Die Partie auf der Strafbank verloren

Der SC Bern verpasst eine grosse Chance: Trotz 1:0-Führung sind die Berner dem HC Lausanne 1:2 unterlegen. Am Samstag kommt es in der Postfinance-Arena zum Showdown.

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Adrian Ruch

Zwei Sekunden vor Schluss nahm Guy Boucher, der Coach des SC Bern, noch sein Timeout. Doch das letzte Bully ging verloren, der Ausgleich gelang nicht mehr. Der HC Lausanne feierte in der ausverkauften Patinoire de Malley einen 2:1-Sieg und glich damit die Viertelfinalserie aus.

Auch im sechsten Playoff-Vergleich zwischen Lausanne und dem SCB agierten die beiden Mannschaften lange äusserst diszipliniert. Die Räume wurden eng gemacht, die Goalies hervorragend abgeschirmt. Die Suche nach der Lücke im gegnerischen Abwehrdispositiv war ähnlich schwierig wie jene nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Als Erster wurde Pascal Berger fündig.

Der Burgdorfer bezwang in der 39. Minute Cristobal Huet, als eine Strafe gegen Larri Leeger gerade abgelaufen war. Nach einem Schuss Philippe Furrers kam der Puck von der Bande zurück, Berger fand daher ein halbleeres Tor vor. Es war der neunte SCB-Treffer in dieser Serie, zum dritten Mal musste sich Huet nach einem Bandenabpraller geschlagen geben.

Bully mit Folgen

Lausanne-Coach Heinz Ehlers hatte im Vorfeld der Partie versucht, die Schiedsrichter zu beeinflussen, indem er behauptete, die Berner seien in der Serie bevorzugt worden. Trotzdem sprachen die Unparteiischen die ersten drei Strafen gegen die Gastgeber aus. Obwohl der SCB im Powerplay alles andere als überzeugte, nutzte er die dritte Gelegenheit zum Führungstor.

Eine Szene gegen Ende des zweiten Drittels veränderte dann den Charakter des Matchs, den die Berner zuvor kontrolliert hatten, entscheidend: Beim Bully hob Alain Miéville den Stock aggressiv auf Helmhöhe an, Martin Plüss tat wohl als Schutzmechanismus reflexartig dasselbe und traf den Gegenspieler am Kopf. Eine Strafe wurde allerdings erst nach der Sirene ausgesprochen, als ein Linesman auf das Foul aufmerksam gemacht hatte. Weil Miéville blutete, musste Plüss zu Beginn des Schlussabschnitts gleich vier Minuten draussen sitzen.

Der SCB legte gegen dieses Verdikt einen Spielfeldprotest ein, den er heute bestätigen müsste. Doch auch wenn er das täte, wären die Erfolgsaussichten äusserst schlecht. Kurz vor Plüss’ Rückkehr aufs Eis misslang Beat Gerber ein Befreiungsschlag, und die dritte Strafe war aus Berner Sicht eine zu viel: Yannick Herren gelang das 1:1.

Ritchies Unbeherrschtheit

Danach leistete sich Byron Ritchie eine Unbeherrschtheit. Wieder befand sich der SCB in Unterzahl, wieder erzielte Lausanne einen Treffer. Offiziell wurde Harri Pesonen als Torschütze angegeben, doch wahrscheinlich hatte Etienne Froidevaux, Berner in Waadtländer Diensten, den Puck noch abgelenkt. Der SCB spielte in den ersten acht Minuten des Schlussdrittels fast permanent mit einem Mann weniger, und kurz darauf beging Plüss noch ein weiteres Foul. Auf der Strafbank lassen sich Partien nicht gewinnen. So verlor der SCB einen Match, den er während 40 Minuten erstaunlich gut im Griff gehabt hatte.

Halbfinal oder Saisonende

Sollte das Team Bouchers den Halbfinal doch noch erreichen, würde es entweder auf den EHC Biel oder den HC Davos treffen. Doch auf die Berner wartet gegen die aufsässigen Lausanner morgen Abend noch einmal ein hartes Stück Arbeit. Und der Druck wird immens sein, denn die Ausgangslage ist klar: Halbfinal oder Saisonende.

Berner Zeitung

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