Eine dankbare Rückkehr

Vincenzo Küng spielt überraschend wieder für den SC Langenthal.

Vincenzo Küng freut sich über die Rückkehr zum SCL.

Vincenzo Küng freut sich über die Rückkehr zum SCL.

(Bild: Leroy Ryser)

Vincenzo Küng betont es im Gespräch gleich mehrmals: «Ich bin sehr froh, dass ich jetzt hier in Langenthal sein kann.» Für ihn ist die Rückkehr nach Langenthal eine Befreiung, ein Fortschritt und zugleich auch eine Chance. Eine Chance ist es, weil er in Langenthal seine ins Stocken geratene NLB-Karriere neu lancieren kann, ein Fortschritt, weil er unter einem anderen Trainer die Chance bekommen wird, sich neu zu zeigen und zu empfehlen. Und eine Befreiung ist es, weil es zwischen ihm und seinem ehemaligen Arbeitgeber La Chaux-de-Fonds nie so richtig gefunkt hat.

Das Gespräch gesucht

Nachdem Vincenzo Küng im Jahr 2017 mit dem SC Langenthal den Meistertitel gefeiert hatte, wechselte der im Berner Oberland geborene Stürmer zum Ligakonkurrent HC La Chaux-de-Fonds. Dort war er im letzten Jahr lange verletzt und kam auch in der neuen Saison noch nicht wirklich auf Touren. Woran das lag, kann sich der 25-Jährige aber auch nicht genau erklären.

«Die Leute waren alle toll, ich habe mich in der Mannschaft sehr wohlgefühlt, und Spielpraxis habe ich auch immer erhalten», sagt Küng. Dennoch habe er gespürt, dass er beim HCC in keinem Moment sein Leistungsmaximum abrufen konnte. «Ich denke, dass ich es auch zehn Jahre dort hätte versuchen können. Irgendwie hat es aber einfach nicht gepasst – erklären kann ich es aber nicht.» Deshalb habe er mit dem sportlichen Leiter von La Chaux-de-Fonds, Loïc Burkhalter, das Gespräch gesucht. Offen und ehrlich habe er mit ihm reden und letztlich um eine Freigabe bitten können. «Ich hege dem HC La Chaux-de-Fonds gegenüber keinen Groll. Ganz im Gegenteil. Ich bin sehr dankbar für ihre Reaktion und die Tatsache, dass sie mich gehen liessen.»

Ein Glücksfall

Dass dann auch noch der SC Langenthal Interesse an ihm bekundet habe, sei für ihn ein Glücksfall gewesen. Nach seiner vierjährigen Vergangenheit im Oberaargau war es Küngs Wunsch zurückzukehren. Dass nun alles wie erhofft geklappt hat, freue ihn. Und so wiederholt er: «Ich bin wirklich sehr froh, dass ich jetzt hier sein kann.» Der SC Langenthal habe ihm einst die Chance gegeben, überhaupt in der Nationalliga B spielen zu können, jetzt erhalte er eine weitere Möglichkeit – so sei er dem Club, was seine Karriere betreffe, unendlich dankbar. Die letzten Tage seien für ihn indes stressig gewesen. Der Transfer, der Umzug und das Kennenlernen der neuen Teamkameraden füllten den Terminplan von Küng.

Auf Anhieb wohlgefühlt

«Ein bisschen anders ist es schon hier als früher, vor allem auch, weil der Trainer gewechselt hat», erläutert Küng weiter. Die Organisation derweil habe sich aber nur wenig verändert, ausserdem kenne er noch immer sehr viele Personen aus dem Umfeld des SC Langenthal. «Ich habe mich auf Anhieb sehr wohlgefühlt. Der Materialchef, der Physiotherapeut, der Sportchef, die Spieler – ich kenne hier noch so viele Leute, und deshalb war es für mich wie eine angenehme Rückkehr.»

Und diese Rückkehr wolle er nun Schritt für Schritt angehen, meint Küng. Natürlich müsse er sich zuerst an das Spielsystem gewöhnen, danach wolle er sich aber auch schnellstmöglich mit guten Leistungen für einen neuen Vertrag aufdrängen. «Ich versuche einfach immer mein Bestes zu geben, dann sehen wir, wo es enden wird», erklärt Küng. Bis das Ende dieser Geschichte eines Rückkehrers fertig geschrieben sein wird, dauert es aber zumindest noch bis zum Ende der Saison. Bis zu jenem Zeitpunkt hat der Stürmer nämlich beim SC Langenthal unterschrieben. Das neue Kapitel am alten Ort dürfte nach dem Gusto von Vincenzo Küng aber durchaus noch etwas länger dauern.

Langenthaler Tagblatt

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