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Luca Christen: Mit Ruhe ins Rampenlicht getreten

Der Nachwuchsmann Luca Christen ist bei Langenthal erfolgreich in die Bresche gesprungen, als zahlreiche Spieler verletzt waren. Als nächsten Schritt will er sich als Stammspieler beim SCL etablieren.

Im Mittelpunkt: Luca Christen lässt sich von Jeff Campbell (links) und Brent Kelly feiern.
Im Mittelpunkt: Luca Christen lässt sich von Jeff Campbell (links) und Brent Kelly feiern.
Marcel Bieri

Eishockey spielen, lernen für die Ausbildung und arbeiten für das erforderliche Praktikum der Feusi-Sportschule – der Terminplan des Huttwilers Luca Christen ist derzeit prall gefüllt. «Manchmal bin ich ein bisschen müde», gibt der 19-Jährige zu und fügt an: «Aber dann gehe ich etwas frü­her ins Bett, und dann geht das schon.» Ändern will er aber nichts an seiner Situation. Einerseits braucht er eine Grundausbildung als Absicherung, andererseits ist er nahe dran, seinen Traum zu verwirklichen. Am liebsten möchte er als professioneller Eishockeyspieler sein Geld verdienen, und in dieser Saison ist er diesem Ziel bereits ganz nahe.

Mit einem herausragenden Saisonstart beim Swiss-League-Klub Langenthal hat Christen auf sich aufmerksam gemacht und überzeugt. Als etablierte Verteidiger wie Aurélien Marti, Claudio Cadonau und Hans Pienitz verletzt ausfielen, sprang er, der eigentlich noch Elite-Junior ist, in die Bresche und erledigte seine Arbeit fast schon mit stoischer Ruhe. Meist spielte er mit Colin Gerber, der ebenfalls 19-jährig ist und noch für die Junioren auflaufen könnte, zusammen. Von jugendlicher Unerfahrenheit war bei beiden aber nichts zu erkennen. Anstatt unsicherer und stressiger Aktionen bewiesen sie souverän ihr Können.

Er spielt gerne offensiv

Die Ruhe im Spiel kommt beim Huttwiler aber nicht von irgendwoher. Auch neben dem Eis ist Christen eher zurückhaltend und ruhig. Den Mund weit aufreissen, das passt nicht zu ihm. Fast schon schüchtern sagt er deshalb: «Ich habe nicht erwartet, dass ich so viel spiele. Mit dem Saisonstart kann ich schon zufrieden sein.» Sein erstes Tor, das er im letzten Spiel gegen La Chaux-de-Fonds, den heutigen Auswärtsgegner, erzielte, kommentiert er ebenso tiefstapelnd: «Ich bin mitgelaufen, habe den Pass erhalten und getroffen. Das war schon schön.» Angeberei oder überschwängliche Begeisterung hätten nicht zu ihm gepasst, auch wenn sich Christen durchaus über den Saisonstart mitsamt erstem Profitor gefreut hat.

Zum Erfolg verholfen haben ihm nicht zuletzt seine Spielintelligenz und seine sichere Puck­kontrolle. Er führe die Scheibe lieber selbst, als ihr hinterherzujagen, sagt er. Defensiv will er zwar stabil sein und möglichst Gegentore verhindern, das Offensivspiel behagt ihm aber ebenso.

Er möchte bleiben

Der Sprung in die National League sei durchaus ein Ziel für die Zukunft. Einen ersten wichtigen Eckpfeiler in seiner Karriere hat Christen immerhin bereits erreicht. Auch wenn seine frühesten Wurzeln zum nicht mehr existierenden EHC Napf führen, war es schon immer sein Ziel, irgendwann beim SC Langenthal zu spielen.

Dass er es mit erst 19 Jahren schon so weit geschafft hat, freue ihn besonders. Bereits jetzt strebt er deshalb die nächsten Ziele an. «Ich will in der NLB ein guter Verteidiger sein und dann schauen, ob ich es in die höchste Liga schaffe», sagt er. Seinen auslaufenden Vertrag beim SCL möchte er gerne verlängern. Im Sommer dann sollte er zudem die Sportschule der Feusi abgeschlossen haben. Und wenn er sich dann vollständig dem Eishockey widmen kann, dürften die entscheidenden Fortschritte nicht lange auf sich warten lassen.

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