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Die Brüder als Spiegelbild des Teams

Der SC Bern empfängt am Freitag Ambri und spielt am Samstag in Biel. Für das Team gilt dasselbe wie für Alain und Pascal Berger: Vieles ist gut, noch fehlt es aber an Konstanz.

Familienjubel: Alain und Pascal Berger (von links) spielten in der Vorsaison ab und zu in derselben Linie (siehe Bild). Nun hat Trainer Guy Boucher das Brüderpaar erneut vereint.
Familienjubel: Alain und Pascal Berger (von links) spielten in der Vorsaison ab und zu in derselben Linie (siehe Bild). Nun hat Trainer Guy Boucher das Brüderpaar erneut vereint.
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Die Frage nach dem Formstand wird auf ähnliche Weise beantwortet. «Einige Dinge sind gut, aber noch fehlt mir die Konstanz – wie das auch bei vielen Mitspielern der Fall ist», sagt Alain Berger. Und Pascal Berger meint: «Mir läuft es im Prinzip ähnlich wie dem ganzen Team: Es ist ein Auf und Ab.»

Die Berger-Brüder sind Mitte Oktober 2014 also gewissermassen das Spiegelbild des SC Bern. Nach einer schwierigen letzten Spielzeit starteten sie mit viel Motivation und dem Willen zur Wiedergutmachung in die Saison. Ihre Leistungen sind gewiss nicht schlecht, zuweilen sogar gut bis sehr gut – was fehlt, ist die Konstanz. «Wir brauchen Zeit», sagt Alain, mit 23 Jahren der Jüngere des Brüderpaars, «noch gelingt es uns als Team zu selten, über 60 Minuten fokussiert zu sein.»

An der Physis mangle es nicht, «solche Dinge laufen im Kopf ab». Der 2 Jahre ältere Pascal Berger ergänzt: «Wir müssen auch lernen, mit einem Vorsprung cleverer umzugehen. Oft setzen wir gegen Ende einer Partie nicht mehr um, was wir uns vorgenommen haben.»

Drei Partien, zwei Kontertore

Seit Alain Berger im Verlauf der Saison 2012/2013 aus Nordamerika zurückgekehrt ist, ist das Brüderpaar in der ersten SCB-Mannschaft vereint. Doch schon nur des Spielstils wegen gilt es die Bergers differenziert zu betrachten: Alain ist 193 Zentimeter gross, «er soll Energie ins Spiel bringen und Raum für die Mitspieler schaffen», sagt Sportchef Sven Leuenberger. «Diese Vorgaben setzt er bisher gut um.» Der 23-Jährige wird von Trainer Guy Boucher mittlerweile im Boxplay eingesetzt, er hat zudem in den letzten drei Partien zwei Kontertore erzielt.

Der Torjubel ist gewiss kein treuer Begleiter des Flügels; in den letzten zwei Spielzeiten hat er kaum gepunktet. Natürlich ist das Skoren nicht Bergers Kernkompetenz, dennoch wird ihm ein überdurchschnittlich guter Handgelenkschuss attestiert. Diesen zeigte er etwa in der entscheidenden Finalpartie 2013 gegen Gottéron. «Alain fehlt noch die Ruhe am Puck, daran muss er arbeiten», sagt der Sportchef. Berger ortet in jederlei Hinsicht Steigerungspotenzial: «Jeder kann sich verbessern. Aber die Tore sind natürlich gut fürs Selbstvertrauen.»

Die Burgdorfer Linie

Am Dienstag trat der SCB in Freiburg mit einer Burgdorfer Linie an, sowohl Marc Reichert als auch die Berger-Brüder hatten einst in der Emmestadt im Nachwuchs gespielt. «Wir verstehen uns bestens, auf und neben dem Eis, das hilft», sagt Alain Berger. Er hat zwar bereits unter Trainer Antti Törmänen zuweilen mit dem Bruder in einer Linie agiert, Usus ist dies aber nicht. Pascal wird häufig in den Skorerformationen eingesetzt. 2011/2012 glückte ihm an der Seite Byron Ritchies und Jean-Pierre Dumonts mit 22 Toren der Ausreisser nach oben.

Trainer Guy Boucher ist überzeugt, dass in Berger «immer viele Tore stecken, weil er ein smarter Spieler ist». Er müsse aber noch mehr Chancen erzwingen, häufiger den Abschluss suchen. Um etwas Druck vom Stürmer zu nehmen, habe er diesen in eine Checker-Linie gestellt. «Viele denken, man müsse einen Spieler in eine Skorerlinie stellen, damit er treffe. Ich sehe das anders. In einer hinteren Linie lastet der Druck des Toreschiessens weniger stark auf den Schultern.

Und die Jungs haben in Freiburg toll gespielt.» Tatsächlich gelangen der Formation zwei der vier Treffer. Pascal Berger, zweifacher Saisontorschütze, sagt: «Mein Spiel ist immer dasselbe, egal in welcher Linie.» Der 25-Jährige zählt seit 8 Jahren zur ersten Mannschaft; er kennt die Mechanismen in Bern, lässt sich nicht gleich verrückt machen, wenn die Resultate ausbleiben. Wie pflegt Pascal Berger jeweils zu sagen: «Hier herrscht nie Ruhe.»

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