Wacker Thun: Zittern und heisslaufen

Wacker Thun bekundet gegen Basel zunächst Mühe. Auch dank den jungen Kräften führt der Meister den Aufsteiger am Ende vor und gewinnt 36:23.

Stösst zunächst auf Gegenwehr: Phillip Holm (Mitte).

(Bild: Christian Pfander)

Mittwoch, ein Spätsommertag im Frühherbst, Wacker gegen Basel, Spitzenclub gegen Aufsteiger, Kantersieg der Thuner, Nicolas Raemy: Da war doch was?

Am 14. September 2016 schlagen die Berner Oberländer den eben in die Nationalliga A auf­gestiegenen RTV Basel 39:21. Die Freude über den Erfolg hält sich in engen Grenzen, verletzt sich in der Schlussminute mit Nicolas Raemy doch eine zentrale Figur im Team Martin Rubins.

Zwei Jahre später mischt das zwischenzeitlich abgestiegene Basel wieder im Oberhaus mit. Erneut werden die Gäste in der Lachenhalle deklassiert, und auch diesmal ist den Hausherren nicht nur zum Feiern zumute.

Wie vor 24 Monaten sorgen sie sich um Raemy. Eine vor der Saison erlittene Verletzung machte sich in den jüngsten Tagen bemerkbar, der Linkshänder verspürt Schmerzen am Ellenbogen des Wurfarms und fällt rund zwei Monate aus. Damit verpasst der Schlüsselspieler einen Grossteil der Champions League.

Wie ungemütlich selbst Partien gegen in der unteren Tabellenhälfte des hiesigen Spielbetriebs klassierte Vereine werden können, wenn wie mit dem Luzerner Stammkräfte fehlen, offenbart die erste Hälfte in der ­Begegnung mit den Nordwestschweizern.

Wacker liegt da vor­übergehend mit zwei Toren Differenz im Hintertreffen, obwohl es mit Nicolas Suter den über­ragenden Mann in seinen Reihen weiss, und als das Skore zur Pause 15:15 lautet, deutet nichts auf ein Schaulaufen hin.

Die Talentsichtung

Die Thuner steigern sich, sie decken nun deutlich besser, und sie entrücken zunehmend überforderten Baslern. 36:23 gewinnen sie. Bemerkenswert ist dies nicht bloss in Anbetracht des Halbzeitresultats, sondern auch wenn man sich vor Augen führt, mit welchem Personal die Oberländer in den zweiten 30 Minuten agiert haben. Über weite Strecken stehen vornehmlich Akteure auf dem Feld, welche in der letzten Saison primär für Partnerclub Steffisburg in der Nationalliga B spielten.

Einen hervorragenden Eindruck machen Joel Christinat, Ivan Wyttenbach und Konsorten, sie führen den im zweiten Umgang inferioren Aufsteiger vor und empfehlen sich in der Talentsichtung für weitere Aufgaben. «Wir haben nach der Pause deutlich besser verteidigt, und wir sind im Allgemeinen ganz anders aufgetreten: mit der richtigen Körpersprache», sagt Rubin. Und so lacht der an diesem Tag lange so sehr leidende Coach am Ende.

Wacker Thun - RTV Basel 36:23 (15:15)
Wacker Thun: Wick, Wyss; Holm (2), Felder (1), Dähler (1), Suter (7), Giovanelli (2), Lanz (2), Wyttenbach (5), Friedli (4), Simon Huwyler, Gruber (2), Stefan Huwyler, Krainer (2), Christinat (3), Delhees (5).

Thuner Tagblatt

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