«Es hat sich gelohnt – nicht nur wegen des Geldes»

Der Tigers-Präsident erwartet einen tiefen sechsstelligen Gewinn.

Peter Jakob, Tigers-Präsident

Peter Jakob, Tigers-Präsident

(Bild: Raphael Moser)

Beim Tatzenderby vor 12 Jahren resultierte ein Überschuss von einer halben Million Franken. Wie fällt die Bilanz nach der Neuauflage aus? Es werden rund 100000 Franken Gewinn resultieren, was für uns sehr viel Geld ist.

Der zusätzliche organisatorische Aufwand aber ist im Ergebnis nicht berücksichtigt.Die interne Leistung darf man nicht rechnen, die Überstunden schon gar nicht. Wir sprechen von Ausgaben und Einnahmen, so viel wird übrig bleiben. Der Aufwand für die Geschäftsstelle war enorm. Er hat sich gelohnt, nicht nur wegen des Geldes.

Inwiefern?Dieser Anlass war fürs Image der SCL Tigers wertvoll, wir waren medial schweizweit präsent und bewiesen, etwas Grosses auf die Beine stellen zu können. Die Mitarbeiter von Geschäftsführer Peter Müller mussten ausbrechen aus dem Alltag. Zu Beginn gab es schon leichte Opposition, aber letztlich haben sie zusammen mit den Leuten von YB eine tolle Leistung erbracht.

Kamen nie umweltspezifische Bedenken auf?Ich erschrak, als ich die Zahlen las: die jeweils zwei Wochen für den Auf- und Abbau, die 100'000 Liter Wasser für die Eisproduktion, die 15000 Liter Frostschutz. Aber gewisse Ressourcen hätten wir auch in Langnau gebraucht. Und wenn wir grundsätzlich über die Umwelt diskutieren, dann dürfen wir beispielsweise in kein einziges Skigebiet mehr reisen.

Wird es eine dritte Austragung im Stade de Suisse geben?Komplett ausschliessen möchte ich das nicht. Aber die Euphorie wird nie mehr so sein wie bei der Premiere 2007, als das Interesse viel grösser war. Es würde sicher wieder über zehn Jahre Pause brauchen. Und wir müssten die Infrastruktur besser nutzen.

Weil die Aufbauarbeiten im Fussballstadion rund eine Million Franken kosten?Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber es dürfte etwas weniger sein. Man könnte die Kosten breiter verteilen, indem beispielsweise ein kleines Turnier mit mehreren Mannschaften ausgetragen würde. Oder man öffnet das Feld für andere Events; ich denke etwa an Art on Ice.

«Wir müssen innovativer werden und stärker auf den Nachwuchs setzen – nur so können wir langfristig überleben.»Peter Jakob?Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers

Zuletzt schrieb Langnau Jahr für Jahr schwarze Zahlen, nun steigt ein Hauptsponsor aus …… und doch werden wir den Club weiterhin wie eine Unternehmung führen: Wir geben nur aus, was wir einnehmen. Es hiess immer, das sei unmöglich, aber wir beweisen das Gegenteil.

Wie lassen sich die rund 350000 Franken ersetzen?Wir können nicht an eine Tür klopfen und mit einem grossen Vertrag heimkehren, das schaffen wir nicht. Es wird weitere Sonderaktionen brauchen.

Auch die Sicherheitskosten werden demnächst steigen.Wir rechnen mit einem Zusatzaufwand von rund 100'000 Franken pro Saison. Es wird nicht leicht für uns, ganz sicher nicht. Wir müssen deshalb innovativer werden und stärker auf den Nachwuchs setzen – nur so können wir langfristig überleben.

Basler Zeitung

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