Der SCB hat die Kurve noch gekriegt

Der SC Bern hat auch die fünfte Partie im Rahmen der Champions League gewonnen. Der Erfolg nach Penaltyschiessen gegen Salzburg reicht noch nicht zum Gruppensieg.

Der Ausgleich: SCB-Slowene Jan Mursak nutzt seine x-te Chance zum 1:1.

Der Ausgleich: SCB-Slowene Jan Mursak nutzt seine x-te Chance zum 1:1. Bild: Urs Lindt (Freshfocus)

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Nach 60 Minuten steht es zwischen dem SC Bern und Red Bull Salzburg 1:1. In der Overtime gibt es, wie bei nur sechs Feldspielern auf dem Eis üblich, viele Chancen, aber keine weiteren Tore. Also kommen die Zuschauer in der Postfinance-Arena noch in den Genuss eines Penaltyschiessens.

Haas nutzt zweite Chance

Als Erster nimmt Gaëtan Haas Anlauf, doch der Puck verspringt dem Mittelstürmer weit vor dem Tor. Nach zehn Penaltys ist die Entscheidung immer noch nicht gefallen, einzig Alexander Rauchenwald und Jan Mursak haben getroffen. Selbst das Penaltyschiessen geht also in die Verlängerung. Nachdem SCB-Goalie Leonardo Genoni gegen Thomas Raffl pariert hat, nimmt ausgerechnet Haas noch einmal Anlauf.

Diesmal bleibt die Scheibe auf der Schaufel, Haas versetzt Stephen Michalek und sichert dem SCB den 2:1-Sieg. «Nach meinem ersten Versuch hoffte ich, dass wir trotzdem gewinnen würden, damit ich nicht die ganze Nacht an diesen Penalty würde denken müssen», sagt Haas und äussert Dankbarkeit, dass ihm Kari Jalonen eine zweite Chance gab. Der Treffer war für den 26-jährigen Filigrantechniker auch deshalb wichtig, weil er im WM-Final verschossen hatte. «Diesen Penalty hatte ich immer noch im Kopf, daher tut mir das Erfolgserlebnis gut.»

Die Champions Hockey League, das betont er immer wieder, ist SCB-Cheftrainer Jalonen durchaus wichtig. Seine Mannschaft hatte sich mit je zwei Siegen gegen Cardiff sowie den schwedischen Meister Växjö denn auch frühzeitig für die Achtelfinals qualifiziert.

Spät den Schalter umgelegt

Am Mittwoch machte Red Bull Salzburg in Bern seine Aufwartung. Der österreichische Meister hatte in der CHL mit drei Siegen in vier Partien ebenfalls geglänzt, war mit vier Niederlagen aber miserabel in die Meisterschaft gestartet. Die Salzburger sind Teil der EBEL, einer länderübergreifenden Liga mit Teams aus Italien, Kroatien, Österreich, Tschechien und Ungarn. Immerhin hatte der Mitfavorit zuletzt mit drei Erfolgen in Serie in der Tabelle wieder etwas Boden gutgemacht. Der seit 2000 vom Getränkehersteller unterstützte Club kann gleich auf neun Ausländer zählen.

Anfänglich agierten die SCB-Spieler nicht wie in einem Ernstkampf, sondern als ob sie ein Testspiel bestreiten würden. Sie scheuten Körperkontakt, agierten unkonzentriert, unpräzis, uninspiriert. Red-Bull-Keeper Michalek musste im ersten Drittel nur viermal eingreifen. Die Besucher waren aktiver, aber nicht unbedingt gefährlicher. Was die beiden Teams in den ersten 20 Minuten boten, war jedenfalls keine Werbung für den europäischen Wettbewerb: keine Tore, keine Checks, keine Emotionen.

Nach dem Seitenwechsel steigerten die SCB-Akteure das Engagement etwas, allerdings noch nicht bis auf Meisterschaftsniveau. Dank der Tempoverschärfung übernahmen die Berner die Spielkontrolle und kreierten etliche gute Chancen. Merkwürdigerweise liessen die Mutzen, bei denen der in der National League gesperrte Gregory Sciaroni zu einer Einsatzgelegenheit kam, gegen Ende des zweiten Drittels nach. So war es nicht überraschend, als Harris Brant die Besucher kurz vor der zweiten Sirene in Führung brachte.

Das weckte das Ehrgefühl der Berner, jedenfalls erhöhten sie mit zunehmender Spieldauer die Intensität, plötzlich wurde auch der Körper eingesetzt. Jalonen formierte mit Andrew Ebbett und den beiden Aktivposten Mursak und Tristan Scherwey eine neue Sturmlinie, die in der Folge für Druck sorgte. Es war kein Zufall, gelang Mursak in der 53. Minute der Ausgleich. Der fünfte SCB-Erfolg im fünften CHL-Match reicht aber noch nicht zum Gruppensieg. Dazu bedarf es nächste Woche noch einen Punktgewinn in Salzburg. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.10.2018, 07:11 Uhr

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