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Biel droht den grössten Trumpf zu verlieren

Sportredaktor Marco Oppliger über die Entwicklungen beim EHC Biel.

Der EHC Biel hat den Anspruch, zu den Top 8 der National League zu gehören. In der Tabelle liegen die Seeländer zwar immer noch im Soll, doch das liegt einzig und allein am ertragreichen Saisonstart. Fakt ist, dass Biel seit ­Wochen in der Krise steckt. Deshalb ist es richtig, haben die Klubverantwortlichen Mike McNamara freigestellt.

Der Kanadier hatte sich vor einem Jahr als Ideallösung erwiesen. Zunächst nur als Interimscoach gedacht, brachte er die Mannschaft wieder auf Kurs und führte sie in die Playoffs. Der Wechsel vom impulsiven Kevin Schläpfer zum ruhigen Taktiker McNamara wirkte befreiend auf die damals völlig verunsicherte Equipe. Doch diese Wirkung ist überraschend rasch verpufft. Letztlich schaffte es auch der 68-Jährige nicht, den Bielern nach einem allzu leicht gefallenen Meisterschaftsstart den Schlendrian auszutreiben. McNamara ist ein profunder Eishockeykenner. Er hat im Bieler Nachwuchs in den letzten Jahren ausgezeichnete Arbeit geleistet, doch Profis sind nicht Junioren. Das Innenleben einer Elitemannschaft ist fragil; der Coach muss ein feines Gespür für die Stimmung in der Garderobe haben, wenn es die Situation bedarf, durchgreifen. Dass diesbezüglich einiges im Argen liegt, offenbarte sich spätestens beim Ausraster Jonas Hillers vor Wochenfrist – er zertrümmerte nach einer weiteren Fehlerorgie seinen Stock während eines Spiels.

McNamaras Absetzung könnte in Biel einen Paradigmenwechsel einläuten. Seit dem Aufstieg 2008 gab es in der Führungsriege sehr wenige Veränderungen. Diese Stabilität ist einer der Hauptgründe, weshalb sich der EHCB von einem Abstiegs- zu einem regelmässigen Playoff-Anwärter entwickeln konnte. Wegen seines Alters hätte McNamara das Team kaum über diese Saison hinaus gecoacht. Doch nun tun die Vereinsverantwortlichen gut daran, wieder ei­ne langfristige Lösung anzustreben. Ansonsten droht ihnen der Verlust des grössten Trumpfs: der Kontinuität.

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