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YB unterliegt nach Gelb-Rot und einem Eigentor

YB macht in Luzern das Spiel, gerät aber unnötigerweise in Unterzahl und zeigt sich dort verwundbar. Nach der 0:2-Niederlage und dem 2:1-Erfolg von St. Gallen in Basel müssen die Young Boys gar die Leaderposition abgeben.

Moritz Marthaler

Neues Jahr, neue Rollen. Es ist noch keine zwei Monate her, da lief Pascal Schürpf im Stade de Suisse zerknirscht als Verlierer vom Platz. Sein Eigentor zum 0:1 hatte das Spiel gegen YB entschieden. «Das passiert auch nur mir», sagte er. Am Samstag ist alles anders. Luzern schlägt YB, ins eigene Tor trifft diesmal der Berner Captain Fabian Lustenberger – auf Vorlage von ... Schürpf! «So spielt der Fussball manchmal», meinte der Stürmer grinsend.

Das ist auch für die Young Boys keine schlechte Zusammenfassung für diesen verunglückten Ausflug zum FCL, der sie nach dem mitreissenden Last-Minute-Sieg von St. Gallen in Basel (2:1) am Sonntagabend sogar die Tabellenführung kostet – die Ostschweizer sind dank des besseren Torverhältnisses zum ersten Mal seit acht Jahren Leader.

Das 0:2 kommt überraschend, so als Meister beim Mittelfeldclub, und ist auch ein kleiner Rückschlag nach dem so unwiderstehlichen Auftritt vor einer Woche im Heimspiel gegen Basel (2:0). «Die Niederlage zeigt, woran wir arbeiten müssen», sagte Trainer Gerardo Seoane bedacht.

Er stützte sich auf die neunzehn Abschlüsse, welche YB bis Spielende verzeichnete, auf die vier, fünf Szenen, aus denen ein Tor hätte resultieren können, ja müssen. Die Wende im Spiel, die sehr strenge, aber vertretbare Gelb-Rote Karte gegen Cédric Zesiger, das unglückliche Eigentor Lustenbergers – all das versucht Seoane in seiner Analyse zu umschiffen. «Der Platzverweis war nicht matchentscheidend, aber er veränderte das Spiel.»

Diesmal traf Hoarau nicht

Tatsächlich konnte man sich am Samstag bis zu dieser 74. Minute nur schwer vorstellen, dass dem FCL noch zwei Tore gelingen würden. Zu dominant war YB mit zunehmender Dauer, zu passiv der Gastgeber. «Es war schwierig, unseren Fussball zu zeigen», sagte Luzerns Trainer Fabio Celestini und meinte damit auch: es wäre töricht gewesen, gegen YB gepflegt aufzubauen, wie das dem vom spanischen Fussball geprägten Celestini eigentlich behagt. Und so überliess Luzern das Spiel dem Team des ebenso spanisch geprägten Seoane. YB hatte Chancen, nicht am Laufmeter, aber doch genügend, um schon vor dem Platzverweis in Führung zu liegen.

Nicolas Ngamaleu hatte vor der Pause zwei dieser Möglichkeiten. Der Kameruner hatte sich im Sturm der Rolle des am Freitag zu Leganés transferierten Roger Assalé angenommen. Die YB-Führung hatte ja früh durchblicken lassen, dass sie die Offensive auch nach einem Abgang Assalés als schlagkräftig genug ansieht. Für Ngamaleu auf den Flügel rückte Marvin Spielmann, und von der Bank aus konnte Trainer Seoane wieder aus einer Handvoll Offensivspieler wählen, die in manch anderem Team in der Super League zum Stamm zählen würden.

Diesmal orchestrierte er die Wechsel genau andersrum als vor einer Woche gegen Basel. Erst kam Guillaume Hoarau, er traf nur Minuten vor dem Platzverweis fast per Kopf zur Führung. Und dann kam Miralem Sulejmani. Ob es diesmal er war, der seinem Freund auf dem Feld verschwörerisch zugelächelt hat, ist nicht überliefert. Ganz sicher aber trat er in der Nachspielzeit, als YB durch Unterzahl und Eigentor schon in Rücklage war, noch einmal einen Freistoss, der auf dem Kopf von Hoarau landete, von dort aber nicht den Weg ins Tor fand. Nicht diesmal, so stellt fest, wer an das Spiel gegen den FCB denkt. Quasi mit dem Schlusspfiff traf dann Blessing Eleke nach Konter zum 2:0.

Mängel aus dem Basel-Spiel

Und so müssen die Young Boys trotz des Ausrufezeichens zum Auftakt vor einer Woche eine resultatmässig durchzogene Bilanz aus den letzten drei Spielen ziehen. 0:0 in Lugano kurz vor Weihnachten, 2:0 gegen Basel, 0:2 beim FCL. Es zeigt, dass sie noch nicht so gefestigt sind, wie es der Auftakt ins neue Jahr hatte vermuten lassen. Aber wer sich anschaut, wie die Niederlage in Luzern zustande gekommen ist, kann davon ausgehen, dass das zumindest in dieser Form nicht mehr oft vorkommen dürfte in der Rückrunde.

Seoane bemängelte schon nach dem Basel-Spiel, dass nicht immer alle Chancen ausreichend zu Ende gespielt würden. «Wir waren in vielen Bereichen überlegen», sagte er am Samstag leicht verärgert, «aber im wichtigsten nicht: bei der Effizienz vor dem Tor.»

Die Niederlage scheint YB mehr geärgert denn geschockt zu haben. «Das ist bitter, aber es wirft uns nicht um», sagte Lustenberger. «Die Leistung war besser als das Resultat», wusste auch Zesiger. Den Abgang von Assalé mochte Seoane nicht als Grund für die Niederlage anführen. «Wir können die Rollen neu besetzen, das haben wir gezeigt.» Die nächste Gelegenheit dazu ergibt sich am Samstag zu Hause gegen Sion. Neue Woche, neue Rollen.

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