Mit Durchblick und Selbstvertrauen

Die SCL Tigers gewinnen in Ambri 4:2, es handelt sich um den vierten Sieg de suite.

Aaron Gagnon bringt die Tigers in Führung.

Aaron Gagnon bringt die Tigers in Führung.

(Bild: Keystone Alessandro Crinari)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Gerade einmal sechs Minuten sind gespielt, als der Hexenkessel Valascia ein erstes Mal überkocht. Eben haben die Schiedsrichter gegen Marco Müller eine Strafe ausgesprochen, was das Publikum nicht goutiert – und entsprechend reagiert. So ziemlich alles fliegt nun auf das Eisfeld: Ramsch, Geld – ja, sogar eine Brille. Deren Besitzer oder Besitzerin dürfte sich in der Folge geärgert haben, fehlte doch der Durchblick für die restlichen 54 Minuten.

Diesen hatten dafür die SCL Tigers. 4:2 setzen sie sich gegen Ambri-Piotta durch. Es handelt sich um den vierten Sieg de suite, womit die Emmentaler den 2. Platz hinter Biel und vor dem SC Bern wahren. «Im Moment hat jeder viel Selbstvertrauen», meinte Larri Leeger. «Jeder glaubt an sich und an das System, und jeder opfert sich für den anderen auf.»

Fast geht in diesem für die Langnauer goldenen Eishockeyherbst vergessen, dass die Equipe Heinz Ehlers’ vor dem Saisonstart von allen Experten als sicherer Playout-Kandidat gehandelt worden ist. Nun liegt gewiss nicht falsch, wer die SCL Tigers als Team der Stunde bezeichnet.

Wieder trifft Neukom

Es ging am Freitag zuweilen drunter und drüber in der Valascia – ganz besonders im zweiten Drittel. Zuerst waren die SCL Tigers durch Aaron Gagnon in Front gegangen. Doch dann schaltete Ambri – angespornt von den lautstarken Tifosi – einen Gang höher, worauf sich die Ereignisse überschlugen. Und die Hauptrolle spielte in dieser Phase Dominik Kubalik.

Erst erwischte der Ambri-Topskorer Damiano Ciaccio zwischen den Beinen, wobei die Scheibe von einem Langnauer aus dem Tor gewischt wurde. Nur war dieser zu spät gekommen, respektive hatte der Puck die hintere rote Linie bereits überschritten. Zwei Minuten später brauchten die Schiedsrichter dann keine Kamerabilder, um auf Tor zu entscheiden. Im Powerplay hatte Kubalik die Scheibe mit einem wuchtigen Direktschuss zum 2:1 verwertet.

Es gab Zeiten, da hätten sich die SCL Tigers durch einen solchen Doppelschlag völlig verunsichern lassen und komplett den Faden verloren. Doch in diesem Herbst laufen die Dinge ein bisschen anders. 9 Siege aus 14 Partien hatten die SCL Tigers vor der Reise ins Tessin auf ihrem Konto, und entsprechend traten sie auf. Die Langnauer verloren ihren Fokus auch nach Kubaliks Doublette nicht, sie agierten weiter ruhig und abgeklärt.

Und so glich Yannick Blaser das Skore zuerst mit einem Weitschuss aus, ehe Benjamin Neukom – er hat nun im dritten Spiel de suite getroffen – in der 49. Minute für die Entscheidung sorgte. Den Löwenanteil an diesem Tor gebührte allerdings Anton Gustafsson: Der Center hatte einen langen Pass von Ambri-Goalie Benjamin Conz abgefangen und sofort den Konter initiiert.

Punnenovs muss passen

Heute treffen die SCL Tigers in der Ilfishalle auf Davos (19.45 Uhr). Die Bündner lieferten am Freitag vor Heimpublikum erneut eine desolaten Auftritt, verloren gegen Zug 1:8. Selten ist der Rekordmeister derart angeschlagen ins Emmental gereist wie heute. Und noch seltener ist er dabei auf derart starke Langnauer getroffen.

Anschliessend folgt die Nationalmannschaftspause. Neben Harri Pesonen und Andrea Glauser hat auch Ivars Punnenovs ein Aufgebot für die Landesauswahl erhalten. Doch der Lette muss passen. Weil er nach überstandener Muskelverletzung erst auf diese Woche hin ins Team zurückgekehrt ist, haben die SCL Tigers dem lettischen Nationalteam – nach Absprache mit dem Goalie – eine Absage erteilt.

Berner Zeitung

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