Die Mentalität auf dem Prüfstand

Halbfinal oder Ferien? Am Samstagabend (20.15 Uhr, Postfinance-Arena) fällt in der Viertelfinalserie zwischen Bern und Lausanne die Entscheidung.

Aufsässiger Gegner: Der SC Bern (im Bild: Tristan Scherwey) versucht heute das Lausanner Bollwerk ein viertes Mal zu knacken.

Aufsässiger Gegner: Der SC Bern (im Bild: Tristan Scherwey) versucht heute das Lausanner Bollwerk ein viertes Mal zu knacken.

(Bild: Andreas Blatter)

Reto Kirchhofer@rek_81

Es ist längst erwiesen: Siebte Playoff-Spiele führen zu Einsilbigkeit. Vor derlei Alles-oder-nichts-Partien fallen die Aussagen der Beteiligten für gewöhnlich nicht nur kurz aus, sie ähneln sich auch über die Jahre hinweg. Details würden entscheiden; auf die Disziplin sei ein besonderes Augenmerk zu richten; wer weniger Fehler begehe, werde gewinnen – und solche Begegnungen seien der Grund, weshalb man Eishockey spiele.

Gewiss, was sollen sie auch anderes sagen? Schliesslich zählen in einem siebten Playoffspiel nicht Worte, sondern Taten. David Jobin weiss dies zur Genüge. Er war bei sieben von bisher acht «Belle»-Auftritten der Berner dabei. «Diese Erfahrung nützt für das Spiel gegen Lausanne nicht viel. Es ist eine andere Situation, ein anderer Gegner», sagt Jobin. «Für den Sieg braucht es den besten SCB in dieser Serie.»

Scherwey: «Ich liebe ihn!»

Vor dem Showdown ging es gestern in der Postfinance-Arena gemächlich zu und her. Den Spielfeldprotest vom Donnerstagabend zogen die Berner zurück. Sie konnten anhand der Videoaufzeichnung nicht nachweisen, ob die Referees bei der Strafe gegen Martin Plüss einen regeltechnischen Fehler begangen hatten. Ausser den Überzähligen und Angeschlagenen war kein Spieler auf dem Eis. Ob Flügel Christoph Bertschy heute in der letzten Viertelfinalbegegnung wieder mittun kann, ist fraglich.

Doch ob mit oder ohne Bertschy: Ab 20.15 Uhr bietet sich den SCB-Akteuren die Gelegenheit, zu zeigen, dass in der Mannschaft tatsächlich so viel Siegermentalität, Leadership und Charakter steckt, wie Trainer Guy Boucher in der ersten Saisonphase gebetsmühlenartig erwähnt hat. Bei manch designierter Führungskraft existiert viel Luft nach oben. Noch haben die SCB-Spieler mindestens 60 Minuten Zeit, ihrem Status gerecht zu werden. Tristan Scherwey gibt schon mal wohltuend mehrsilbig die Denkweise vor: «Es gibt Spieler, die vor solch einer wichtigen Begegnung versuchen, dem Druck zu entfliehen. Andere lieben ihn. Ich liebe ihn!»

thunertagblatt.ch/Newsnetz berichtet ab 20.25 Uhr live vom Spiel SCB – HC Lausanne.

Berner Zeitung

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