SCL Tigers: 13 Tore, 6 Punkte, 1 Ansage

Die SCL Tigers sind im Hoch: Nach dem Kantersieg gegen Ambri (9:4) reüssieren die formstarken Emmentaler auch in Kloten (4:1). Im Strichkampf haben die Langnauer ihre Ausgangslage markant verbessert.

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Das Langnauer Powerplay ist träge, langweilig, ertragslos. Welch ein Quatsch. Was bis zum Samstagabend galt, ist innert 20 Stunden korrigiert worden. 2 Treffer kassierten die SCL Tigers in den Partien gegen Ambri und Kloten in Überzahl, sie schossen aber auch deren 5, wirbelten wie wild. Für einmal richteten es die Emmentaler in ihrer Kummerdisziplin.

Wobei Kummer so gar nicht zur gegenwärtigen Gemütslage passt. Am Samstag, die Ilfishalle ausverkauft, die Spieler in Ballerlaune, siegten die Schützlinge von Heinz Ehlers gegen Ambri 9:4 – sieben Jahre zuvor hatte Langnau letztmals 9 Tore erzielt. Am Sonntag, der Goalie in Bestform, der Gegner verunsichert, doppelten die Tigers in Kloten nach, reüssierten 4:1. Gewiss, es handelte sich um Siege gegen den Vorletzten und das Schlusslicht.

Wobei vorab dieser Umstand die Erfolge als bedeutend erscheinen lässt. «Wir haben einige Rückschläge gegen direkte Konkurrenten einstecken müssen», meinte Ehlers. «Nun haben wir ein Zeichen gesetzt. Der Druck war gross, nachdem Biel, Lausanne und Servette zuletzt so oft gewonnen hatten.»

Koistinen muss zuschauen

Drei Fünftel der Qualifikation sind vorüber, und schau her: Die SCL Tigers liegen punktgleich mit den über dem Strich klassierten Lausannern auf Rang 9. Ehlers ist es gelungen, seine Equipe zu stabilisieren, weshalb sie zum ernsthaften Kandidaten für einen Playoff-Platz geworden ist.

«Hätte ich vor der Saison gewusst, dass wir nach 30 Runden mit 40 Punkten dastehen, wäre ich extrem glücklich gewesen», sagte der Däne. Aus den letzten 7 Partien resultierten 16 Zähler, was Captain Pascal Berger zur Aussage verleitete, Langnau habe sich in eine ziemlich gute Position gebracht. «Wir können die Playoffs aus eigener Kraft erreichen. Und ich bin überzeugt, dass wir das Zeug dazu haben.»

Ehlers hob derweil den Charakter des Teams hervor, welches gegen Ambri innert 222 Sekunden 3 Treffer vom 3:1 zum 3:4 kassiert hatte, aber nicht in Panik verfiel. Und er lobte die Steigerung nach dem Startdrittel in Kloten, in welchem Ivars Punnenovs 19 Schüsse pariert hatte, das 0:0 schmeichelhaft gewesen war. Vieles hatte der Coach richtig gemacht am Wochenende, der harte Hund bewies ein feines Pfötchen bei der Besetzung des Ausländerquartetts.

Gegen Ambri steuerten Antti Erkinjuntti, Aaron Gagnon, Ville ­Koistinen und Andreas Thuresson 9 Skorerpunkte bei, in Kloten waren Gagnon und überraschend Koistinen überzählig. Letzterer, an und für sich der Stabilisator schlechthin im Tigers-Konstrukt, war zuletzt mit un­bedachten Aktionen respektive Fouls aufgefallen.

Auf Koistinens Nichtberücksichtigung angesprochen, redete Ehlers um den heissen Brei herum. «Klar ist: Hätten wir gegen Kloten verloren, würde ich wegen meines Entscheids nun scharf kritisiert.»

Elo reagiert stark

Getadelt worden war in den vergangenen Wochen Eero Elo. Bei seiner Rückkehr präsentierte sich der zuweilen behäbig wirkende Finne am Sonntag wie ausgewechselt, buchte das 2:1 und das 4:1. Von den rund 700 Langnauern – im Rahmen einer Fanaktion waren sie im Sonderzug nach Kloten gereist – wurde Elo frenetisch gefeiert.

Im Gästesektor blieb kaum ein Platz unbesetzt, das Tigers-Matchblatt hingegen wies leere Stellen auf. Thomas Nüssli und Yannick-Lennart Albrecht fielen aus, Letzterer dürfte eine leichte Hirnerschütterung erlitten haben.

Sieben Akteure fehlten, künftig wird Ehlers überdies ohne Stefan Rüegsegger auskommen müssen – der Stürmer reist an die U-20-WM nach Buffalo. «Jeder geht für jeden. Die Mentalität ist hervorragend, deshalb können wir die Ausfälle kompensieren», resümierte Pascal Berger, mit 2 Treffern Matchwinner gegen Ambri.

Am Freitag und am Samstag duellieren sich die Langnauer mit Gottéron und den ZSC Lions. «Wir müssen und werden weiter punkten», meinte Berger. Auf eine neuerliche Imagekorrektur innert weniger Stunden können die Tigers gut verzichten.

Telegramm:

Kloten - SCL Tigers 1:4 (0:0, 1:4, 0:0)

6087 Zuschauer. - SR Koch/Wiegand, Duarte/Kaderli. - Tore: 24. Schlagenhauf (Ausschluss Hollenstein!) 1:0. 31. Neukom (Huguenin/Ausschluss Ramholt) 1:1. 33. Elo (Dostoinow) 1:2. 38. Blaser (Erkinjuntti, Gustafsson) 1:3. 39. Elo 1:4. - Strafen: je 3mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Praplan; Erkinjuntti.

Kloten: Boltshauser; Stoop, Bäckman; Von Gunten, Harlacher; Ramholt, Kellenberger; Egli; Bozon, Trachsler, Sallinen; Grassi, Obrist, Leone; Praplan, Santala, Hollenstein; Marchon, Schlagenhauf, Bader; Derungs.

SCL Tigers: Punnenovs; Zryd, Seydoux; Huguenin, Blaser; Lardi, Erni; Thuresson, Gustafsson, Erkinjuntti; Kuonen, Pascal Berger, Neukom; Elo, Himelfarb, Dostoinow; Gerber, Haas.

Bemerkungen: Kloten ohne Back, Bieber, Lemm, Weber und Bircher. SCL Tigers ohne Randegger, Albrecht, Nüssli, Stettler, Peter, Nils Berger (alle verletzt), Koistinen und Gagnon (überzählige Ausländer).

Rangliste: 1. Bern 29/63. 2. Lugano 28/55. 3. Davos 30/50. 4. ZSC Lions 30/49. 5. Zug 28/46. 6. Fribourg-Gottéron 29/46. 7. Biel 30/43. 8. Lausanne 29/40. 9. SCL Tigers 30/40. 10. Genève-Servette 29/39. 11. Ambri-Piotta 30/33. 12. Kloten 30/24.

Berner Zeitung

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