Biel verpasst Vorentscheidung im Strichkampf

Der EHC Biel verpasst es im Heimspiel gegen Genève-Servette, eine Vorentscheidung im Strichkampf zu realisieren. Die Seeländer verlieren die Partie in den letzten Minuten mit 3:6.

Biels Niklas Olausson verlässt blutend das Eis. Für die Bieler war es eine schmerzhafte Niederlage gegen Genf.

Biels Niklas Olausson verlässt blutend das Eis. Für die Bieler war es eine schmerzhafte Niederlage gegen Genf.

(Bild: Keystone Marcel Bieri)

Die Entscheidung zu Gunsten des Spengler-Cup-Siegers fiel nach 51 Minuten und innerhalb von 67 Sekunden. In Unterzahl setzten die Servettiens zum Konter an, den Verteidiger Frédéric Iglesias unkonventionell, aber erfolgreich abschloss. Für Iglesias war es erst das zweite NLA-Tor; vor zwei Jahren hatte er einmal in den Playoffs getroffen. Sein Goal war kein Shorthander, weil Matt Lombardi unmittelbar vor dem Treffer das Eis wieder hatte betreten dürfen. 67 Sekunden später stellten Alexandre Picard (Torschütze) und Lombardi (Assistent) mit einer Traumkombination vor dem 5:3 Servettes Sieg sicher. Den Schlusspunkt setzte Lombardi in der vorletzten Minute mit einem Schuss ins leere Tor.

Die Partie hätte vor den letzten zehn Minuten auf beide Seiten kippen können. Servette verspielte drei Führungen und hinterliess nicht mehr den grandiosen Eindruck des Vorabends, als sie die ZSC Lions mit 6:1 besiegt hatten. Biel kämpfte mit grossen Herzen, agierte aber oftmals zu ungestüm und in einigen Phasen unglücklich. Nur die "Special Teams" spielten bei Biel effizient: Der EHCB erzielte ein Tor in Unterzahl (1:1) und zwei in Überzahl (2:2, 3:3). Den Seeländern fehlte nach dem freitäglichen Strichkampf in Kloten (2:1-Sieg nach Penaltyschiessen) die nötige Kraft. Ausserdem kosteten die drei Aufholjagden während mehr als 16 Minuten ebenfalls noch Kräfte.

Die Partie in Biel brachte noch ein Novum in der Geschichte des Schweizer Profi-Eishockeys. Nachdem jahrelang die Partien mit einem Head-Schiedsrichter und zwei Linienrichtern geleitet worden waren, standen am Samstag während mehr als 38 Minuten erstmals zwei Head-Schiedsrichter und lediglich ein Assistent auf dem Eis. Linienrichter Michael Rohrer wurde in der 22. Minute von einem Puck am Knie getroffen und musste aussteigen. Franco Espinoza, der zweite Linienrichter, war anschliessend der eigentliche und heimliche Schwerarbeiter auf dem Eis.

Biel - Genève-Servette 3:6 (2:2, 1:1, 0:3).

4614 Zuschauer. - SR Kurmann/Wehrli, Espinoza/Rohrer. - Tore: 4. Jeremy Wick (Roland Gerber, Rivera) 0:1. 12. Gaetan Haas (Ausschluss Gossweiler! plus Strafe gegen Servette angezeigt) 1:1. 15. Lombardi (Tom Pyatt, Picard) 1:2. 17. Rossi (Arlbrandt, Niklaus Olausson/Ausschluss Rivera) 2:2. 30. Romy (Kast, Almond/Ausschluss Joggi) 2:3. 35. Rossi (Gaetan Haas, Wellinger/Ausschluss D'Agostini) 3:3. 51. Iglesias (Romy, D'Agostini) 3:4. 52. Picard (Lombardi, Tom Pyatt) 3:5. 59. Lombardi (Picard) 3:6 (ins leere Tor). - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Biel, 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Oliver Kamber; D'Agostini.

Biel: Simon Rytz; Jelovac, Gloor; Fey, Cadonau; Wellinger, Gossweiler; Nicholas Steiner, Jecker; Arlbrandt, Niklaus Olausson, Rossi; Samson, Oliver Kamber, Herburger; Berthon, Gaetan Haas, Spylo; Wetzel, Peter, Joggi.

Genève-Servette: Robert Mayer; Vukovic, Iglesias; Mercier, Eliot Antonietti; Loeffel, Dario Trutmann; D'Agostini, Romy, Almond; Jeremy Wick, Rivera, Roland Gerber; Tom Pyatt, Lombardi, Picard; Rubin, Kast, Jacquemet.

Bemerkungen: Biel ohne Tschantré, Martin Ulmer, Christian Moser, Umicevic, Horansky, Ehrensperger (alle verletzt) und Untersander (krank), Genève-Servette ohne Bays, Marti, Bezina, Ranger, Rod (alle verletzt) und Taylor Pyatt (überzähliger Ausländer). - Pfostenschuss Rossi (1.). - Timeout Biel (59.). - Linienrichter Rohrer verletzt ausgeschieden (22./Knie).

tag/si

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