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YB ist zur Ruhe gekommen

YB nimmt die zweite Saisonhälfte zuversichtlich in Angriff. Nach den Querelen im Herbst demonstrieren die Berner Harmonie. «Wir wollen auf dem Platz für Spektakel sorgen, nicht daneben», hält Sportchef Christoph Spycher fest.

Der YB-Sportchef äussert sich vor dem Rückrundenauftakt zu den Personalien Kubo, Sanogo und Vilotic. <i>Video: Martin Bürki</i>

Früher war alles . . . anders! Die Young Boys, in den letzen Jahren ein regelmässiger Garant für Zwietracht und Unruhe, demonstrieren vor dem Rückrundenstart am Sonntag Ruhe und Harmonie. Als Musterbeispiel dafür dient Guillaume Hoarau, der freimütig aus dem Nähkästchen plaudert und vom Angebot erzählt, das er kurz vor Ende des Transferschlusses von Lyon erhielt. Der 32-jährige Topskorer und Publikumsliebling lehnte ab. Nicht aus sportlichen Gründen, wie er betont. «Doch in meinem Alter zählen auch andere Dinge. In Bern bin ich rundum glücklich.»

Zufriedener Hütter

Vor genau einem Jahr hatte es in der Hauptstadt anlässlich der traditionellen Pressekonferenz vor dem Rückrundenstart anders ausgesehen. Sportchef Fredy Bickel musste den missglückten Transfer von Sékou Sanogo zu Hamburg erklären. Der Wechsel scheiterte, weil die entsprechenden Unterlagen vier Minuten zu spät auf der HSV-Geschäftstelle eingetroffen waren. Ein paar Wochen zuvor war YB bereits in die Schlagzeilen geraten, weil Renato Steffen unter viel Getöse zum FC Basel wechselte. Ruhe? Das schien für die Young Boys ein Fremdwort zu sein.

Nun aber blicken die Berner auf eine relativ ereignislose Winterpause zurück. Ausser dem Abgang von Yuya Kubo zu Gent blieb das Kader unverändert, und Coach Adi Hütter kann mit Ausnahme des verletzten Grégory Wüthrich und des rekonvaleszenten Loris Benito auf sämtliche Spieler zurückgreifen. «Wir haben eine sehr ordentliche Vorbereitung hinter uns», meint der Österreicher zufrieden. Auch Christoph Spycher erzählt beim Medientreffen nüchtern von den letzten Wochen, die er positiv erlebt habe.

Seit den Querelen im Herbst, welche unter anderem Bickel den Job kosteten, nimmt er als Sportchef Einfluss auf die Aussendarstellung des Vereins. «Es war mein Bestreben, für Ruhe zu sorgen. Ich habe es schon als Spieler nicht gemocht, wenn man während Tagen etwas über sich in der Zeitung lesen konnte.» Spycher hat die Devise, intern klar zu kommunizieren, damit allfällige Probleme nicht nach aussen gelangen. Er hält fest: «Wir wollen auf dem Platz für Spektakel sorgen, nicht daneben.»

YB-Trainer Adi Hütter zum Stand seiner Mannschaft vor dem Rückrundenauftakt gegen Sion und den Saisonzielen. Video: Martin Bürki

Ambitionierter Hoarau

Diesbezüglich also nehmen die Berner die zweite Saisonhälfte befreit in Angriff. Zudem gelang es ihnen, sämtliche Leistungsträger zu halten. Ein Angebot von Genua für Sékou Sanogo wurde abgelehnt, weil es zu tief war. Spycher betont: «Wir haben Ambitionen, und die wollen wir nicht gefährden. Sékou ist mit seiner Präsenz einer der Eckpfeiler des Teams, die jungen Spieler können an seiner Seite reifen.»

Am Sonntag (16 Uhr) gastiert nun mit dem FC Sion ein verita­bler Gradmesser für YB im Stade de Suisse. Die Walliser liegen nur sechs Zähler hinter den zweitplatzierten Bernern, Adi Hütter spricht deshalb von einem Schlüsselspiel. Vor Jahresfrist war YB das beste Team in der Rückrunde gewesen. Das sei eine Messlatte, meint Hütter, erwähnt aber im gleichen Augenblick die Bilanz der Hinrunde, in welcher YB seit dem 1:4 bei GC Ende August ungeschlagen blieb.

Und dennoch liegt Basel zwölf Zähler vor den Young Boys. Dieser Abstand sei, gemessen an der Qualität der beiden Mannschaften, zu gross, findet Hütter. Doch lobt der Trainer auch die Konstanz des FCB. «Wir müssen profitieren, wenn Basel Fehler macht», sagt Guillaume Hoarau dazu und erwähnt einmal mehr, ehe er Bern verlassen werde, wolle er einen Titel gewinnen.

Bekanntlich sind die Gelb-Schwarzen noch im Cup vertreten, sie empfangen am 1. März den Challenge-Ligisten Winterthur zum Viertelfinal. Die Young Boys dürften bestrebt sein, die vorherrschende Harmonie nicht zu gefährden. Ruhe im Umfeld garantiere zwar keinen Erfolg, meint Sportchef Spycher. «Aber sie ist ein wichtiger Bestandteil dafür, erfolgreich zu arbeiten.»

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