

Miralem Sulejmani hätte auch sagen können, Partizan habe sehr bescheiden gespielt und das ­Optimum herausgeholt. In der Schlussphase zitterte der Gastgeber, doch die YB-Offensivkräfte operierten zu hektisch und wie Roger Assalé teilweise zu eigensinnig. «Dieses Spiel war ideal für die Entwicklung der Jungen. Sie lernen daraus», sagt Spycher. Trainer Hütter wiederum tut es «wahnsinnig leid» für sein junges Team.

Immerhin werden die vielen talentierten und von Klubs aus Topligen beobachteten Berner Akteure im Frühling nicht mehr im europäischen Fokus stehen. Laut Spycher ist es das klare Bestreben, das Kader im Winter noch zusammenzuhalten.

Und immerhin, auch das ist eine positive Erkenntnis aus dem Rückschlag in Belgrad, können sich die Young Boys nun total auf die Super League konzentrieren. Und auf den Cup, in dem es am nächsten Donnerstag im Viertelfinal zu Hause gegen St. Gallen geht. Rivale Basel dagegen wird vermutlich bis in den März hinein mit der Eliteliga Champions League beschäftigt sein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch