«Das müssen wir jetzt unbedingt abstellen»

War die Niederlage in Lausanne für den favorisierten EV Zug nur ein Betriebsunfall oder vielleicht doch mehr?

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Es könnte eigentlich schon losgehen mit Spiel 3 des Halbfinals, 33 Stunden vor Spielbeginn. Auf jedem Platz in der Bossard-Arena liegt ein kleiner Karton, der vor dem Spiel zu einer grossen Choreographie beitragen soll, ähnlich wie vor dem 3:1-Auftaktsieg am Dienstag. Eine Mutter und ihr kleiner Junge vertreiben sich die Zeit, bis die Spieler ihre Einheit aufnehmen, ansonsten ist die Halle leer.

Everbergs Präsenz fehlte

Es dauerte eine Weile, bis sich die Garderobe öffnete, denn es gab Erklärungsbedarf hinter verschlossenen Türen. Erstmals in diesem Playoff hatte Zug eklatante Schwächen gezeigt, zwar nur ein Drittel lang, das reichte aber für vier Gegentore. Alle vier Tore fielen aus naher Distanz, eines kurios, eines glücklich, an der Tatsache änderte dies aber nichts: Lausanne wollte den Sieg am Donnerstag stärker und war bereit, den Preis vor dem Tor zu bezahlen. Einer, der hier Gegensteuer geben könnte, ist Dennis Everberg: Der zweifache schwedische Weltmeister trainierte gestern immerhin im roten Leibchen mit, auf seine Rückkehr und die physische Präsenz hoffen die Zuger sehr.

Solche defensiven Aussetzer hat Zug nur ganz selten. Vier Tore in einem Abschnitt hatten sie zuletzt am 22. Februar kassiert, kurz vor Ende der Qualifikation, in einer Meisterschaftsphase, als es für den EVZ um gar nichts ging. 2:5 ging damals die Partie verloren, in ... Lausanne. Der Duplizität der Ereignisse nicht genug: Auch damals hatten der ex-Klotener Robin Leone und der letztjährige ZSC-Meisterschütze Ronalds Kenins die ersten beiden Tore des Abschnitts erzielt.

Die kleinen Strafen reduzieren

Natürlich war jedem im EVZ-Umfeld klar, dass man nicht ohne Rückschlag durch das Playoff hindurch spazieren würde. Will man aber eine zweite unliebsame Überraschung vermeiden, ist am Samstag eine Steigerung vonnöten. In erster Linie im Defensivbereich. Grössere Entschlossenheit ist gefragt, dabei müssen allerdings dumme Strafen vermieden werden. Achtmal sassen Zuger am Donnerstag in der Kühlbox und auch wenn bei Lausanne die ordnende Hand von Spielmacher Dustin Jeffrey schmerzlich vermisst wurde, resultierten daraus zwei Treffer. So auch das entscheidende Tor von Joel Genazzi in der 12. Minute der Verlängerung.

«Das Problem hatten wir schon in der ganzen Qualifikation, und jetzt müssen wir das unbedingt abstellen», fordert Trainer Dan Tangnes. In der Strafenstatistik liegt sein Team im Playoff auf Platz 3, in der Qualifikation war es sogar Rang 2 gewesen. Der Minutendurchschnitt hat sich in der «post season» von 13,5 auf 18 erhöht. Auffallend, die vielen kleinen Stockvergehen. Dise entstehen zu einem grossen Teil, weil beim aggressiven Forechecking, das der EVZ betreibt, das Timing nicht hundertprozentig stimmt. «Wir müssen unsere Stöcke unter Kontrolle haben», weiss Verteidiger Dominik Schlumpf. Wie es auch geht, hatte Zug am Dienstag vorgemacht: Damals wurde nur eine Strafe gegen die Zentralschweizer ausgesprochen.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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