Siebte Spiele: Bern gewinnt 4:1 – oder scheidet aus

Seit Einführung des Best-of-seven-Modus 1997/1998 hat der SCB achtmal ein siebtes Playoff-Spiel bestritten – und nur in drei Fällen (jeweils 4:1) reüssiert. Ein Rückblick.

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Reto Kirchhofer@rek_81

12. März 1998, Viertelfinal: Ambri - Bern 3:2. Bereits im Viertelfinal ist für den Titelverteidiger Endstation. Es wird erstmals nach dem Best-of-7-Prinzip gespielt, Spiel 7 verläuft lange Zeit nach dem Gusto des Teams von Ueli Schwarz: Renato Tosio zeigt starke Paraden, Gaetano Orlando und Patrick Howald (mit gebrochenem Mittelhandknochen) bringen Bern zweimal in Führung. Angeführt von Igor Tschibiriew (2 Tore) und angetrieben vom Publikum, gelingt Ambri die Wende.

25. März 2003, Halbfinal: Davos - Bern 3:0. Ausgerechnet in der entscheidenden Halbfinalpartie zeigt die von Kent Ruhnke betreute Auswahl den schwächsten Auftritt. Vorkämpfer Yves Sarault scheidet nach dem Startdrittel verletzt aus – es ist der Anfang vom Ende. Für den heutigen Sportchef Sven Leuenberger endet die Aktivzeit nach 15 Jahren in der NLA unschön. Und CEO Marc Lüthi erwähnt, er werde «erst dann zurücktreten, wenn der SCB Meister geworden ist».

9. April 2007, Final: Davos - Bern 1:0. Erstmals bestreitet der SCB eine «Finalissima», ein siebtes Spiel im Playoff-Final. Für das Team John van Boxmeers wird der Ostermontag zum schwarzen Montag. In der 45.Minute avanciert Robin Leblanc nach einem umstrittenen Bully-Entscheid zum goldenen Torschützen. Davos holt das Triple: Qualifikationssieg, Spengler-Cup, Meisterschaft – der Begriff des «Arno-Slams» entsteht.

24. April 2010, Final: Bern - Genf 4:1. Sechs Jahre nach dem elften Titelgewinn macht der SCB das Dutzend voll. 3:1 führt Bern (Coach: Larry Huras) in der Finalserie gegen Genf. Die Auswahl Chris McSorleys kehrt zurück, gewinnt zweimal und legt in der «Belle» durch Florian Conz (er gastiert heute mit Lausanne in Bern) vor. Etienne Froidevaux (heute ebenfalls Lausanne) gleicht aus. David Jobin, Jean-Pierre Vigier und Pascal Berger sorgen für die Zäsur und Glücksgefühle in der Postfinance-Arena.

29. März 2011, Halbfinal: Kloten - Bern 1:0. Kloten holt den SCB nach dessen problemlosem Auftakt im Viertelfinal (4:0 gegen Langnau) auf den Boden der Realität zurück, gewinnt die ersten drei Halbfinalpartien. Dem Huras-Team glückt eine beeindruckende Reaktion (2:1, 4:1, 5:1) – doch im entscheidenden Spiel verfällt es in Passivität. In der 12.Minute schlägt die Stunde von Mark Bell – ihm gelingt in der «Belle» das einzige Tor.

17. April 2012, Final: Bern - ZSC Lions 1:2. Der Stachel dieser Niederlage sitzt heute noch tief im Bärenfell. Unter Antti Törmänen geben die Berner in der Finalserie einen 3:1-Vorsprung preis, agieren in Spiel 7 während zweier Drittel überlegen, vermögen den Vorteil aber nicht in eine Führung umzumünzen. In den Schlussminuten kommen die Gäste auf; Steve McCarthy trifft zum 2:1. Die Matchuhr zeigt 59:58. Noch heute sagt SCB-Keeper Marco Bührer, er sei im Torraum behindert worden, der Treffer irregulär gewesen.

16. März 2013, Viertelfinal: Bern - Genf 4:1. Es ist der Frühling der SCB-Playoff-Comebacks. Das erste glückt gegen Servette. Bern steht mit dem Rücken zur Wand, macht, angeführt vom überragenden Byron Ritchie, einen 1:3-Rückstand in der Serie wett. Der siebte Vergleich wird zur einseitigen Sache: Der SCB sorgt mit drei Toren im Mitteldrittel für die Differenz. Als der Viertelfinal für die Gäste verloren ist, verlieren sie inklusive Coach McSorley auch noch die Nerven und kassieren Strafen en masse.

1. April 2013, Halbfinal: Bern - Zug 4:1. Das zweite Playoff-Comeback auf dem Weg zum 13.Titel. Der SCB ist im Halbfinal zeitweise von der Rolle, verliert 2:8 in Zug und 0:4 im dritten Heimspiel. Er wendet die Serie nach einem 2:3-Rückstand. In der entscheidenden Partie liegt Bern bis Spielhälfte im Hintertreffen, erzielt danach vier Tore (Christoph Bertschy, Travis Roche, Ivo Rüthemann, Byron Ritchie). Nach Ritchie im Viertelfinal ist Martin Plüss dieses Mal die prägende Figur.

Berner Zeitung

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