Karhunen hält, Bern gewinnt

Der Meister setzt sich trotz Genfer Schlussfurioso 2:1 durch.

Tomi Karhunen hält gegen den Genfer Noah Rod.

Tomi Karhunen hält gegen den Genfer Noah Rod.

Reto Kirchhofer@rek_81

Es ist ja nicht so, dass es den Torhütern von Berufes wegen an Aufmerksamkeit mangeln würde. Im Gegenteil. Am Samstag in Genf zogen die Männer zwischen den Pfosten gar noch mehr Blicke auf sich als üblich. Beim SC Bern kam Tomi Karhunen zu seinem zweiten Einsatz nach dem missglückten Debüt gegen Davos. Bei Genf spielte Stéphane Charlin, zweifacher Meister mit den Elitejunioren - auf Profi-Level, aber frei von Erfahrung. Der 19 Jahre alte Goalie ersetzte Robert Mayer, der nach seinem Schlag am Freitag gegen ZSC-Angreifer Marcus Krüger eine Sperre verbüsste.

In Zürich parierte Charlin nach seiner Einwechslung 23 Schüsse in 26 Minuten, blieb ohne Gegentor. Gegen den SCB musste er sich zweimal bezwingen lassen. Genf unterlag 1:2. Und so kam der Titelverteidiger am letzten Novembertag doch noch zum ersten Auswärtssieg des Monats.

Vielleicht war Charlin, dieses hochgeschossene Talent (190 Zentimeter gross), am Samstag das Gesicht Servettes - selbst wenn die meisten ebendieses Gesicht hinter der Maske noch gar nicht kennen. Coach Patrick Emond musste auf sieben Stammspieler verzichten. Er gab sechs Spielern Auslauf, die 20 Jahre alt oder jünger sind. Beim SCB war es immerhin ein Duo aus diesem Alterssegment (Jeremi Gerber, Mika Henauer). Und überhaupt: Der Meister hat momentan grössere Sorgen als die Nachwuchsförderung. Er drohte den Anschluss an die Playoff-Plätze zu verlieren.

Bozon mit der Dummheit, Andersson mit dem Tor des Abends

Nach torlosem Startdrittel brachte André Heim die Gäste in Front. Emond liess die Szene überprüfen, womöglich hatte der Puck für einen Moment das Genfer Drittel verlassen. Mit Sicherheit war das selbst in Zeitlupe nicht zu erkennen, weil Yanik Burren die Scheibe verdeckte. Der SCB konnte also für einmal auf Fortunas Support zählen. Aber die Berner schaffen es dieser Tage mit beeindruckender Konstanz, sich selbst in die Bredouille zu bringen. Jan Mursak verlor den Puck, Servette holte eine Strafe heraus, und Karhunen liess sich in der nahen Ecke bezwingen.

Die Dummheit des Abends beging aber ein Genfer: Tim Bozon checkte Mark Arcobello von hinten in die Bande und musste vorzeitig in die Garderobe. Berns Calle Andersson sorgte mit seinem Solo samt Veredelung durch einen Hocheckschuss dafür, dass die Begegnung nicht ganz frei von Souplesse war.

Danach liess sich Karhunen trotz Genfer Schlussfurioso nicht mehr bezwingen. Bei einer Niederlage wäre der SCB auf den letzten Platz abgerutscht. So aber haftet er weiterhin am Strich – wenn auch aus Berner Optik an der falschen Seite.

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