Jan Mursak: «Was wir geboten haben, ist nicht akzeptabel»

Stimmen zum Derby

Die Spieler des SC Bern gehen nach der Heimniederlage hart mit sich ins Gericht.

  • loading indicator
Adrian Ruch

Das Passierte sofort abhaken, lautet ein Credo, das im Playoff stets beherzigt wird. So machen nach dem 4:2-Sieg in Bern auch die Bieler ernste Mienen, als sie das Eis verlassen. Nur Janis Moser pfeift fröhlich vor sich hin. Der 18-jährige Verteidiger ist halt noch unverbraucht.

Ein paar Meter daneben marschieren die Berner Richtung Garderobe, Janis’ Namensvetter Simon Moser ist im Gesicht gezeichnet; ein Puck hat eine Wunde hinterlassen. Derweil erklingt aus den Lautsprechern ein Lied der «Toten Hosen» mit vielsagendem Titel: «Schade, wie kann das passieren?»

Wie es zur Niederlage kommen konnte, fragen sich auch die SCB-Spieler. Es ist nicht so, dass sie gut 20 Minuten nach der Schlusssirene schon Antworten präsentieren, aber sie beschreiben den eigenen Auftritt ohne verbale Schminke.

«Wir standen phasenweise völlig neben den Schuhen», sagt Eric Blum, der das 0:3 verschuldet hat. «Wir machten sehr viele Fehler und spielten überhaupt nicht das, was wir uns vorgenommen hatten», erzählt Beat Gerber, der durch einen Fehler hinter dem eigenen Tor das 0:1 verursacht hat.

Der Slowene Jan Mursak, der nach seiner Hirnerschütterung das Comeback gegeben hat, hält fest: «Der Kopf war in Ordnung.» Was den Stürmer in diesem Moment schmerzt, ist die schwache Leistung des SCB. «Was wir geboten haben, ist nicht akzeptabel», hält er fest. «Wir haben zu wenig smart gespielt. Die Bieler haben uns dafür bestraft.»

«Ein starkes Signal»

Gerber kann sich den fehlerhaften Auftritt nicht erklären. Müde hätten sie sich nicht gefühlt, «die Kraft war kein Thema». Auch die Spielweise der Seeländer war laut dem Haudegen nicht das Problem. «Wir wussten genau, wie sie forechecken würden.»

Die Schlussfolgerung ist für ihn klar: «Wie schon gegen Genf haben wir das erste Spiel versaut – wir müssen uns selber an der Nase nehmen.» Mursak versucht, auch einen positiven Aspekt des ersten Halbfinalduells zu finden: «Nach dem Time-out waren wir die bessere Mannschaft.»

Biel-Center Jason Fuchs hat es leichter, er muss nicht lange nach Positivem suchen, sondern darf Selbstbewusstsein markieren. «Wir haben ein starkes Signal ausgesendet. Unser Sieg ist verdient.» Auch Verteidiger Sämi Kreis ist zufrieden. Aber er warnt davor, Bern abzuschreiben. «Der SCB verfügt über ein sehr erfahrenes Team. Diese Niederlage wird die Berner nicht aus der Bahn werfen.»

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt