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Eine Ära neigt sich dem Ende zu

Am Samstag Abend startet in Olten die Abschiedstournee von Langenthals Brent Kelly. Er, der jahrelang mit seinen Linienpartnern die Liga dominierte, wird am Ende der Saison nach Kanada zurückkehren.

Brent Kelly (Mitte) will in seiner letzten Saison in Langenthal viel jubeln und sich bestenfalls mit dem Titel verabschieden.
Brent Kelly (Mitte) will in seiner letzten Saison in Langenthal viel jubeln und sich bestenfalls mit dem Titel verabschieden.
Marcel Bieri

Es ist die letzte Saison einer grossartigen Ära in der Geschichte des SC Langenthal. Jener der Langenthaler Paradelinie Kelly-Campbell-Tschannen. Dies, weil Kellys Abschied feststeht. «Selbst wenn ich Ligatopskorer werde – das ist und bleibt meine letzte Saison hier», sagt er.

Ein bisschen hat sich dieses Ende abgezeichnet. Mittlerweile hat der 36-Jährige schon zum vierten Mal seine Familie ver­abschieden müssen. Während er selbst in Langenthal seine Brötchen verdient, weilen Sohn Nash (8) und Tochter Nyla (6) gemeinsam mit Mutter Lindsay in Kanada, um dort zur Schule zu gehen. Kelly aber will künftig mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen.

Nash zum Eishockeyspielen begleiten, einzelne Trainings leiten und ihn unterstützen und Nyla bei ihren Fortschritten in der Sportgymnastik anfeuern – darauf freue er sich. «Heute in einem Jahr wird vieles anders sein. Bereits im August werde ich wohl das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt», blickt Kelly voraus. Das Eishockeyspielen werde ihm fehlen, die Freunde, die Kabine, dies werde er ver­missen.

Obwohl der Rücktritt nicht etwa aus der Not erfolgt, ist für ihn aber weiterhin klar: «Der richtige Zeitpunkt, heimzukehren, ist jetzt gekommen.» Auf den Rücktritt habe er sich vorbereitet. Und ein Zögern an seinem Entscheid lässt der Kanadier in keinem Moment zu.

Vieles ist wie sonst

Speziell soll die am Samstag Abend startende Saison deshalb nicht werden. Die Ziele seien die gleichen: «Ich würde mich gerne mit einem Titel verabschieden», sagt Kelly – auch die Erwartungen an ihn selbst haben sich nicht verändert, «ich will dem Team helfen – toll wären wie zuletzt auch 60 bis 70 Punkte» –, und auch die Vorbereitung habe sich nicht wirklich verändert.

«Das Gefühl von den letzten Malen habe ich noch nicht», sagt Kelly, irgendwie sei alles wie sonst auch. Aber das kommt vielleicht noch. «Beispielsweise an Weihnachten, wenn meine Familie mich zum letzten Mal in Langenthal besucht.»

All das sei aber noch weit weg, vorerst gilt es am Samstag Abend im Derby in Olten, einen guten Start zu ermöglichen, um den weiteren Verlauf der Saison positiv zu beeinflussen.

Ein Platz im Herzen

Einen würdigen Abschluss hätte Brent Kelly verdient. Mit zahlreichen Siegen, unzähligen Punkten und zwei Meistertiteln, die er mit Langenthal gesammelt hat, hat er sich im Oberaargau gemeinsam mit seinen Sturmpartnern Jeff Campbell und Stefan Tschannen längst unsterblich gemacht.

Auch deshalb hofft er, noch einmal mit dem aktuell verletzten Campbell angreifen zu dürfen und vielleicht sogar mit seinen besten Freunden erneut um den Titel zu kämpfen. «Wir haben schon abgemacht, dass wir uns in ein paar Jahren wiedersehen werden», sagt Kelly.

Sowieso werde Langenthal immer einen Platz in seinem Herzen haben, auch weil seine Tochter hier zur Welt kam. «Ich fühle mich privilegiert. Ich konnte so lange hier spielen – darüber bin ich enorm glücklich», blickt der Flügelstürmer zurück, ehe er seinen Blick erneut in die Zukunft wandern lässt. «Ideal wäre ein Abschied mit dem Titel», sagt er erneut.

Immerhin der Weg dorthin soll am Samstag Abend starten. Ausgerechnet dort, wo Brent Kellys Schweizer Karriere zusammen mit Jeff Campbell begann, nämlich in Olten. Hoffentlich ein ­gutes Omen für das letzte Kapitel einer grossen Eishockeygeschichte aus Oberaargauer Sicht.

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