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Griechenland zieht den Kopf aus der Schlinge

Portugal und der Europameister von 2004, Griechenland, schafften in der Barrage die WM-Qualifikation.

Im kalten und regnerischen Donezk war es wie einst während der heissen Tage im Sommer 2004 in Portugal. Neun griechische Feldspieler riegelten das eigene Tor souverän und gekonnt ab, und vorne erstaunten die Stürmer mit Effizienz. Eine Chance benötigten die Griechen, um nach der Nullnummer im Hnispiel den entscheidenden (Auswärts-)Treffer zu schiessen. Samaras, der gebürtige Australier, lancierte Salpingidis, der alleine vor Ukraines Keeper Tiatow souverän abschloss.

Es war nach 31 Minuten das Tor, welches die Griechen benötigten, um nach Südafrika zu fahren. Es war das 1:0, das sie nicht mehr hergaben, weil die Ukrainer nie eine Lücke in der griechischen Mauer fanden und erst in der 93. Minute zu einer wirklich guten Chance kamen. Die Osteuropäer scheiterten nach 1998, 2000 und 2002 zum vierten Mal in der Barrage.

Otto Rehhagel aber kehrt doch als Sieger nach Athen zurück, nachdem er für das Verpassen des 1. Platzes in der Schweizer Gruppe verantwortlich gemacht worden war. Nach dem 0:0 im Hinspiel am Samstag in Athen hatten zudem sogar die griechischen Journalisten die defensive Taktik angeprangert. In Donezk aber heiligte der Zweck wieder mal die (rehhagelschen) Mittel. Der 71-jährige Deutsche führte die Hellenen erstmals seit 16 Jahren wieder an eine WM; er wurde mit Griechenland in seiner bisher achtjährigen Amtszeit nicht nur Europameister, sondern führte das Team nun auch zum dritten Mal an eine Endrunde.

Portugal bewahrte nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel in der hitzigen Atmosphäre von Zenica die nötige Coolness und fuhr die dritte WM-Teilnahme in Folge ohne Schwierigkeiten ein. Die Defensive des Halbfinalisten von 2006, die seit über 360 Minuten ohne Gegentor ist, beging gegen den hochgelobten Bundesliga-Sturm der Bosnier (Dzeko/Wolfsburg und Ibisevic/Hoffenheim) mit einer Ausnahme keinen Fehler. Nach vorne beschränkte sich Portugal auf das Nötigste, kam aber durch Raul Meireles (25.) und Nani (49.) dennoch zu zwei guten Möglichkeiten.

Meireles, eher als Vorbereiter denn als Skorer bekannt, brach mit seinem zweiten Länderspiel-Tor schliesslich den Widerstand des Heimteams, der bei weitem nicht so heftig wie angekündigt ausfiel. Der 26-jährige Mittelfeldstratege des FC Porto schloss in der 56. Minute eine Balleroberung am Strafraum mittels Flachschuss ab.

Bosniens Vorhaben, als vierte Mannschaft eines früheren jugoslawischen Teilstaats nach Slowenien, Kroatien und Serbien die WM zu erreichen, hatte trotz des enormen Optimismus von Trainer Miroslav Blazevic schon vor Anpfiff einen Dämpfer erlitten. Neben drei gesperrten Stammspielern fiel auch Spielmacher Zvjezdan Misimovic aus. Die Absenz des Wolfsburgers konnte das Überraschungsteam der WM-Qualifikation 2010 nicht kaschieren, dazu verfehlte die Umstellung auf ein 3-4-3 in der zweiten Halbzeit die Wirkung.

Ukraine - Griechenland 0:1 (0:1). - Donezk. - 30 000 Zuschauer. - SR Benquerenca (Por). - Tor: 31. Salpingidis 0:1.

Ukraine: Tiatow; Kobin (69. Gusew), Kutscher, Jeugen, Rakizki; Michalik (65. Gay), Tymoschtschuk, Jarmolenko; Milewski, Schewtschenko, Aliew (57. Selesnow).

Griechenland: Tzorvas; Vyntra, Papastathopoulos (29. Pliatsikas), Kyrgiakos, Spiropoulos; Moras, Karagounis, Katsouranis, Samaras (63. Gekas), Salpingidis; Charisteas (71. Tziolis).

Bosnien-Herzegowina - Portugal 0:1 (0:0).

Bilino Polje, Zenica. - 15 000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Rosetti (It). - Tor: 56. Raul Meireles 0:1.

Bosnien: Hasagic; Pandza, Jahic, Nadarevic; Bajramovic (82. Berberovic), Pjanic, Ibricic, Medunjanin (46. Muslimovic), Salihovic; Ibisevic, Dzeko.

Portugal: Eduardo; Ferreira, Bruno Alves, Carvalho, Duda; Tiago, Pepe, Raul Meireles; Simão (80. Deco), Nani (73. Edinho), Liedson (91. Miguel Veloso).

Bemerkungen: Portugal ohne Cristiano Ronaldo, Bosnien-Herzegowina ohne Misimovic (beide verletzt), Muratovic, Rahimic und Spahic (alle gesperrt). 76. Gelb-rote Karte gegen Salihovic (Reklamieren). Verwarnungen: 25. Jahic. 27. Simão. 37. Nadarevic. 58. Dzeko (alle wegen Fouls). 76. Salihovic (Reklamieren). 92. Berberovic (Unsportlichkeit).

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