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Blamable ZSC-Niederlage beim Tabellenletzten

Die ZSC Lions stecken im Tief: Auch gegen Ambri gehen die Zürcher als Verlierer vom Eis. Die Tore bei der 2:3-Niederlage erzielten Monnet und Ulmann. Bern besiegt Servette zum sechsten Mal. Kloten gewinnt in Zug.

Viel Verkehr vor ZSC-Torhüter Lukas Flüeler: Ambris Inti Pestoni (links) und Paolo Duca machen Druck vor dem ZSC-Tor.
Viel Verkehr vor ZSC-Torhüter Lukas Flüeler: Ambris Inti Pestoni (links) und Paolo Duca machen Druck vor dem ZSC-Tor.
Keystone

Ambri besiegte den ZSC 3:2. Bis zur 49. Minuten führten die letztklassierten Tessiner gar mit 3:0. Die Lions sind acht Runden vor dem Ende der Qualifikation an einem neuen Tiefpunkt angelangt. In ihrer aktuellen Verfassung ist nichts mehr ausgeschlossen.

Gegen die Lions treffen derzeit fast alle - sogar Reto Stirnimann, der einst für den ZSC stürmte. Der Allrounder Ambris markierte im 40. Spiel das erste Saisontor. Der U20-Nationalspieler Pestoni erhöhte in der 17. Minute auf 2:0. Und als Verteidiger Gautschi, auch nicht als torgefährlicher Akteur bekannt, das 3:0 markierte, nahm der elfte Sieg Ambris Form an.

ZSC stösst an seine Grenzen

Ausgerechnet gegen die Tessiner Klubs, die beide deutlich unterhalb der Trennlinie klassiert sind, stiess der ZSC an seine Grenzen. Im Verlaufe der mehrheitlich miserablen 120 Minuten wurden die Schwächen der Lions schonungslos aufgedeckt. Gegen Lugano bezogen die Zürcher eine peinliche 0:5-Niederlage, in Ambri liess sich das teure, aber komplett verunsicherte Ensemble sogar vom Tabellenletzten demütigen.

Das Debakel gegen die Luganesi löste offenbar nur Diskussionen ausserhalb des Rinks, aber keine sichtbare Reaktion der Equipe aus. Ohne Emotionen, ohne Ideen und zum Ärger der ZSC-Anhänger auch ohne jeglichen Stolz, sich gegen eine Ausweitung der Krise zu stemmen, verloren die Stadtzürcher in der Valascia nicht «nur» eine weitere wichtige Partie, sondern auch ein weiteres Mal ihr Gesicht.

Bis zur glückhaften Doublette war den Lions nahezu alles misslungen. Erst Monnets 1:3 (49.) löste die Blockade in den letzten Minuten. Und als Ulmann in Überzahl den Puck zum 2:3 abfälschte, kam in der Zone der Südschweizer mehr Hektik auf als in den 52 Minuten zuvor. Der Umschwung gelang gleichwohl nicht. Mit der späten Resultatkosmetik schmälerten die schwachen Zürcher die Blamage keineswegs.

SCB gewinnt auch das sechste Duell

Der SC Bern hat gegen Genève-Servette auch das sechste Duell der beiden letztjährigen Playoff-Finalisten in dieser Saison für sich entschieden. Verteidiger Beat Gerber traf in der 64. Minute zum 3:2-Sieg nach Verlängerung. Die beiden Teams lieferten sich einmal mehr ein ausgeglichenes und umkämpftes Duell. Vom Niveau des letzten Frühlings waren beide Equipen aber weit entfernt. Sowohl Bern als auch Servette konnten nicht verheimlichen, dass sie derzeit (noch?) nicht in Bestform sind.

Lange Zeit konnten sich einzig die beiden Torhüter Marco Bührer und Tobias Stephan auszeichnen - bis Ende des zweiten Drittels, als es plötzlich schnell ging. Brian Pothier und Erc Walsky schossen die Servettiens in der 39. Minute innerhalb von 43 Sekunden 2:0 in Führung, Justin Krueger brachte den SCB mit der Pausensirene und seinem ersten Saisontreffer umgehend wieder heran. Christian Dubé erzielte in der 52. Minute mit seinem 200. NLA-Tor den verdienten Ausgleich für die Berner. Der selbe Dubé hatte in der Verlängerung den Siegtreffer auf dem Stock, als er solo auf Stephan losziehen konnte. Er verpasste aber die Entscheidung - im Gegensatz zu Gerber kurz darauf.

Kloten Flyers hoch überlegen

Die Kloten Flyers demonstrierten ihre Klasse auch in Zug. Hollenstein führte den hoch überlegenen Leader gegen den EVZ mit drei Treffern zum 7:2. Der siebte Erfolg in Serie stand in der ausverkauften Halle nie zur Debatte. Zugs Defensive war ausnahmslos überfordert.

Eine Sequenz der Partie stand wie keine zweite für den Zuger Zusammenbruch. Nach dem 0:5 kurz vor Spielmitte kam der EVZ nach dem kollektiven Blackout wegen einer Eisreinigung zu einem "Timeout". Nur schwieg Zugs Doug Shedden während der gesamten Unterbrechung. Innerlich bebte der "feurige" Kanadier vermutlich, aber er deckte seine Equipe nicht mit Kritik ein, sondern zwang sie quasi öffentlich zur Selbstanalyse.

Sheddens Distanz zur eigenen Mannschaft hatte Gründe. Innerhalb von desolaten acht Minuten manövrierte sich Zug ins Abseits. Kloten, auf jedem Quadratzentimeter der Eisfläche besser und smarter, hatte den EVZ im zweiten Drittel vorgeführt und nach allen Regeln der Hockey-Kunst gedemütigt. Auf dem Weg zum ersten seiner drei Tore trickste Denis Hollenstein die Abwehr der Gastgeber wunderbar aus.

Das Solo des Abends hinterliess tiefe Furchen. 102 Sekunden später erhöhte Matthias Bieber, auch er mit einer Doublette und mittlerweile bei 18 Saisontoren angelangt, im Powerplay auf 3:0. Eine Reaktion blieb in der entscheidenden Phase aus. Stattdessen verschärfte sich die Lage im Eiltempo weiter - Santala und Hollenstein, der überragende Stürmer der Flyers, trafen.

Erst mit der Blamage vor Augen beteiligten sich auch die EVZ-Professionals vorübergehend wieder aktiv am Geschehen. Zupass kam ihnen dabei der Doppel-Schlag von Rüfenacht und Holden. Und das Glück der Zentralschweizer war, dass die beiden Referees einen üblen Stockschlag ihres Keepers Markkanen (gegen Steiner) übersahen; mit einem juristischen Nachspiel ist zu rechnen.

si/pbe

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