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Drei Anläufe für eine Medaille

Vor 2018 erreichte die Schweizer Nationalmannschaft dreimal den WM-Halbfinal. Nur einmal endete der Höhenflug mit einem Happy End.

Historischer Erfolg: Die Schweiz schafft an der A-WM 2013 den Finaleinzug. (18. Mai 2013 )
Historischer Erfolg: Die Schweiz schafft an der A-WM 2013 den Finaleinzug. (18. Mai 2013 )
Jacques Boissinot, Keystone
US-Goalie John Gibson wird im Halbfinal von Stockholm von den Schweizern bezwungen.
US-Goalie John Gibson wird im Halbfinal von Stockholm von den Schweizern bezwungen.
Jacques Boissinot, Keystone
Das ungewöhnlichste Coaching-Duo der Schweiz führt das Nationalteam in die Halbfinals von Prag: John Slettvoll und Bill Gilligan (v.). Ein Jahr später folgt die Ernüchterung in München: Die Schweiz steigt mit dem gleichen Trainerduo in die B-Gruppe ab.
Das ungewöhnlichste Coaching-Duo der Schweiz führt das Nationalteam in die Halbfinals von Prag: John Slettvoll und Bill Gilligan (v.). Ein Jahr später folgt die Ernüchterung in München: Die Schweiz steigt mit dem gleichen Trainerduo in die B-Gruppe ab.
Arno Balzarini, Keystone
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Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft steigt am Samstag gegen Kanada zum vierten Mal in die WM-Medaillenspiele. Ein Rückblick auf die bisherigen Halbfinals und den Turnierausgang.

1992: Das wertvollste Ergebnis seit vier Jahrzehnten

So nah war das Schweizer Team 1992 einer Medaille und doch so weit entfernt. Sowohl im Halbfinal gegen Schweden (1:4) wie im Bronzespiel gegen die Tschechoslowakei (2:5) blieben die Schweizer ohne reelle Siegeschance.

Das Soll hatte das Team des ungleichsten Schweizer Trainerduos überhaupt – John Slettvoll und Bill Gilligan – spätestens mit dem Viertelfinalsieg gegen Deutschland (3:1) mehr als erfüllt. Der Halbfinaleinzug allein war der grösste Schweizer Erfolg seit vier Jahrzehnten und dass danach die Batterien leer waren, wurde den Schweizern schnell verziehen. Schon in der Vorrunde hatten die Schweizer den Grossmächten Russland und Kanada Unentschieden abgetrotzt.

1998: Das unvollendete Sommermärchen

Vor 20 Jahren war es in Zürich und Basel nicht nur meteorologisch ein heisser Frühsommer. Die Schweizer entfachten eine regelrechte Eishockey-Euphorie, der dann mit drei Ohrfeigen ein abruptes Ende bereitet wurde. Zuerst zerstörten die Schweden um die Superstars Tommy Salo, Peter Forsberg und Mats Sundin im Hallenstadion die Finalträume mit grösstmöglicher Deutlichkeit (7:2 und 4:1), im Bronzespiel gegen Tschechien resultierte ein 0:4.

Ralph Krueger und seine Spieler wurden dennoch zu Helden, es sollte 15 Jahre lang das beste Resultat einer Schweizer Auswahl bleiben. Platz 4 resultierte damals mit einem Minimum an Erfolgsresultaten. Je ein Sieg in der Vorrunde (gegen Frankreich) und der Zwischenrunde (Russland) sowie ein Unentschieden gegen die Slowakei reichten zum Erreichen des Halbfinals.

In der Gruppenphase trugen die Hockeygötter Rot-Weiss. Besonders im letzten Vorrundenspiel, als es gegen Frankreich drei Minuten vor Schluss 3:1 stand. Die Schweiz brauchte ein weiteres Tor, um der Abstiegsrunde zu entrinnen, prompt traf Marcel Jenni per Backhand. Nun waren die Franzosen Letzte und ersetzten – zur Verblüffung der 8900 Fans im Hallenstadion – ihren Goalie durch einen sechsten Feldspieler. 14 Sekunden vor Spielende traf dann wiederum Jenni, und die Schweiz war aufgrund des besseren Torverhältnisses Gruppenzweite. Den Halbfinal erreichten sie später wiederum bei Punktgleichheit, diesmal wegen der gewonnenen Direktbegegnung gegen die «Sbornaja». Zu den Torschützen beim 4:2 gegen die Russen zählte auch der heutige Nationaltrainer Patrick Fischer, der mit Michel Zeiter und Claudio Micheli stürmte.

2013: Die Krönung des Steigerungslaufs

Die Zuschauer in Stockholm rieben sich verwundert die Augen. Nicht die erfolgsgewohnten und physisch starken US-Amerikaner gaben in diesem Halbfinal den Takt an, sondern die «kleinen» Schweizer, und zwar in jeder Beziehung. Die Überlegenheit im Startdrittel fand noch keinen resultatmässigen Niederschlag (0:0), anschliessend lenkten aber Nino Niederreiter und Julian Walker die Partie in die gewünschten Bahnen. Reto Suri vollendete dann mit einem Empty Netter zum 3:0 und damit war eine der grössten Überraschungen der Neuzeit Tatsache.

Allerdings hatte das Team von Sean Simpson, als dessen Assistenten Colin Muller und Fischer fungierten, im Turnierverlauf ein Ausrufezeichen nach dem anderen gesetzt und waren deshalb alles andere als Aussenseiter. Der Halbfinaltriumph war der neunte Sieg im neunten Spiel. Es brauchte im Final schon das Starensemble des Gastgebers, rund um die Sedin-Zwillinge, um die Sensation zu verhindern.

5:1 siegte Schweden am Schluss, Roman Josi hatte die Schweiz noch in Führung geschossen. Der Berner Verteidiger war absolut überragend und wurde folgerichtig zum MVP des Turniers gewählt. Er war einer von fünf Schweizern, die auch morgen wieder im WM-Halbfinal stehen, die anderen sind Reto Berra, Simon Moser, Raphael Diaz und Niederreiter.

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