Nun hat der SCB Fahrt aufgenommen

Die Berner legen im Playoff-Final erstmals vor. Sie bezwingen den EV Zug dank starkem Startdrittel und Mark Arcobello 4:1.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Bern ist am Zug – und das zu Hause. Dort, wo die Berner in der Qualifikation im Schnitt drei von vier Partien für sich entschieden. Aber auch dort, wo sie im Playoff fünf von acht Begegnungen verloren haben. Im dritten Finalspiel findet der SCB gegen die grassierende Playoff-Heimschwäche das probate Mittel, gewinnt gegen den EV Zug 4:1 und legt im Titelkampf zum ersten Mal vor.

Ja, dieses Selbstvertrauen schlägt so manchem Prognostiker ein Schnippchen. Da hatten doch die Berner zum Auftakt des Playoff-Finals 5 Stunden und 17 Spielminuten mehr in den Beinen. Und so war die Frage nach den volleren Tanks beantwortet, ehe die Spieler in der Serie überhaupt den ersten Kilometer unter die Schlittschuhe nahmen. Die Auftaktpartie in Bern stützte die Mutmassungen: Zug war frischer, Zug überlief die Berner.

Aber dann, im zweiten Match, lief und spielte vor allem gegen Ende nur eine Mannschaft: der SCB. Und gestern dominierte die Equipe von Kari Jalonen den Gegner im Startdrittel nicht nur physisch, sondern auch punkto Tempo. Zug bremste sich zudem mit Strafen – und gleich die erste nutzte das Heimteam aus. Mark Arcobello sah von der blauen Linie die Lücke, EVZ-Torhüter Tobias Stephan sah gar nichts. Berns Captain Simon Moser nahm Stephan die Sicht und touchierte den Puck noch sanft, als er an ihm vorbei ins Netz flog.

Die frühe Führung für die Berner. (Quelle: SRF)

Selbstvertrauen und Sand

Der SCB führte, der SCB dominierte, und Leonardo Genoni kassierte mitten in die Druckphase und kurz vor Ostern ein Ei. Wobei er sich dieses selbst ins Nest legte, den Puck nach einem Ablenker Carl Klingbergs mit dem Schoner ins Tor bugsierte.

Der Ausgleich zum 1:1. (Quelle: SRF)

Die Antwort der Berner blieb nicht aus. Sie folgte in Form des zweiten Treffers. Wieder schoss Arcobello hoch, wieder sorgte Moser dafür, dass Stephan den Puck nicht kommen sah.

Die erneute SCB-Führung, dieses Mal wirklich durch Arcobello. (Quelle: SRF)

Und weil auch das Powerplay häufig eine Frage des Selbstvertrauens ist, gelang dem Heimteam im Startdrittel ein weiterer Treffer in Überzahl. Jan Mursak zündete über die rechte Seite den Turbo, in der Mitte veredelte Tristan Scherwey den Angriff mit einem Schuss unter die Latte.

Das 3:1 durch Tristan Scherwey. (Quelle: SRF)

Und Zug? Die Zentralschweizer fielen vorerst mit Stürzen auf, als sei Sand unter ihre Kufen geraten. Sie blieben aber im Spiel, vermochten mit zunehmender Spieldauer die Berner vor Probleme zu stellen. Vor allem Garrett Roe – seine Schauspieleinlage vom ersten Match hallte beim Berner Publikum in Form von Pfiffen nach – sorgte mit schnellen Querpässen immer wieder für Gefahrenmomente vor Genoni. Die beste Möglichkeit für den EVZ vergab Reto Suri. Er traf kurz vor der zweiten Pause den Pfosten.

Alte Muster, neue Situation

Im dritten Abschnitt verpasste Zach Boychuk früh die Entscheidung. Danach verfiel der SCB kurz in alte Muster, wurde passiv. Aber er verteidigte geschickt. Wirklich gute Chancen hatten die Gäste nicht mehr. Youngster Yannick Zehnder entzog der Zuger Druckphase mit einer Strafe den «Pfupf». Scherwey traf in der 57. Minute im Powerplay zum vermeintlichen 4:1. EVZ-Trainer Dan Tangnes nahm die Coaches Challenge, und tatsächlich hatte der Puck für einen Moment das Drittel verlassen.

Erst im Video erkannten die Schiedsrichter die Offsidesituation. (Quelle: SRF)

Am Erfolg des SCB änderte der Entscheid nichts mehr. Nun sind es am Gründonnerstag die Zuger, welche vor einer Challenge respektive Herausforderung stehen. Mit Rückschlägen war der EVZ in diesem Playoff bis dato nicht konfrontiert – ganz im Gegensatz zum SCB.

Tangnes sagte, seine Spieler hätten nervös gewirkt. «Nun müssen wir dafür sorgen, dass die Jungs im Kopf wieder frei sein können.» Zum Thema Kopf lieferte aber Doppeltorschütze Arcobello das Bonmot des Abends: «Am besten läuft es, wenn Körper und Kopf gleich schnell arbeiten.»

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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