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YB-Spieler im Fokus von Hitzfeld

Der YB-Höhenflug sorgt für glänzende Spielerperspektiven. Der junge Verteidiger François Affolter und auch David Degen könnten bald fürs Nationalteam aufgeboten werden. Und weitere Schweizer Spieler überzeugen.

Bald vereint im Schweizer Nationalteam? Der 18-jährige François Affolter hat derzeit allen Grund zum Strahlen – und auch David Degen (rechts) überzeugt bei YB.
Bald vereint im Schweizer Nationalteam? Der 18-jährige François Affolter hat derzeit allen Grund zum Strahlen – und auch David Degen (rechts) überzeugt bei YB.
Andreas Blatter

YB dominiert die Super League derzeit beinahe nach Belieben – und erfreulicherweise setzen die Berner stark auf einheimisches Schaffen. Sieben Schweizer gehören der Stammformation an – und mit Ausnahme von Scott Sutter, der vor Jahren erklärte, er wolle lieber für sein Heimatland England spielen, sind sie alle ein Thema beim Fussballverband. Oder könnten es irgendwann werden. Torhüter Marco Wölfli ist bereits im Nationalteam, er ist der Ersatz von Diego Benaglio. Der YB-Captain dürfte in der helvetischen Auswahl bald Gesellschaft von weiteren Akteuren der Young Boys erhalten.

Affolter beeindruckend

Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld weilte am Mittwoch, beim überzeugenden 3:0-Erfolg der Young Boys gegen Meister Zürich, im Stade de Suisse. Er beobachtete zahlreiche Kandidaten, und was er (zumindest von den YB-Akteuren) sah, beeindruckte ihn. François Affolter zum Beispiel wusste wieder einmal zu gefallen. «Affolter ist mit seinen 18 Jahren schon weit und ein interessanter Spieler», lobte Hitzfeld.

François Affolter könnte noch für die U19-Auswahl der Schweiz spielen, aber er ist bereits gesetzt im U21-Team. Und weil das Verteidigertalent eine besondere Abwehrbegabung ist, rückt er nun schon in den Fokus Hitzfelds – zumal der Nationaltrainer in der Innenverteidigung erhebliche Personalprobleme hat: Der langjährige Abwehrchef Patrick Müller sitzt bei Monaco auf der Tribüne; Arsenals Johan Djourou fällt nach einer Knieoperation monatelang verletzt aus; Mario Eggimann enttäuscht bei Hannover seit Monaten und ist derzeit auch verletzt; Philippe Senderos hat bei Arsenal mal wieder keinen Stammplatz; und Steve von Bergen überzeugt in Berlin nicht wirklich – und fällt in diesen Wochen zudem mit Rückenproblemen aus.

Bleibt Auxerres Stéphane Grichting, bei Hitzfeld gesetzt und sehr solid, im nächsten Schweizer WM-Qualifikationsspiel in Luxemburg am 10.Oktober, aber gesperrt. Man darf also davon ausgehen, dass Überflieger Affolter für die beiden letzten Partien in der WM-Qualifikation in Luxemburg sowie gegen Israel (am 14.Oktober in Basel) zumindest im Schweizer Aufgebot stehen wird.

Bescheiden und selbstsicher

François Affolter, Jahrgang 1991, ist ein bodenständiger junger Mann, der trotz seit Monaten herausragender Leistungen bescheiden bleibt. «Dem ganzen Team läuft es gut», sagt der Seeländer. Und, nein, er habe nicht gewusst, dass Hitzfeld ihn gegen Zürich beobachtet habe. «Aber», sagt Affolter mit gesundem Selbstvertrauen, «es ist schön, war Ottmar Hitzfeld im Stadion. Ich hoffe, er war zufrieden mit mir.» Selbstverständlich träume er von einem Aufgebot fürs Nationalteam («welcher Fussballer tut das nicht?»), und er könne problemlos in einer Viererkette in der Abwehr auf der linken Innenverteidigerposition agieren. «Diese Rolle kenne ich seit Jahren. Bei YB spielen wir ja erst seit einem Jahr mit Dreierkette.»

Degen hofft auf Aufgebot

Die zweikampfstarke und abgeklärte, ballsichere und souveräne Defensivkraft François Affolter dürfte, diese Prognose sei gewagt, eher früher als später zum Stamm der Nationalmannschaft gehören. Und der neunfache Nationalspieler David Degen, seit Wochen in überragender Verfassung, darf auf eine Rückkehr in die Auswahl hoffen – zumal der Rechtsfuss bei YB auch im linken Mittelfeld überzeugt. «Ich versuche, mich aufzudrängen», sagt Degen. «Es wäre schön, wenn ich ein Aufgebot erhalte.»

Drei Spieler mit Potenzial

Mit Alberto Regazzoni gibt es einen weiteren YB-Offensivspieler, der von Hitzfeld bereits aufgeboten wurde. Der Nationaltrainer schätzt die Schnelligkeit und die Dribbelstärke des manchmal aber zu zögerlichen Flügelspielers. Und Xavier Hochstrasser, Stammspieler in der Schweizer U21-Auswahl, sowie der 24-jährige Stürmer Marco Schneuwly, mit der helvetischen U17 im Jahr 2002 Europameister geworden, schliesslich könnten in den nächsten Jahren – bei entsprechender Entwicklung – ebenfalls zu Kandidaten im Nationalteam avancieren.

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