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«Ich bin ein nützlicher Typ»

Vor vier Jahren wollte der SCB Juhamatti Aaltonen bereits verpflichten, nun stösst der 32 Jahre alte finnische Weltmeister als sechster Ausländer zum Meister.

Er trägt die Nummer 50: Juhamatti Aaltonen folgt im Training den Anweisungen seines Landsmanns Kari Jalonen.
Er trägt die Nummer 50: Juhamatti Aaltonen folgt im Training den Anweisungen seines Landsmanns Kari Jalonen.
Raphael Moser

Was machen Sie in Bern? Sie müssten doch jetzt in Pyeongchang sein.

Ich wurde nicht für die Olympischen Spiele selektioniert. So einfach ist das.

Sie haben mit Finnland fünf Weltmeisterschaften bestritten, dazu die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi. Wie gross ist die Enttäuschung, dass es für Pyeongchang nicht gereicht hat?

Die Olympia-Teilnahme war eines meiner Saisonziele. Sotschi war eine grossartige Erfahrung. Teil der olympischen Bewegung zu sein, das ist für jede Sportlerin und für jeden Sportler sehr speziell. Aber nun habe ich zu wenig gut gespielt, um dabei zu sein. Lassen wir es dabei, und schauen wir nach vorne.

Wer gewinnt Olympia-Gold?

Russland wird sehr hart zu bezwingen sein. Aber in Abwesenheit der NHL-Spieler sind die Nationen eng beieinander. Russland, Kanada, die USA, Schweden, Finnland natürlich, aber auch die Tschechen, die Slowaken . . . Das wird ein knappes Rennen um die Medaillen.

Sie haben die Schweiz vergessen.

Natürlich! Wie konnte ich die Schweiz nur vergessen (lacht).

Sprechen wir über Ihren Wechsel nach Bern.

Wir planten, Schweden zu verlassen und . . .

. . . wir heisst?

Meine Frau, mein Agent und ich. Mit Rögle wurde der Vertrag aufgelöst, alles ging sehr schnell, und nun bin ich da.

Die Trennung von Rögle verlief nicht ohne Nebengeräusche.

Es war etwas Persönliches. Der Trainer (Ex-Kloten-Coach Eldebrink; die Red.) und der Sportchef wurden früh in der Saison entlassen. Es kamen ein neuer Trainer und ein neuer Sportchef (Cam und Chris Abbott, zwei Kanadier). Die beiden wollten nicht, dass ich bleibe, setzten auf andere. Es hat nicht mehr gepasst.

Ihr früherer Trainer Eldebrink hatte vor der Saison gesagt: «An guten Tagen ist Aaltonen absolute Weltklasse.» Gab es danach zu wenige dieser guten Tage?

Sie waren eher selten. Von den neuen Verantwortlichen bekam ich keine faire Chance. Gleichzeitig lag es auch an mir: Ich erreichte nicht mein bestes Niveau.

Sie waren in Bern in der Vergangenheit einige Male ein Thema: 2013 war das Interesse konkret, Sie zogen es aber vor, in Finnland zu bleiben.

Schön, hat es jetzt geklappt. Ich freue mich.

Sie haben unter SCB-Trainer Kari Jalonen bereits bei Kärpät und im Nationalteam gespielt.

Ich kenne und mag seinen Stil. Jalonen war ein Grund für den Wechsel. Ein anderer war, dass ich die Chance nutzen wollte, Teil von einer der grössten Eishockeyorganisationen in Europa zu sein.

Sie haben auch mit Mika Pyörälä gespielt. Was hat er Ihnen über Bern erzählt?

Alles ging so schnell über die Bühne, viel Zeit für Fragen blieb nicht. Ich bin gekommen, um Hockey zu spielen. Aber ich weiss immerhin, dass Bern die Hauptstadt der Schweiz ist (lacht).

Auf dem Papier sind Sie beim SCB der sechste Ausländer.

Ich werde hoffentlich in den verbleibenden drei Qualifikationspartien meine Chance erhalten. Dann ist es an mir, den Entscheid für die Trainer so schwierig wie möglich zu machen. Ich denke, ich bin ein nützlicher Typ.

Ein vierfacher finnischer Meister, Weltmeister von 2011 und Olympiabronzegewinner von 2014 wird sich kaum mit der Rolle des Überzähligen zufriedengeben.

(lacht) Die Ausländer in Bern sind sehr gut, ich erachte das als Herausforderung. Mehr kann ich jetzt nicht sagen. Mein Ziel ist es, auch nächste Saison in der Schweiz zu spielen. Aber es ist zu früh, konkret darüber zu sprechen. Ich bin vor kurzem angekommen, morgen steht das nächste Training an. Das ist, was mich interessiert.

Die Trainingsumstände sind speziell, weil 13 SCB-Spieler in Südkorea im Einsatz stehen.

Immerhin kann ich trainieren. Nun lerne ich schon mal die Hälfte der Mannschaft kennen, das ist in Ordnung so.

Gibt es etwas, was die Berner über Sie wissen müssen?

(lacht) Ich bin eher der lockere Typ, nicht so zurückhaltend wie der typische Finne. Mit mir kann man problemlos sprechen.

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