Froidevaux und weitere Fragezeichen

Am Freitag trifft der SC Bern im letzten Heimspiel vor der Nationalmannschaftspause auf Lausanne. Die Kaderplanung wird vorangetrieben, neun Verträge laufen aus.

Die Rückkehr soll keine temporäre sein: Etienne Froidevaux gastiert heute mit Lausanne in Bern. Gerne würden ihn die SCB-Verantwortlichen wieder in den eigenen Reihen sehen.

Die Rückkehr soll keine temporäre sein: Etienne Froidevaux gastiert heute mit Lausanne in Bern. Gerne würden ihn die SCB-Verantwortlichen wieder in den eigenen Reihen sehen.

(Bild: Freshfocus)

Reto Kirchhofer@rek_81

Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse. Dieses Sprichwort trifft mit etwas Fantasie auch aufs hiesige Eishockey zu. Bei der Katze handelt es sich um den Meisterschaftsbetrieb. Ruht dieser, sind die NLA-Sportchefs – also die Mäuse – umso aktiver, pflegen sie doch während der Nationalmannschaftspause im November allfällige Vertragsgespräche zu intensivieren. Und ja, nach einem erfolgreichen Abschluss dürfte dem einen oder anderen auch mal nach Tanzen zumute sein.

Nächste Woche ist es wieder so weit: Während die SCB-Spieler Christoph Bertschy, Eric Blum, Tristan Scherwey (Schweiz), Bud Holloway (Kanada) und Justin Krueger (Deutschland) den Deutschland-Cup bestreiten, möchte Sven Leuenberger die Kaderplanung vorantreiben. Der Sportchef konzentriert sich zuerst auf den Schweizer Markt, allfällige Lücken gilt es später mit Ausländern zu füllen. «Wir sind mit unseren Kanadiern sehr zufrieden», sagt Leuenberger.

Status quo – auf dem Papier

Neun Verträge laufen aus, für den Sportchef gilt der Grundsatz: «Wir wollen das Team so weit wie möglich zusammenhalten.» Bei den Torhütern hält sich Leuenberger bedeckt. «Beide besitzen einen weiterlaufenden Vertrag», sagt er bloss, überlässt das Spekulieren anderen Protagonisten. Nicht nur aus dem Berner Umfeld wird das Interesse an Davos-Keeper Leonardo Genoni kolportiert. Genonis Vertrag läuft aus; ob der Zürcher ins Unterland zurückkehrt, ist offen. Ersatzgoalie Matthias Mischler jedenfalls dürfte Marco Bührer dereinst kaum beerben.

Wer ersetzt Furrer?

In der Abwehr verfügen fünf Akteure über einen weiterlaufenden Vertrag, dazu kommt ein ausländischer Verteidiger. Der Grundsatz, das Team zusammenhalten zu wollen, trifft auch bei Justin Krueger zu. Gespräche über die Verlängerung seines Kontrakts sind in Gang. Offen ist, wer den Platz von Philippe Furrer (Lugano) in den Top 6 einnehmen wird. Samuel Kreis und Flurin Randegger sind Kandidaten, «oder es gibt eine externe Lösung», meint Leuenberger. Einige Verteidiger sind auf dem Markt: Zu den Interessanteren zählen Joël Genazzi, Anthony Huguenin und Ramon Untersander. Die zwei Letztgenannten werden mit Bern in Verbindung gebracht. Nur: Zwischen Anfrage und Angebot existiert ein Unterschied.

Der verlorene Sohn

Was die Sturmlinien betrifft, gibt es drei Fragezeichen: Christoph Bertschy steht entgegen anderslautender Berichte auch in der kommenden Saison in Bern unter Vertrag, besitzt aber eine Ausstiegsklausel. Der Flügel dürfte im Sommer den Schritt nach Nordamerika wagen, sollte er keine dauerhafte Baisse erleiden. Die weiteren Fragezeichen beziehen sich auf Simon Moser – er hat noch keine Meisterschaftspartie für Bern bestritten – und Martin Plüss. Plüss kennt das Angebot der Berner, ist aber unschlüssig, wo er seine Karriere fortsetzen will. Je nach Situation bei den Erwähnten dürften neben dem bereits verpflichteten Klotener Simon Bodenmann ein oder zwei Stürmer zum Team stossen. Gregory Sciaroni (Davos) «passt ins Beuteschema», wie Leuenberger sagt. Der talentierte 25-Jährige hat indes nicht nur das Interesse des SCB geweckt. Selbiges trifft auf Etienne Froidevaux zu. Der Berner tritt heute mit Lausanne in der Postfinance-Arena an. «Er ist ein Spieler, den wir immer gerne bei uns sehen würden», sagt Leuenberger. Froidevaux verliess den Verein 2012, sah damals als Mittelstürmer Nummer 4 keine Perspektive. Via Langnau führte sein Weg nach Lausanne, wo er in dieser Saison je 7 Tore und Assists erzielt hat. Als junger, formstarker Schweizer Center mit auslaufendem Vertrag ist der 25-Jährige zu einem Bluechip auf dem Transfermarkt avanciert. Froidevaux sagt: «Ich hatte eine schöne Zeit in Bern. Der SCB ist eine sehr interessante Option.»

Berner Zeitung

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