Christoph Bertschy Comeback mit Wirkung

Erstmals seit dem Cupfinal ist Christoph Bertschy wieder zum Einsatz gekommen. «Das war ein riesiges Plus für uns», sagte SCB-Coach Guy Boucher.

Die Szene täuscht: Christoph Bertschy war oft obenauf.

Die Szene täuscht: Christoph Bertschy war oft obenauf.

(Bild: Andreas Blatter)

Adrian Ruch

Verunsichert oder gar ängstlich wirkte Christoph Bertschy im ersten Spiel nach seiner vierwöchigen Wettkampfpause nicht. Schon in der 10. Minute checkte er Ralph Stalder resolut in die Bande. «Ich fühlte mich erstaunlich gut», sollte er am Ende selber sagen. Der 20-Jährige hatte sich am 11. Februar im Cupfinal gegen Kloten an der Hüfte verletzt und SCB-Cheftrainer Guy Boucher deshalb befürchtet, er müsse bis Saisonende auf den Flügel verzichten. Letztlich musste Bertschy 10 Partien aussetzen – einen Match mehr als Lausanne-Stürmer Paul Savary, der am Dienstag ebenfalls sein Comeback gab.

Die beiden Rückkehrer spielten im Mitteldrittel Hauptrollen: In der 30. Minute scheiterte Savary in bester Position an SCB-Goalie Marco Bührer und verpasste so den Ausgleich. Kurz darauf kam Bertschy innert weniger Sekunden zu zwei Topchancen. Zuerst scheiterte er mit einem Dribbling an Lausanne-Keeper Cristobal Huet, dann zischte der Puck nach einem Direktschuss knapp über die Latte. Kurz vor Schluss vergab er bei einem Konter eine weitere gute Möglichkeit. Darauf angesprochen, verdrehte Bertschy, der insgesamt 16 Mal aufs Eis beordert worden war, die Augen, sagte dann aber achselzuckend: «Wenn die Scheibe nicht rein will, will sie nicht rein.» Wenn die eigene Mannschaft souverän gewonnen hat, lässt es sich verkraften, selber nicht unter den Torschützen zu figurieren.

Der Coach singt ein Loblied

Trotz dem Defizit beim Abschluss war Bertschy durchaus ein Faktor. Der schnelle, dribbelstarke Flügel, der vom NHL-Team Minnesota Wild gedraftet worden ist, war in der Linie mit Ryan Gardner und Marc Reichert ein belebendes Element. «Wir spielten erstmals zusammen, doch es klappte gut. Die beiden verteilten die Scheibe ausgezeichnet, und ich konnte sie mit meiner Geschwindigkeit vorne oft ausgraben», erzählte er. Bertschy stand bei beiden Powerplay-Toren des SCB auf dem Eis. Beim 1:0 liess er sich einen Assistpunkt gutschreiben, vor dem 3:0 ermöglichte er die Überzahl, war er doch gefoult worden. «Wir haben nicht wegen mir gewonnen; die ganze Mannschaft zeigte gutes Eishockey», meinte der Freiburger in Berner Diensten bescheiden.

Boucher bezeichnete die Rückkehr Bertschys als «riesiges Plus». Einen Schweizer Topspieler können man im Gegensatz zu einem Ausländer nicht ersetzen. Und dann stimmte der kanadische SCB-Cheftrainer ein Loblied auf den 20-Jährigen an: «Bertschy ist mit seinen Fähigkeiten, mit seinem Speed, mit seiner Intensität und mit seiner Kreativität ein gigantischer Teil unseres Teams.» Am Ende sagte Boucher noch, es sei nur eine Frage der Zeit, bis Bertschy wieder ein Tor gelingen werde.

Berner Zeitung

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