Reichert: Ein Herz für den SCB

Der 37-jährige Stürmer Marc Reichert bleibt dem SC Bern auch nach dem dritten Abgang verbunden.

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Zweimal verliess Marc Reichert den SCB, 2002 Richtung Kloten, 2012 Richtung Leventina. Zweimal kehrte der Stürmer in die Hauptstadt zurück. «Dass man ihn beide Male zurückholte, ist ein klares Zeichen dafür, wie wertvoll er für die Mannschaft war», sagt sein ehemaliger Teamkollege Ivo Rüthemann. «Mein Herz hat immer für den SCB geschlagen», erzählt Reichert in der Meisternacht.

Der Hüne hätte gern mitgespielt, ohne Zweifel. Doch nachdem er sich im ersten Viertelfinalmatch gegen Biel verletzt hatte, kam er keine Sekunde mehr zum Einsatz.

Doch er beklagte sich nicht, liess den Kopf nicht hängen – im Gegenteil: Er stellte sich wie immer in den Dienst der Equipe. Kein Wunder, spricht ­Simon Bodenmann von «einem Teamplayer par excellence».

Reichert war kein Blender, keiner, der auf dem Eis Kunststücke vorführte. Aber er war durch ­seine Einstellung sowie seine Kampfkraft ein Vorbild. Der ehemalige SCB-Sportchef Sven Leuenberger erinnert sich daran, dass Reichert einst einen Wandel durchmachte, durch eine Ernährungsumstellung den Fettanteil im Körper massiv reduzierte.

Und im Sommertraining gehörte der Fraubrunner stets zu den Fleissigsten. Zuletzt bekleidete er beim SCB nur noch eine Nebenrolle, doch das war mal anders gewesen. Zwischen 2001 und 2008 hatte er sechsmal an der WM teilgenommen.

Marc Reichert teilte während seiner Karriere kernige Checks aus, warf sich in Schüsse und schoss Tore, wenn auch nicht allzu viele. Noch wichtiger war er als Frohnatur freilich neben dem Eis.

Reichert, Übername Cowboy, erschien morgens meistens früh in der Halle, hatte für seine Mitspieler stets ein offenes Ohr und sorgte für gute Laune in der Garderobe. «Er war der Leim, der die Mannschaft zusammenhält», sagt Leuenberger.

Vom Eis ins Büro

Reicherts Vertrag wird bekanntlich nicht verlängert, er verlässt den SCB zum dritten und letzten Mal. Auch wenn er die Playoffs mehrheitlich von der Tribüne aus erlebte, ist es ein Abgang durch die Vordertür – mit einer Goldmedaille um den Hals. «Wenn man hier vor all diesen Fans auf die Bühne steigen kann, ist es sensationell», sagt er.

Er sei froh, so aufhören zu können, nachdem er 20 Jahre habe mitspielen dürfen. «Die vielen tollen Momente, die ich mit den Jungs in der Garderobe erleben durfte, haben sich ins Herz eingebrannt.»

Obwohl mit ihm, David Jobin und Martin Plüss drei verdiente, wichtige Spieler den Meister ­verlassen, hat Reichert um die Mannschaft «gar keine Angst». Er spricht von Tristan Scherwey, der vorlebe, was den SCB ausmache, von Simon Moser, der mit ge­brochenen Knochen noch jeden Schuss blocke, von Leonardo Genoni, der den Kameraden extrem viel Sicherheit verleihe. Am Schluss hat er fast die halbe Mannschaft aufgezählt, wie es sich für einen Teamplayer gehört.

Reichert wird sich auch künftig im Umfeld des SC Bern bewegen. Für ihn wurde eine Stelle bei der mit dem SCB verbandelten Marketingagentur IMS geschaffen. «Ich bin sehr froh um diese Chance», hält er fest. Und die bisherigen Teamkollegen haben so noch die Möglichkeit, ab und zu mit ihrem Kumpel ein Bier zu ­trinken. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.04.2017, 09:58 Uhr

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