Wacker: Alles im grünen Bereich

Meister Wacker Thun beseitigt mit dem Sieg gegen Winterthur die Zweifel und demonstriert, auch in dieser Saison Grosses leisten zu können.

Wacker Thun gewinnt die Supercup-Reprise gegen Pfadi Winterthur und bestätigt damit seine Ambitionen. Die Highlights des Spiels im Video. Quelle: www.youtube.com/wackertv.ch


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Wer mit Wacker sympathisiert, der musste sich am Donnerstag um 21 Uhr sorgen. Es war Pause in Gümligen, und die Thuner lagen im Derby gegen den BSV Bern mit vier Treffern Differenz zurück, vier Tage nachdem sie mit einer 17:26-Niederlage im Supercup gegen Pfadi Winterthur in die Saison gestartet waren.

Die Abgänge der Leistungsträger Lenny Rubin, Lukas von Deschwanden, Roman Caspar und Viktor Glatthard hatte der Meister allem Anschein nach nicht kompensiert, und gerade deutete einiges darauf hin, dass die Oberländer heuer nicht um den Titel, sondern um die Teilnahme an der Finalrunde spielen würden.

47 Stunden und drei Halbzeiten später sieht alles anders aus. Martin Rubins Mannschaft drehte im Kräftemessen mit dem Kantonsrivalen mächtig auf, lag vor­übergehend gar vorn und gewann einen Punkt, und nun, am Samstag, feiern die Thuner im ersten Heimspiel 2018/2019 nach einer begeisternden Vorstellung den Sieg über Pfadi, jenen Club, gegen den sie vor Wochenfrist chancenlos waren und gegen den sie im Mai den Playoff-Final für sich entschieden hatten. Alles im grünen Bereich beim Club in Grün!

34:33 setzten sich die Gast­geber durch, das Skore spiegelt das Tempo, mit dem vorab die entfesselten Thuner agierten. Eine konstant hohe Pace zu gehen und damit zu sogenannt einfachen Treffern zu kommen, das hatten sie sich vorgenommen, und zumindest im ersten Durchgang setzten sie dies um. 4:2 führten sie nach 3 Minuten. Damit hatten sie nach der Startphase bereits mehr Tore erzielt als im Supercup im ersten Drittel Spielzeit. An­geführt von den toll aufgelegten Nicolas Suter und Nicolas Raemy legten die Hausherren einen Auftritt hin, der durchaus ein Statement war an die Konkurrenz: In der Lachenhalle entführt so rasch auch heuer keiner Punkte.

Darbietung und Resultat sind insofern sehr bemerkenswert, als Wacker zwar exzellent spielte, das Potenzial dabei aber nicht ausschöpfte. Während die Eigengewächse Nino Gruber und Ivan Wyttenbach überzeugten – Letzterer verwertete sämtliche Penaltys –, waren die externen Zuzüge kein Faktor. Phillip Holm zeigte wie gegen den BSV viel­versprechende Ansätze, so übernahm er in der Schlussphase Verantwortung, als er aus ziemlich grosser Distanz zum wegweisenden 33:31 traf. Davon aber, eine zentrale Rolle einzunehmen, war er ziemlich weit entfernt, genauso wie der couragiert verteidigende Simon Huwyler. Und Ron Delhees wirkte verunsichert; dem in der Szene unverändert hoch angesehenen Linkshänder stünde mehr Selbstvertrauen gut an.

Der Wermutstropfen

Die Freude nach dem Match ist ungewöhnlich gross, aber sie ist nicht grenzenlos. Mit Marc Winkler verletzte sich ein Schlüsselspieler, und dies kurioserweise unmittelbar vor Beginn der Partie. Der Keeper verliess seinen Kasten vor dem Anpfiff und wurde am Knie behandelt. Dieses wird heute untersucht. Der 30-Jährige ist schon öfter lange ausgefallen. Eine Pause des Stammtorhüters stellte ein Problem dar für Wacker, das mit Flavio Wick zwar einen weiteren starken Schlussmann beschäftigt, im Hinblick auf die stressigen Wochen im Herbst aber wohl re­agieren müsste.

Wacker Thun - Winterthur 34:33 (19:17)

Wacker Thun: Wick (18 Paraden); Holm (2), Raemy (9), Dähler (1), Suter (9), Giovanelli, Lanz (1), Friedli, Simon Huwyler, Guignet (1), Gruber (4), Stefan Huwyler, Krainer (1), Wyttenbach (5/5), Delhees (1).

Winterthur: Schulz (6 Paraden) / Schelling (6 Paraden); Quni, Maros (3), Pecoraro (2), Dangers (4), Sidorowicz (4), Vernier (7), Lier (9/4), Jud (4), Bräm, Freivogel, Schramm.

Bemerkungen: Verschossene Penaltys: 0:2. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.09.2018, 09:24 Uhr

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