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Ausgerechnet Pestoni

Der SC Bern bezwingt in der Schlüsselpartie am Strich die SCL Tigers 3:2.

Adrian Ruch
Beim ZSC von Trainer Hans Kossmann auf die Bank gesetzt, beim SCB nun der Antreiber: Inti Pestoni. Foto: Claudio de Capitani
Beim ZSC von Trainer Hans Kossmann auf die Bank gesetzt, beim SCB nun der Antreiber: Inti Pestoni. Foto: Claudio de Capitani

Selten ist ein Sieg des SC Bern gegen die SCL Tigers in der Qualifikation so laut bejubelt worden. Doch die Freude über das 3:2 kommt nicht von ungefähr. Hätte der Meister auch den zweiten Match mit Hans Kossmann an der Bande verloren, die Playoff-Qualifikation wäre in weite Ferne gerückt.

Am Freitagabend nach der 0:3-Niederlage gegen Ambri hatte sich Kossmann noch verhalten positiv über den Auftritt seiner Mannschaft geäussert. Doch selbstverständlich war dem neuen Coach des SC Bern klar, dass die Leistung ungenügend gewesen war. Diese Erkenntnis manifestierte sich in der Aufstellung für das Derby gegen die SCL Tigers. Sämtliche Verteidigerpaare und drei von vier Sturmlinien wurden neu formiert. Selbst das unter Vorgänger Kari Jalonen unzertrennliche Duo Mark Arcobello/Simon Moser wurde auseinandergerissen. Zudem verordnete Kossmann seinem Team ein aggressives Powerplay.

Diese Massnahmen zeigten Wirkung: Der Meister vermochte in der Offensive mehr Möglichkeiten zu kreieren als in den vergangenen Wochen, war allerdings hinten auch ziemlich anfällig. So führte er nach dem ersten Drittel durch einen Treffer Inti Pestonis auch deshalb 1:0, weil Nolan Diem den Puck nur an den Pfosten ablenkte und Pascal Berger aus kurzer Distanz die offene Ecke nicht traf und so den Ausgleich verpasste.

Der Treffer der SCL Tigers wurde zu Recht nicht anerkannt

Im Mitteldrittel begannen die Berner stark und erhöhten im Powerplay durch Jan Mursak nach brillanter Vorarbeit von Tristan Scherwey und Pestoni auf 2:0. Anschliessend verpassten es die Gastgeber, für ein beruhigendes Polster zu sorgen. Gegen Spielmitte fanden die Langnauer immer öfter Lücken im SCB-Dispositiv. Zuerst verfehlte Aaron Gagnon das offene Tor, wobei die springende Scheibe schwierig zu kontrollieren war, dann scheiterte Chris DiDomenico mit einem Penalty am starken SCB-Keeper Tomi Karhunen. In der 35. Minute gelang dann Ben Maxwell der Anschlusstreffer nach herrlichem Backhand-Pass von Gagnon dann doch noch. Kurz darauf traf Maxwell auch noch zum vermeintlichen Ausgleich. Doch dieses Tor wurde von den Schiedsrichtern nach ausgiebiger Konsultation der Videoaufnahmen nicht anerkannt. Zu Recht: Julian Schmutz hatte den Puck hinter dem Tor auf Kopfhöhe gespielt.

Der SCB muss bis ganz am Schluss um den Sieg zittern

Noch vor der zweiten Pause erhöhte Pestoni auf 3:1. Ausgerechnet Pestoni! Als Trainer Kossmann die ZSC Lions 2018 zum Titel geführt hatte, musste der Tessiner im Playoff-Final gegen Lugano zuschauen. Kossmann war von der Leistung des Flügels dennoch nicht überrascht. «Er ist ein guter Spieler, in Zürich hatte er einfach seinen Platz nicht gefunden.» Pestoni selber war zufrieden, sagte allerdings, er habe schon besser gespielt, «zum Beispiel gegen den ZSC in Zürich. Doch wichtig sind nicht meine Tore, sondern die drei Punkte.»

Im letzten Drittel zeigte sich einmal mehr, dass der Meister derzeit weit davon entfernt ist, ein Spitzenteam zu sein. Er liess sich von den Gästen arg unter Druck setzen. Das zweite Tor der Emmentaler war typisch für den SCB in der Saison 2019/2020, bei dem sich Unvermögen immer wieder mit Pech vereinigt. Vincent Praplan kickte vom Bullypunkt aus die Scheibe Richtung eigenes Tor und bediente so Chris DiDomenico. Somit begann für die Mehrheit der 17015 Zuschauer zwölf Minuten vor Schluss das grosse Zittern. Doch der Ausgleich fiel nicht, in Bern konnte gejubelt werden.

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