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Die etwas andere Englischlektion für den SCB

Nach dem 1:3 in Turku verliert der SCB auch die zweite Begegnung seiner Champions-Hockey-League-Reise. In Nottingham unterliegt der Favorit den Panthers 2:4. «Wer nicht 60 Minuten lang arbeitet, wird nichts gewinnen», sagt Trainer Jalonen.

Im Heimspiel dominierte der SCB die Panthers aus Nottingham noch, auswärts verloren die Berner aber die Ordnung.
Im Heimspiel dominierte der SCB die Panthers aus Nottingham noch, auswärts verloren die Berner aber die Ordnung.
Twitter/@PanthersIHC

Er steckte sich ein Stück vom grillierten Huhn an die Gabel – und sprach von einem Hühnerhaufen. «Meine Stärke», sagte Michael Garnett und nahm einen Bissen, «meine Stärke ist die Antizipation.

Aber in Nottingham ist es für mich fast unmöglich, einen Spielzug vorauszusehen. Unser Abwehrverhalten ist unberechenbar wie ein Hühnerhaufen.» Der Torhüter der Nottingham Panthers mit Vergangenheit beim SC Bern sagte dies am Tag vor dem Vergleich mit den früheren Mitspielern. «Wir sind klar schwächer, hätten in der höchsten Schweizer Liga keine Chance.

Trotzdem: Wir können Bern bezwingen.» Nur: So richtig schien der 34 Jahre alte Kanadier nicht an den Coup zu glauben.Am Abend danach aber streckt er die Hände in Richtung Stadiondach der Motor­point-Arena. Soeben haben die Panthers das 4:2 erzielt. 11 Sekunden verbleiben auf der Uhr, die Festspiele von Nottingham sind längst im Gang und werden in den Pubs bis in die frühen Morgenstunden andauern.

Bei den Bernern und ihren Anhängern gibt es derweil keinen Grund zur Freude: Wie am Donnerstag in Turku verliert der SCB nach Führung das Spiel und wichtige Punkte im Kampf um den Einzug in die K.-o.-Runde.

Die Pleite vom Samstag wiegt insofern schwerer, als sie gegen ein Team aus einem Land zustande kam, welches als Mutterland des Fussballs gilt, das Eishockey aber stiefmütterlich behandelt. «Wenn man die Papierform betrachtet, kann die Niederlage als blamabel angesehen werden», sagt SCB-Sportchef Alex Chatelain. «Aber wir wussten um die Stärke des Gegners vor heimischem Publikum.»

Kampf und Konsequenz – aber nicht beim SCB

14 Ausländer stehen bei den Panthers unter Vertrag. Die Besten verdienen knapp 7500 Franken pro Monat. Nicht nur beim Salär existiert ein Klassenunterschied: Technik, Tempofestigkeit und Systemkenntnis sind wenig ausgeprägt.

Dafür gaben die Panthers dem Gegner eine Englischlektion der anderen Art und zeigten auf, was mit Tugenden des britischen Eishockeys erreicht werden kann. Durch Kampf und Willen fand das Heimteam nach 0:2-Rückstand den Zugriff. Es war fortan präsenter, gewann die Zweikämpfe und letztlich die Partie.

Beim wunderbar herauskombinierten 2:2 bediente sich Nottingham gar spielerischer Elemente, die beileibe nicht als very British gelten. Mit Alexander Mokschantsew hatte denn auch ein Russe den Stock im Spiel.

Die Reaktion der Gäste? Fehlanzeige. Den Eindruck, sie würden nicht mit letzter Konsequenz zu Werke gehen, konnten die Berner nie widerlegen. Nottingham führt die Gruppe nun mit 8 Punkten an, Turku und Bern folgen mit 6. Dem SCB bleiben zwei Vergleiche mit Mountfield (CZE, 4 Zähler). «Das Niveau ist höher als letztes Jahr», sagte SCB-Trainer Kari Jalonen. «Wer nicht 60 Minuten lang arbeitet, wird nichts gewinnen.»

Im Rücken des Finnen spedierte ein Betreuer das Essen in die Garderobe der Sieger. Die Pizza hatte sich der leidenschaftliche Hühnerhaufen verdient.

Nach der Schlusssirene feierten die Panthers ihren Sieg über den SCB:

Nottingham Panthers – SC Bern 4:2 (0:2, 2:0, 2:0)

Tore: 5. Moser 0:1, 19. Ebbett 0:2, 22. Mokshantsew 1:2, 34. Mokshantsew 2:2, 42. Brown 3:2, 60. (59:51) Lachowicz 4:2 (ins leere Tor).

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