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Tigers mit Kampf, Krampf und Punnenovs

Die SCL Tigers überraschen zum Jahresauftakt mit dem 3:2-Sieg nach Verlängerung in Zürich.

Lagnauer Jubel: Die Tigers gewinnen in der Overtime gegen die ZSC Lions.
Lagnauer Jubel: Die Tigers gewinnen in der Overtime gegen die ZSC Lions.
Walter Bieri/Keystone
Zwar zweimal bezwungen, doch war Ivars Punnenovs ein starker Rückhalt im Kasten der Emmentaler.
Zwar zweimal bezwungen, doch war Ivars Punnenovs ein starker Rückhalt im Kasten der Emmentaler.
Manuel Geisser
Voller Einsatz: Am Ende hilft den Lions auch der Sprung von Chris Baltisberger nichts.
Voller Einsatz: Am Ende hilft den Lions auch der Sprung von Chris Baltisberger nichts.
Walter Bieri/Keystone
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Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Halb voll, sagt der Optimist. Schliesslich sind Siege der SCL Tigers im Hallenstadion nach wie vor eine Rarität. Und womöglich werden die zwei Punkte, die sie mit dem 3:2-Sieg nach Verlängerung erhielten, im Kampf um einen Playoffplatz noch Gold wert sein. Halb leer, sagt dagegen der Pessimist. Weil der Puck für die Langnauer lief, sie aber eine Minute vor Schluss doch noch den Ausgleich kassierten.

Heinz Ehlers ist ... Optimist! Der Langnauer Trainer spricht von einer Charakterleistung seines Teams: «Wir haben sehr gut gekämpft, auch wenn wir etwas Glück und einen unglaublich guten Goalie benötigten.» Ein wenig verhaltener tönt es bei Harri Pesonen: «Wir hätten den 2:1-Vorsprung über die Runden bringen sollen. Aber Zürich ist eines der besten Teams in dieser Liga, weshalb wir mit den zwei Punkten glücklich sein können.»

Schilt trübt die Freude

Treffen die ZSC Lions auf die SCL Tigers, ist die Gefahr gross, sich Klischees zu bedienen. Hier das prächtig besetzte Zürcher Ensemble, das mit der feinen Klinge für den Unterschied sorgen kann. Dort die Emmentaler, die vor allem mit taktischer Disziplin und viel Kampfkraft bestechen. Klischees aber enthalten immer einen Kern Wahrheit.

Und es gibt eine Zahl, die diese These stützt: 24. So viele Schüsse haben die Langnauer geblockt – die Zürcher derweil deren 9. Das sagt etwas über den Einsatz, aber auch über den Verlauf der Partie aus. Obwohl die ZSC Lions mehr Spielanteile hatten, lief vieles zugunsten der SCL Tigers. Im ersten Drittel überstanden sie zuerst eine einminütige doppelte Unterzahl und gingen dann durch Pesonen im Powerplay in Führung. Nach 34 Minuten gelang Pius Suter zwar der verdiente Ausgleich. Doch keine drei Minuten später jubelten bereits wieder die Langnauer – Claudio Cadonau hatte via Oberschenkel von Garrett Roe getroffen.

Im letzten Drittel schliesslich agierten die Gastgeber nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein. Angriff um Angriff rollte auf Punnenovs zu. Der Tigers-Keeper parierte und parierte, bis er von Marcus Krüger bezwungen wurde. Und dann konnte in der Verlängerung Roman Wick allein auf den Langnauer Goalie ziehen, scheiterte aber – und im Gegenzug liess Ben Maxwell ZSC-Keeper Joni Ortio keine Chance.

Der erfolgreiche Auftakt sei für die Moral äusserst wichtig, betont Ehlers. Weil die Emmentaler in vier Tagen drei Spiele absolvieren; am Freitag empfangen sie Davos, am Sonntag reisen sie nach Freiburg. Nur eines trübt die Freude beim Dänen: Es droht mit Sebastian Schilt ein weiterer Spieler mit einer Hirnerschütterung auszufallen. In dieser Saison wäre er nach dem nach wie vor verletzten Alexei Dostoinow, Loïc In-Albon und Samuel Erni bereits der Vierte mit der gleichen Blessur. Schilt jedenfalls konnte nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Denis Hollenstein im letzten Drittel nicht mehr weiterspielen.

DiDomenico pausiert

Derweil Pesonen und Maxwell Auslauf erhielten, sah sich ein anderer Spengler-Cup-Teilnehmer das Geschehen von der Tribüne aus an: Chris DiDomenico. Der Publikumsliebling hatte den Verantwortlichen der Tigers bekanntlich turbulente Festtage beschert, weil er, kaum waren die Kerzen am Weihnachtsbaum aus, seinen Abgang verkündete. Die Pause erhielt er aber nicht deswegen. Sondern, um sich zu erholen. Gegen Davos wird der Kanadier wieder auflaufen. Und man darf gespannt sein, wie er in der Ilfishalle empfangen werden wird.

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