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Kossmann-Debüt missrät - SCB im Sturzflug

Beim Einstand von Cheftrainer Hans Kossmann unterliegt der SC Bern Ambri-Piotta 0:3.

Das 1:0 für Ambri-Piotta: Giacomo Dal Pian trifft auf Vorarbeit von Dominic Zwerger.Foto: Keystone
Das 1:0 für Ambri-Piotta: Giacomo Dal Pian trifft auf Vorarbeit von Dominic Zwerger.Foto: Keystone

Wenn in der Valascia «La Montanara» erklingt, bedeutet das für den Gegner nichts Gutes. So ist es auch diesmal. Auf der Stehrampe wird inbrünstig gesungen, und die Spieler des SC Bern stehen nach der Schlusssirene wie begossene Pudel auf der blauen Linie. 0:3 haben sie gegen Ambri-Piotta verloren, und das beim Einstand von Hans Kossmann als Cheftrainer.

Das soll kein Vorwurf sein. Der Kanada-Schweizer ist nicht Harry Potter, er kann nicht zaubern. Und die Verunsicherung sitzt tief in den Seelen der Mutzen. Kossmann wirkt nach der Niederlage gefasst. «Ich muss Ambri Kredit geben», sagt er.

Wie würde der SCB mit Kossmann an der Bande spielen? Das war die grosse Frage, die sich drei Tage nach der Freistellung Kari Jalonens und im Vorfeld des Gastspiels im Tessin stellte. Auf dem Papier gab es keine Änderungen, wenn man davon absieht, dass Yanik Burren nach seiner Hirnerschütterung wieder mittun konnte. Kossmann formierte exakt die gleichen Sturmlinien und Verteidigerpaare wie sein finnischer Vorgänger am vergangenen Sonntag in Davos. Nur die Powerplay-Blöcke wurden geringfügig angepasst.

Auf dem Eis glänzten die Berner mit hoher Laufbereitschaft, mehrmals verhinderte ein Stürmer mit einem Sprint einen unerlaubten Befreiungsschlag und damit ein Bully vor dem eigenen Tor. Zudem war das Bestreben ersichtlich, die Scheibe kompromisslos aus der eigenen Zone zu befördern. Dies war freilich dem Spielaufbau abträglich. Selten kamen zwei Pässe in Folge an, deshalb hatte der SCB noch mehr Mühe als in den vergangenen Wochen, sich gute Abschlusspositionen zu erarbeiten.

Schwaches Powerplay

Weil die Gastgeber nicht für hohe Eishockeykunst bekannt sind und vorwiegend mit der Brechstange operieren, entwickelte sich zwischen den Tabellennachbarn ein Duell, das von viel Leidenschaft, aber wenig Klasse geprägt war. Die nicht allzu zahlreichen Chancen entsprangen meistens keinen Kombinationen, sondern dem Zufall. Oft verhielt sich der Puck auf dem Eis wie eine Kugel im Flipperkasten.

Eine grosse Schwäche ist bei den Mutzen seit dem Jahreswechsel das Powerplay. Kossmann stellte die Blöcke etwas anders zusammen und forderte seine Akteure auf, viel zu schiessen. Doch es wurde nicht besser. Letztlich war ausgerechnet ein 4-Minuten-Ausschluss gegen Noele Trisconi der Anfang vom Berner Ende.

Der Slowene Jan Mursak vertändelte die Scheibe, worauf Ambri in die Berner Zone vordringen konnte. Nach einem Missverständnis mit Goalie Tomi Karhunen musste Eric Blum foulen. Und bei vier gegen vier liefen die Mutzen in einen Konter, den Giacomo Dal Pian nach Doppelpass mit Dominic Zwerger zum 1:0 nutzte.

Zu keiner Reaktion fähig

Im Schlussdrittel war der Meister nicht mehr zu einer Reaktion fähig, im Gegenteil: Elias Bianchi erhöhte etwas glückhaft auf 2:0, worauf die Gäste definitiv von der Rolle gerieten. D’Agostini sorgte in Überzahl mit dem 3:0 schon relativ früh für die Entscheidung.

Kossmann ist am Ende bestrebt, das Positive hervorzuheben. Seine Spieler hätten die geforderte Energie aufs Eis gebracht, hält er fest. Bern ist nun auch noch hinter Ambri zurückgefallen – auf Platz 11. Weil Lugano und Langnau gewonnen haben, hat sich die Lage dramatisch verschlechtert. «Für Ambri war es ein Spiel der letzten Chance, wir hingegen müssen am Samstag unbedingt gewinnen», sagt Kossmann. In der Tat: Verliert der SCB das Derby gegen die SCL Tigers, ist der Strich nur noch mit dem Feldstecher zu erkennen.

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