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SCL Tigers: Drei Punkte und die Kunst des Vergessens

Die SCL Tigers werden immer mehr zur Auswärtsmacht. Das 2:0 beim Aufsteiger Rapperswil-Jona Lakers war bereits der vierte Away-Sieg in Serie.

Sind derzeit auswärts eine Wucht: Die SCL Tigers gehen in Rapperswil als Sieger vom Eis.
Sind derzeit auswärts eine Wucht: Die SCL Tigers gehen in Rapperswil als Sieger vom Eis.
Keystone
Lakers-Stürmer Radek Smolenak wird Tigers-Torhüter Damiano Ciaccio gefährlich.
Lakers-Stürmer Radek Smolenak wird Tigers-Torhüter Damiano Ciaccio gefährlich.
Keystone
Sturm vor dem Langnauer Tor – doch Ciaccio hält.
Sturm vor dem Langnauer Tor – doch Ciaccio hält.
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Die Kunst des Vergessens. Sie ist so wichtig im Sport – und wohl selten derart zentral wie nach einer Serie von Siegen. Tigers-Trainer Heinz Ehlers war nun also besonders gefordert, diese Qualität auf seine Spieler zu übertragen, hatten diese doch eine beeindruckende und gerade für Langnauer Verhältnisse höchst ungewöhnliche Erfolgsserie hinter sich.

Ciaccios zweiter Shutout

15:2 Tore und neun Punkte aus den letzten drei Gastspielen fern der Ilfis, bei den drei Traditionsclubs ZSC, Davos und Lugano notabene. Besser geht für einen Club, der sich normalerweise bestenfalls um den Trennstrich herum aufhält, praktisch nicht.

Wer gegen das Establishment der Liga so auftrumpft, der muss sich auch gegen den Aufsteiger nicht verstecken. Die Tigers hatten sich diese Tatsache wohl während der Anreise schon noch einmal in Erinnerung gerufen, ins gesunde Selbstvertrauen mischte sich anfänglich auch eine Prise Nonchalance.

Goalie Damiano Ciaccio wurde im Startdrittel immer wieder gefordert und wehrte sich gut, gegen einen abschlussstärkeren Widersacher wäre die Null aber noch stärker gefährdet gewesen. Ersatz war übrigens nicht Ivars Punnenovs, die Nummer 74 fällt mit einer Beinverletzung vorderhand aus, sondern Damian Stettler, Jahrgang 2001 und normalerweise Nummer 2 bei den Elite-Junioren.

Ab dem Mitteldrittel kontrollierten die Tigers das Geschehen dann aber immer mehr. «Es war sicher nicht unser bestes Spiel», sagte Captain Pascal Berger, «aber wir haben immer gekämpft.»

Gerade defensiv stand der Gast fortan solid. Ciaccio liess sich bereits den zweiten Shutout notieren, zupass kam den Emmentalern allerdings auch eine latente Harmlosigkeit auf Seiten der Gastgeber. Dass Trainer Jeff Tomlinson erneut freiwillig auf den früheren Langnauer Schlüsselspieler Sven Lindemann verzichtete, verwunderte.

Raum für eine Steigerung

Langnau brauchte sich über Personaldiskussionen beim Gegner den Kopf nicht zu zerbrechen, am Schluss galt die Devise: Pflicht erfüllt. Es sind genau diese Spiele, die den Unterschied zwischen einem Team mit permanenten Leistungsschwankungen und einem seriösen Playoff-Kandidaten ausmachen.

Gewinnen muss man, egal wie, und dass dies den Tigers viermal in Serie auswärts gelang, ist vermutlich kein Zufall. So sieht es auch Berger nach dem 2:0-Auswärtssieg: «Wir spielen einfach und versuchen nicht, eine Show aufs Eis zu zaubern.»

Heute folgt mit dem Derby gegen Bern die nächste Bewährungsprobe. Und erneut ist die Kunst des Vergessens gefragt – auf dass die Heimserie mit null Punkten aus drei Spielen und 3:9 Toren ende. «Wir haben einige Male Punkte vergeben, jetzt gilt es, auch gegen den SCB einfach zu spielen», sagte Berger.

Wie das Kaninchen vor der Schlange werden sie vor dem prominenten Besucher jedenfalls nicht erzittern, schloss die Nummer 19: «Die Berner kochen auch nur mit Wasser. Wir wissen, dass wir sie schlagen können, aber dazu braucht es von jedem von uns eine Topleistung.» Raum für eine Leistungssteigerung, das wissen alle, bleibt nach dem gestrigen Abend. Eine weitere positive Erkenntnis des Gastspiels am Obersee.

Telegramm: Rapperswil-Jona Lakers - SCL Tigers 0:2 (0:1, 0:1, 0:0)

3795 Zuschauer. - SR Urban/Mollard, Bürgi/Wüst. - Tore: 9. Elo (Huguenin, DiDomenico/Ausschluss Maier) 0:1. 38. Pesonen (Johansson) 0:2. - Strafen: je 4mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Ness; Pesonen.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Gähler, Profico; Iglesias, Schmuckli; Hächler, Maier; Berger; Aulin, Knelsen, Casutt; Brem, Schlagenhauf, Hüsler; Mosimann, Mason, Schweri; Primeau, Ness, Rizzello; Fuhrer.

SCL Tigers: Punnenovs; Glauser, Blaser; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Kindschi, Leeger; Elo, Berger, Dostoinov; Kuonen, Johansson, Pesonen; DiDomenico, Gustafsson, Neukom; Gerber, Diem, Rüegsegger.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Helbling, Wellman, Gilroy und Spiller, SCL Tigers ohne Peter, Nüssli, Nils Berger und Punnenovs (alle verletzt) sowie Gagnon (überzähliger Ausländer). National-League-Debüt der Lakers-Stürmer Radek Smolenak und Fabio Hollenstein. Timeout Rapperswil-Jona (58:54) und von 57:52 bis 60:00 ohne Torhüter.

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