«Heute? Wie wilde Tiere»

Der SC Langenthal startet heute Freitag gegen Hockey Thurgau in die Playoff-Viertelfinals. Marc Kämpf ist bereits voller Vorfreude und hofft auf grosse Eishockeyfeste im Schoren.

Kämpferischer Marc Kämpf: Der Langenthaler Stürmer (Mitte) zeigt stets vollen Einsatz.

Kämpferischer Marc Kämpf: Der Langenthaler Stürmer (Mitte) zeigt stets vollen Einsatz. Bild: Marcel Bieri

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Wer Marc Kämpf auf dem Eis sieht, der erkennt Kampfwillen. Mit dem Kopf durch die Wand, jederzeit. Seine Schnelligkeit, seine Kraft und seine Einstellung, nie aufzugeben, passen zur Sportart. Neben dem Eis ist er aber ein ganz anderer. Wird er angesprochen, gibt er überlegt Antwort, extrovertiert ist er keineswegs, sondern vielmehr, wie er selbst sagt, hin und wieder etwas verträumt.

«Das ändert sich im Auto, auf dem Weg zum Stadion», erklärt der 26-Jährige. Der Fokus verändert sich. In solchen Momenten spricht er sogar noch weniger, befindet er sich doch so etwas wie im Tunnel.

Das wird auch heute Abend so sein. Es gibt aber einen Unterschied: «Es kribbelt bei mir schon seit mehreren Tagen», sagt der im Bündnerland aufgewachsene Stürmer. Das hat einen guten Grund: Heute Freitag beginnen um 20 Uhr in der Schorenhalle die Playoffs der Nationalliga B. Langenthal trifft im Viertelfinal (best of 7) auf Thurgau.

Physisch und mental bereit

Darauf hat sich der SCL seit mehreren Wochen vorbereitet. «Wir begannen vor etwa fünf Wochen mit hartem Training, die letzten zwei Wochen haben wir uns auf Schnelligkeit und Spritzigkeit fokussiert. So sind wir bereit», ist sich Kämpf sicher. Die Form sei deutlich besser als im letzten Jahr, als der SCL im Viertelfinal an Martigny scheiterte.

Zudem besuchte in der vergangenen Woche Saul Miller, ein Mentalcoach aus Übersee, die Mannschaft, um sie auch gedanklich fit zu machen. «Er hat uns ­gesagt, dass wir wie wilde Tiere auftreten müssen. Löwen, Tiger, Bären. Auch wenn wir Favorit sind, müssen wir den Gegner jagen. Bis er keine Gegenwehr mehr gibt», sagt Kämpf. Das werde der Zuschauer in diesen Playoffs öfters sehen.

Der Start in diese erste Partie ist deshalb vorgegeben. «Es geht los wie die Feuerwehr. Wir sind ab der ersten Sekunde bereit», sagt Kämpf unmissverständlich. Sollte aber nicht alles wie gewünscht klappen, so haben die Langenthaler mit der Kämpf-Linie eine goldene Waffe in der Hinterhand. Neben Kämpf werden mit Dario Kummer und Pierrick Pivron zwei ebenfalls schnelle und technische versierte Spieler stürmen.

Grosse Verbundenheit

Das Ziel von Marc Kämpf bleibt zwar ungesagt, jeder weiss aber, dass es nur der NLB-Meistertitel sein kann. Im letzten Jahr war er auf dem Weg zum Triumph des SC Bern in der NLA in zwei Playoff-Spielen mit dabei. Ein solcher Erfolg würde sich jedoch mit Langenthal anders anfühlen.

Hier lebt er seit sieben Jahren, hier fühlt er sich zu Hause, hier hat er sich mit seiner Freundin eingelebt. «Meine Verbundenheit zum SC Langenthal ist gross. Sie wurde, seit ich auf der Geschäftsstelle in einem Praktikum arbeite, sogar noch grösser», sagt Kämpf. Nach 2012 einen weiteren Titel mit dem SCL zu feiern, wäre mehr als nur ein Ziel. «Ich hoffe auf grosse Eishockeyfeste», sagt Kämpf.

Playoff-Viertelfinals (best of 7). Spieldaten. Fr, 17. 2.: SCL - Thurgau (20.00). – Sa, 19. 2.: Thurgau - SCL (17.00). – Di, 21. 2.: Langenthal - Thurgau (20.00). – Fr, 24. 2.: Thurgau - Langenthal (20.00). – Weitere Spiele (evtl.): So. 26. 2./Di, 28. 2./Fr, 3. 3. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 17.02.2017, 10:51 Uhr

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