Keine Zeit für Wehmut

Im Prinzip spricht in der «Belle» vom Samstagabend zwischen den ZSC Lions und Biel (Hallenstadion, 20.15 Uhr) alles für den Meister. Doch die Seeländer erweisen sich als hartnäckiger Aussenseiter.

Philipp Wetzel ermöglichte Biel mit seinem Treffer ein siebtes Spiel.

Philipp Wetzel ermöglichte Biel mit seinem Treffer ein siebtes Spiel.

(Bild: Keystone)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Die Zeichen standen am Donnerstag in Biel auf Abschied, schliesslich hätte es die Derniere im Eisstadion sein können. Entsprechend war der Rahmen dieses sechsten Playoff-Duells zwischen dem EHCB und den ZSC Lions von viel Pathos und Wehmut geprägt. «Wir konnten diese Stimmung aber ausblenden, und das war entscheidend», meint Philipp Wetzel.

«Wehmut wird erst aufkommen, wenn die Saison wirklich fertig ist.» Somit spricht er seinem Coach aus der Seele, denn Kevin Schläpfer begab sich nach Spielende auf das Eis, um die Fans per Mikrofon auf das siebteDuell in diesem Viertelfinal einzustimmen – eine in der NLA-Geschichte wohl einmalige Aktion.

Philipp Wetzel hat massgeblichen Anteil daran, dass Biel am Samstagabend die «Belle» gegen die ZSC Lions bestreiten kann. Am Donnerstag sorgte der Flügel der vierten Linie mit seinem backhand erzielten 2:1 für die Vorentscheidung. Dabei ist der 1,98-Meter-Hüne kein klassischer Skorer, aber ein wertvoller Teamplayer, der sich in jeden Schuss wirft. Der Anblick von Wetzels Waden nach einem Playoff-Spiel sei ein Bild des Grauens, erzählte jüngst der Bieler Medienchef. Wetzel lacht und meint: «Es ist Playoff-Zeit, da hat jeder hie und da ein kleines Wehwehchen. Aber ich bin noch fit.»

Die Statistik spricht vor dieser «Belle» für die Zürcher. Zuletzt vermochten sie viermal ein siebtesSpiel in einer Playoff-Serie zu gewinnen. Biel verlor hingegen vor zwei Jahren gegen Gottéron im entscheidenden Spiel 1:6. «Damals waren wir übermotiviert, sind den Freiburgern ins offene Messer gelaufen», sagt Wetzel, «in Zürich darf uns das auf keinen Fall passieren.»

Er hält aber fest, dass die beiden Serien nicht zu vergleichen seien. «Gegen den ZSC sind die Spiele viel ausgeglichener.» In der Tat hätten abgesehen von Spiel 1 (5:0 für Biel) und 5 (3:0 für die ZSC Lions) alle Partien auf beide Seiten kippen können – damit hätte vor den Playoffs kaum jemand gerechnet.

Berner Zeitung

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