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Kein Glück in der Lotterie

Die SCL Tigers verlieren auch in Ambri-Piotta. Eine kämpferisch starke Darbietung reichte nur zu einem Punkt, die Partie endete 2:3 nach Penaltyschiessen.

Tigers-Goalie Damiano Ciaccio, Tigers-Spieler Philippe Seydoux und Ambris Spieler Diego Kostner, von links.
Tigers-Goalie Damiano Ciaccio, Tigers-Spieler Philippe Seydoux und Ambris Spieler Diego Kostner, von links.
Keystone
Martin Stettler, Mitte, traf zum 0:1.
Martin Stettler, Mitte, traf zum 0:1.
Keystone
Miro Zryd (SCL Tigers) gegen Peter Guggisberg (Ambri-Piotta).
Miro Zryd (SCL Tigers) gegen Peter Guggisberg (Ambri-Piotta).
Keystone
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Die Leventina ist heikles Gebiet für Langnau-Trainer. Im März ist der damalige Übungsleiter Be­noît Laporte in der Valascia buchstäblich vor die Tür gesetzt worden. Nach einem schwachen Auftritt hatten die SCL Tigers gegen Ambri-Piotta 4:9 verloren, Sportchef Jörg Reber sprach danach 75 Minuten zur Mannschaft ohne Beisein des Trainers.

Effizienter Guggisberg

Auch am Samstagabend haben die Tigers verloren, nur 2:3 nach Penaltyschiessen zwar, aber in der momentanen Situation ist selbst ein Auswärtspunkt zu wenig. Die Emmentaler sind auch nach acht Runden sieglos. Kein Wunder, steht Trainer Scott Beattie unter Druck. Sportchef Reber hielt in der Garderobe allerdings keine Rede, stattdessen analysierte er für die Journalisten die verlorene Partie: «Ich bin zufrieden mit dem Auftritt, aber nicht zufrieden mit dem Resultat», sagte er. «Wir hätten es in der Hand gehabt, hier zu gewinnen.»

Es war ein nervenaufreibender Match. Jedes Bully, jede Strafe, jeder Check erschien noch wichtiger als gewohnt. Für den Trainer, aber auch für die Mannschaft, die sich das Selbstvertrauen zurückerobern wollte. Die kämpferische Leistung der Emmentaler war tadellos, und sie kamen in der 10.?Minute relativ einfach zum Führungstor. Martin Stettler schoss von der blauen ­Linie, und Ambri-Torhüter Zurkirchen liess den Puck ins Netz passieren, weil seine Sicht nicht frei war. Die Tigers versuchten ihr Glück mit der Brechstange, Ambri mit spielerischer Finesse.

Kurz vor Ablauf des Startdrittels kam das Heimteam nach einem Konter zu einer 2-gegen-1-Situation. Cory Emmerton verzögerte den Abschluss sehr lange und passte schliesslich – natürlich zu ihm – zu Peter Guggisberg, der die Spielscheibe ins leere Tor schieben konnte. Im zweiten Drittel überstanden die SCL Tigers drei 2-Minuten-Strafen und kamen etwas überraschend zum erneuten Führungstor. Pascal Berger erzielte das 2:1, es war das erste Meisterschaftstor des vom SC Bern übernommenen Stürmers. Auch dieser Vorsprung hatte jedoch nicht lange Bestand, Guggisberg erzielte in der 39.?Minute das 2:2; ausgerechnet Guggisberg, der Ur-Langnauer.

Ausländer gesucht

Im Schlussdrittel hätten die Tigers das Spiel kurz vor Schluss in Überzahl entscheiden können, das Powerplay aber war nicht zwingend. Wie zuvor fehlte den Zuspielen oft die Präzision. Es blieb beim 2:2 nach 60 Minuten, es blieb beim 2:2 nach 65 Minuten. Über Sieg oder Niederlage entschied das Penaltyschiessen, man hätte ebenso gut eine Münze werfen können. Die SCL Tigers verloren die Lotterie. Den entscheidenden Penalty für Ambri versenkte Guggisberg.

Der Meisterschaftsstart ist den Tigers gründlich missglückt. Es besteht Handlungsbedarf, die Verpflichtung eines ausländischen Stürmers steht weit oben auf der Prioritätenliste. Die Fühler werden Richtung KHL ausgestreckt. Brendan Shinnimin konnte wegen Schulterproblemen erneut nicht eingesetzt werden, Chris DiDomenico gibt weiterhin Rätsel auf. Der Kanadier steht komplett neben den Schlittschuhen, produziert haarsträubende Fehlpässe en masse und ist in dieser Verfassung ein Ärgernis.

Scott Beattie aber darf vorderhand Trainer bleiben. Sportchef Reber wollte sich nicht konkret äussern. Man schaue von Spiel zu Spiel, sagte er sinngemäss. Für den Trainer spricht, dass die Mannschaft mit Ausnahme des Lausanne-Spiels (0:5) mehrheitlich ansprechend gespielt hat. Es gibt aber auch Argumente für einen frühen Trainerwechsel. Mit Heinz Ehlers oder Lars Leuenberger sind ausgewiesene Eishockeykenner auf dem Markt verfügbar. Oft bestimmt das Angebot die Nachfrage. Die Situation für Beattie bleibt auf ­jeden Fall heikel.

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