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Schläpfer Wunschkandidat – EHC Biel legt Veto ein

Kevin Schläpfer stand zuoberst auf der Wunschliste von Swiss Ice Hockey als neuer Nationalcoach. Doch der NLA-Club aus dem Seeland lässt seinen Trainer nicht ziehen.

Wunschkandidat: Geht es nach dem Verband, soll Kevin Schläpfer die Geschicke des Nationalteams leiten. (3. Oktober 2015)
Wunschkandidat: Geht es nach dem Verband, soll Kevin Schläpfer die Geschicke des Nationalteams leiten. (3. Oktober 2015)
Thomas Hodel, Keystone

Wäre es nach dem Schweizer Eishockey-Verband gegangen, wäre am Freitag nicht Felix Hollenstein als (vorübergehender) Nationaltrainer präsentiert worden, sondern Kevin Schläpfer als endgültige Lösung. Swiss Ice Hockey bestätigte entsprechende Berichte des «Sonntagsblicks» und des «Bieler Tagblatts».

«Aufgrund seines Leistungsausweises gehört Kevin Schläpfer selbstverständlich zu den valablen Kandidaten für das Nationaltraineramt», sagte Florian Kohler, der Geschäftsführer von Swiss Ice Hockey, auf Anfrage der Sportinformation. «Er zeigte grosses Interesse am Job des Nationaltrainers, so wie er das schon in der Vergangenheit öffentlich kundgetan hat. Aus diesem Grund haben wir Verhandlungsgespräche geführt und danach den EHC Biel informiert.»

Die Bieler sind verärgert

Der EHC Biel fühlt sich wegen dieses Vorgehens hintergangen. «Man hätte uns davor um Erlaubnis fragen müssen», sagte der Bieler Geschäftsführer Daniel Villard gegenüber den beiden Medien. Dass die Seeländer am Interesse des Verbandes nicht erfreut sind, dafür hat Kohler «volles Verständnis». Es sei aber Schläpfers Wunsch gewesen, dass dieser zuerst mit seinem Club spreche, bevor der Verband offiziell anfrage. «Dies spricht für Schläpfer», erklärte Kohler.

Schläpfer, der in Biel einen gültigen Vertrag bis 2018 besitzt, wird also (vorerst?) nicht Schweizer Nationaltrainer. Es komme «überhaupt nicht infrage» (Villard), dass man den Erfolgstrainer, der Biel dreimal in der Ligaqualifikation vor dem Abstieg gerettet und dreimal überraschend in die Playoffs geführt hat, ziehen lasse. «Wir haben es zu akzeptieren, wenn Biel keine Gesprächsbereitschaft zeigt», sagte Kohler dazu.

Schon länger kein Interesse mehr an Hanlon

Die von Kohler bestätigten Vorgänge zeigen auch auf, dass Swiss Ice Hockey nicht erst in der abgelaufenen Woche, sondern bereits seit längerer Zeit darüber nachgedacht hatte, den Vertrag mit Glen Hanlon nach nur einem Jahr aufzulösen. Die formelle Trennung «im gegenseitigem Einvernehmen» erfolgte am Freitag. Gleichzeitig informierte Swiss Ice Hockey darüber, dass Hollenstein die Mannschaft interimistisch und mindestens für den Deutschland Cup betreuen wird. Das Klotener Ur-Gestein war ursprünglich für einen Job als Assistent vorgesehen gewesen.

Der Verband hat sich für das Nationalteam mehr «Swissness» auf die Fahne geschrieben. Die letzten 18 Jahre standen ausschliesslich Kanadier (Ralph Krueger, Sean Simpson, Hanlon) an der Bande des Nationalteams. Der letzte Schweizer Nationaltrainer war Simon Schenk von 1995 bis 1997.

si/fal

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