SCB gewinnt spektakuläres Derby, Zug alleiniger Leader

Die Berner können den Vorsprung auf den Strich ausbauen, Zug distanziert dank einem Sieg in Fribourg die ZSC Lions.

  • loading indicator

Der SC Bern und der EHC Biel lieferten sich in der in dieser Saison erstmals ausverkauften Postfinance-Arena von Anfang an ein rasantes Derby mit wenigen Unterbrüchen. Der Meister setzte sich verdient, aber nicht ohne Zittern mit 3:2 durch. Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel, die Seeländer wirkten anfänglich aber eher gefährlicher. Nach gut 17 Minuten brachte Gregory Sciarony den Meister nach starker Vorarbeit Vincent Praplans dennoch in Führung. Und nach dem Seitenwechsel setzte der SCB den starken Biel-Goalie Jonas Hiller unter Dauerdruck. Es dürfte das beste Drittel der Berner in der laufenden Saison gewesen sein. Der Schönheitsfehler war, dass aus den vielen hochkarätigen Chancen einzig das 2:0 durch Tristan Scherwey resultierte.

Und so herrschte unverhofft wieder Spannung, nachdem Peter Schneider in der 50. Minute im Nachschuss für Biel den Anschlusstreffer erzielt hatte. Und gut fünf Minuten später glich David Ullström im Powerplay tatsächlich aus. Bern wankte, fiel aber nicht. 42 Sekunden vor der Schlusssirene sorgte Ramon Untersander mit einem satten Weitschuss für die Entscheidung. (ädu)

Zug neu alleiniger Leader

Alleine schon diese Aktion hat den Sieg, ja gar die Tabellenführung verdient. Es läuft die 35. Minute, Fribourg hat die gute Chance, seine Führung auf 3:1 auszubauen. Doch Zug-Goalie Leonardo Genoni blockt den Puck – dann startet die grosse Show von Jan Kovar. Der 29-jährige Tscheche übernimmt den Puck, läuft hinter dem eigenen Tor durch, und beginnt einen Gegner nach dem anderen zu umkurven, bis er schliesslich vor Fribourg-Kepper Reto Berra auftaucht und auch noch eiskalt abschliesst.

Es ist der erneute Ausgleich für Zug, zuvor war es Lino Martschini, der in der 23. Minute die Fribourger Führung durch Daniel Brodin (11.) egalisierte. Zwar erholt sich Fribourg schnell von Kovars Sturmlauf, kommt kurz vor der zweiten Drittelspause nochmals zu zwei guten Chancen, scheitert aber jeweils an Genoni. Ausserdem trifft Fribourgs Jorden Gähler in der 33. Minute in Überzahl nur den Pfosten. Doch Schlussdrittel finden dann auch Kovars Teamkollegen, dass seine Aktion die Tabellenführung verdient hat. Keine zwei Minuten ist es alt, da bringt Erik Thorell Zug erstmals in Führung. Sein Handgelenkschuss ins Lattenkreuz hätte nicht präziser sein können. Danach übernimmt Zug, das dank dem 3:2-Sieg an den ZSC Lions in der Tabelle um zwei Punkte distanziert, das Spieldiktat, vergibt mehrfach die Entscheidung – und verdient sich noch die drei Punkte, die lange Zeit eher für Fribourg bestimmt schienen. (fas)

Lindgren zurück - und schon siegt Davos wieder

Nach dem in jeglicher Hinsicht völlig missglückten Spengler-Cup gelang dem HC Davos im ersten Meisterschaftsspiel des neuen Jahres eine Rehabilitation. Der 3:1-Sieg gegen die Rapperswil-Jona Lakers dürfte bei den Bündnern nach aufregenden letzten Tagen wieder etwas mehr Ruhe einkehren lassen.

Mit der Rückkehr von Topskorer und Leitwolf Perttu Lindgren fand der HCD zum Erfolg zurück. Der finnische Stürmer hatte vor der Weihnachtspause beim 5:4-Sieg nach Penaltyschiessen gegen Ambri mit drei Assists geglänzt, sich dabei aber verletzt und den Spengler-Cup anschliessend verpasst. Gegen die Lakers stand Lindgren am Ursprung des Sieges, gelang ihm doch in der 12. Minute das wegweisende 1:0.

Nicht geschmeckt haben dürfte HCD-Trainer Christian Wohlwend einzig, dass die Partie trotz einer deutlichen Überlegenheit seines Teams bis zu Yannick Frehners 3:1 in der 58. Minute offen blieb. Die Davoser sündigten mehrfach im Abschluss oder scheiterten am starken Rappi-Goalie Melvin Nyffeler. Als ernsthafter Kandidat für den Sieg kamen die Lakers aber trotzdem nicht in Frage, dafür präsentierten sie sich in der Offensive letztlich zu harmlos.

Wohlwend, der während dem Spengler-Cup für Aufsehen gesorgt hatte, weil er die eigenen Fans kritisierte, überraschte vor Spielbeginn mit einer spektakulären Aktion, indem er mit einem Mikrofon zu den Fans sprach. «Ich habe mich dafür entschuldigt, dass wir am Spengler-Cup durch das Schonen von Spielern in Kauf genommen haben zu verlieren. Das werden wir in Zukunft nie mehr tun, sondern alle nötigen Kräfte forcieren, um die Spiele zu gewinnen», erklärte der HCD-Trainer nach Spielschluss gegenüber «MySports». Über die Reaktion seines Teams gegen die Lakers war Wohlwend happy: «Wir haben sie dominiert, müssten einfach viel mehr Tore schiessen.» (mal)

Ambri in Lausanne chancenlos

Der zweite und wesentlich erfolgreichere Schweizer Spengler-Cup-Teilnehmer HC Ambri-Piotta blieb im ersten Spiel nach den Tagen in den Bündner Bergen ohne Aussicht auf Punkte und verlor in Lausanne mit 5:1. Zwar gingen die Leventiner durch Robert Sabolic in Führung, doch Cody Almond gelang postwendend der Ausgleich. Im zweiten Drittel sorgte Lausanne trotz eines Restausschlusses gegen ihr Raubein Tim Traber (Kniestich) mit Toren von Joël Genazzi, Joël Vermin und Petteri Lindbohm für einen 4:1-Vorsprung und die entscheidende Differenz. (mal)

Telegramme:

Bern - Biel 3:2 (1:0, 1:0, 1:2)
17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Mollard/Wiegand, Fuchs/Kaderli. - Tore: 18. Sciaroni (Praplan) 1:0. 32. Scherwey (Ebbett, Pestoni) 2:0. 50. Schneider (Forster, Gustafsson) 2:1. 56. Ullström (Brunner, Rajala/Ausschluss Ruefenacht) 2:2. 60. (59:18) Untersander (Moser, Arcobello) 3:2. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 2mal 2 Minuten gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Arcobello; Rajala.
Bern: Karhunen; Andersson, Beat Gerber; Krueger, Blum; Untersander, Colin Gerber; Burren; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Pestoni, Ebbett, Scherwey; Sciaroni, Mursak, Praplan; Berger, Heim, Kämpf; Spiller.
Biel:Hiller; Salmela, Sataric; Rathgeb, Forster; Kreis, Fey; Fuchs, Ullström, Rajala; Künzle, Cunti, Brunner; Riat, Gustafsson, Schneider; Tschantré, Neuenschwander, Tanner; Schläpfer, Wüest.
Bemerkungen: Bern ohne Jeremi Gerber, Henauer (beide U20), MacDonald (krank), Bieber und Grassi, Biel ohne Hügli, Lüthi, Pouliot, Ulmer (alle verletzt) und Moser (U20). - Lattenschuss Ullström (17.). – Timeout Biel (59:18).

Fribourg-Gottéron - Zug 2:3 (1:0, 1:2, 0:1) 6500 Zuschauer (ausverkauft). - SR DiPietro/Salonen, Kovacs/Wolf. - Tore: 11. Brodin (Gunderson) 1:0. 23. Klingberg (Schlumpf) 1:1. 33. Sprunger (Stalberg, Boychuk/Ausschluss Diaz) 2:1. 36. Kovar 2:2. 42. Thorell (Klingberg/Ausschluss Stalberg) 2:3. - Strafen: je 3 mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Mottet; Hofmann.
Fribourg-Gottéron: Berra; Abplanalp, Marti; Gunderson, Stalder; Kamerzin, Furrer; Gähler; Sprunger, Bykow, Stalberg; Brodin, Boychuk, Mottet; Vauclair, Walser, Marchon; Lhotak, Mojonnier, Lauper.
Zug:Genoni; Diaz, Morant; Thiry, Alatalo; Schlumpf, Geisser; Zryd; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, Thorell; Simion, Senteler, Zehnder; Leuenberger, Albrecht, Volejnicek.
Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Desharnais, Forrer, Rossi, Schmutz (alle verletzt), Schmid (U20) und Chavaillaz (krank), Zug ohne Bachofner, Bougro, Langenegger, Schnyder, Stadler, Zgraggen (alle verletzt) und Hollenstein (U20). - Pfostenschüsse: Boychuk (33.); Hofmann (38.).

Davos - Rapperswil-Jona Lakers 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) 5019 Zuschauer. - SR Müller/Urban, Progin/Schlegel. - Tore: 12. Lindgren (Baumgartner, Marc Wieser) 1:0. 22. Marc Wieser (Herzog, Baumgartner/Ausschluss Ness) 2:0. 41. (40:49) Dünner (Flurin Randegger, Dominik Egli/Ausschluss Guerra; Eggenberger) 2:1. 58. Frehner (Du Bois/Ausschluss Guerra!) 3:1. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos, 5mal 2 plus 10 Minuten (Ness) gegen Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Lindgren; Clark.
Davos: Sandro Aeschlimann; Du Bois, Jung; Nygren, Guerra; Kienzle, Heinen; Barandun; Palushaj, Corvi, Tedenby; Marc Wieser, Lindgren, Baumgartner; Herzog, Marc Aeschlimann, Meyer; Kessler, Chris Egli, Frehner. Lakers: Nyffeler: Vukovic, Dufner; Dominik Egli, Flurin Randegger; Hächler, Maier; Schmuckli; Kristo, Wellman, Loosli; Clark, Rowe, Casutt; Eggenberger, Dünner, Schlagenhauf; Mosimann, Ness, Hüsler; Simek.
Bemerkungen: Davos ohne Ambühl (wurde am Spieltag Vater einer Tochter), Dino Wieser, Paschoud und Bader (alle verletzt) sowie Hischier, Stoop (beide krank) und Rantakari (überzähliger Ausländer), Lakers ohne Cervenka (gesperrt) sowie Forrer und Schweri (beide verletzt). - Pfosten: 3. Lindgren. - Latte: 41. Wellman. - 47. Clark ausgeschieden. - 58:19 Timeout Rapperswil, anschliessend ohne Torhüter.

Lausanne - Ambri-Piotta 5:1 (1:1, 3:0, 1:0) 9234 Zuschauer. - SR Hebeisen/Fluri, Huguet/Cattaneo. - Tore: 10. Sabolic (D?Agostini) 0:1. 11. Almond (Jeffrey) 1:1. 23. Genazzi (Jeffrey) 2:1. 28. Vermin (Emmerton, Grossmann) 3:1. 40. (39:52) Lindbohm (Bertschy/Ausschluss Traber; Müller) 4:1. 47. Bertschy (Ausschluss Grossmann!) 5:1. - Strafen: 1mal 2 plus 5 Minuten (Traber) plus Spieldauer (Traber) gegen Lausanne, 4mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Jeffrey; D'Agostini.
Lausanne: Stephan; Heldner, Grossmann; Lindbohm, Frick; Nodari, Genazzi; Oejdemark; Bertschy, Jooris, Kenins; Moy, Emmerton, Vermin; Almond, Jeffrey, Herren; Trabert, Froidevaux, Leone; Roberts.
Ambri: Manzato (41. Östlund); Ngoy, Pinana; Plastino, Fischer; Fora, Dotti; Forler, Jelovac; D?Agostini, Flynn, Sabolic; Joël Neuenschwander, Müller, Zwerger; Trisconi, Dal Pian, Hinterkircher; Incir, Anthony Neuenschwander, Mazzolini. Bemerkungen: Lausanne ohne Antonietti (verletzt) und Junland (überzähliger Ausländer), Ambri ohne Bianchi, Conz, Hofer, Kneubühler, Kostner, Novotny und Rohrbach (alle verletzt) sowie Goi (krank).

Rangliste: 1. Zug 30/59. 2. ZSC Lions 32/57. 3. Davos 30/56. 4. Genève-Servette 32/56. 5. Lausanne 32/51. 6. Biel 32/47. 7. SCL Tigers 31/46. 8. Bern 32/44. 9. Ambri-Piotta 32/41. 10. Fribourg-Gottéron 31/40. 11. Lugano 32/37. 12. Rapperswil-Jona Lakers 32/33.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt