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Und wieder löst Greg Ireland Euphorie aus

Vor zwei Jahren hätte der kanadische Trainer Lugano um ein Haar zum grössten Triumph seit 2006 geführt. Nun hat der Routinier in Bozen wieder Erfolg.

Schaffte es mit Bozen ins Playoff: Greg Ireland, ehemaliger Trainer des HC Lugano.
Schaffte es mit Bozen ins Playoff: Greg Ireland, ehemaliger Trainer des HC Lugano.
Ennio Leanza, Keystone

Greg Ireland kann sich am Samstag bewusst zurücklehnen. Wenn sich um 19.45 Uhr in der Corner Arena der HC Lugano und der SC Bern in einem der Klassiker des Schweizer Eishockeys zu einem weichenstellenden Duell um die Playoff-Qualifikation gegenüberstehen, kann es sich der Kanadier einige Hundert Kilometer entfernt in Bozen mit einem Glas Rotwein auf der Couch bequem machen. Und vielleicht noch einmal in Nostalgie schwelgen, vor allem an den Frühling 2018, als er in Lugano eine Euphorie entfacht und das Team, das vorher als untrainierbar galt, in den Playoff-Final gegen die ZSC Lions geführt hatte. Dort hatte erst Game 7 zu Ungunsten Luganos entschieden.

Ein Jahr, nachdem er in der Schlussphase seines 26-monatigen Gastspiels bei den «bianconeri» und bereits angezählt war, sitzt der 54-Jährige wieder fest im Sattel. Am 2. Januar hatte der HC Bolzano seine Verpflichtung als Nachfolger von Clayton Beddoes bekannt gegeben, an jenem Tag sass er bereits im Flugzeug nach Europa und am Tag danach gab er beim 3:1-Auswärtssieg gegen Innsbruck einen geglückten Einstand. «Es waren ziemlich turbulente 48 Stunden», sagte er an jenem Abend, «aber es macht Spass, wieder an der Bande zu stehen.»

Irelands Mission mit den «Füchsen» war klar: Er sollte sie auch im siebten Jahr ihrer Teilnahme an der internationalen «Erste Bank Eishockey Liga» ins Playoff führen. Wenn möglich in der «direttissima», also auf einem der fünf ersten Plätze. Das gelang mit einem Effort und so hatte Bozen zusammen mit Salzburg, Wien, Klagenfurt und Graz das Playoff-Ticket vorzeitig auf sicher. Seine Handschrift sei bald zu erkennen gewesen, lobt Stürmer Daniel Frank: «Wir legen jetzt mehr Wert auf die Details, und spielen in allen drei Zonen mehr als Team.»

Die Top 3 dürfen wählen

Während Villach, Linz, Znojmo (CZE), Fehervar (HUN), Innsbruck und Dornbirn aktuell in der «Qualification Round» die letzten drei Playoff-Teilnehmer ermitteln, geht es für die Top-Teams derweil darum, die Form zu konservieren, bis es dann wirklich ernst gilt. Sie tun dies in der «Pick Round», wo sie zweimal gegeneinander spielen. Am Schluss dürfen die bestklassierten drei Teams dann ihren jeweiligen Viertelfinalgegner auswählen. Mit vier Siegen aus fünf Spielen belegt Bozen aktuell Platz 2, welcher auch zur Teilnahme an der Champions Hockey League berechtigen würde: Nach dem 4:1 am Dienstag in Wien titelte die Club-Website ihren Matchbericht so: «Bolzano, cosi sei meraviglioso (Bolzano, so bist du wunderbar).» Aus dem Mund von Ireland tönte es wie gewohnt etwas weniger euphorisch «Wir haben hart und intelligent gespielt.»

Ireland stammt aus der kanadischen Provinz Ontario, dort, wo Eishockey noch ein simples Spiel mit simplen Regeln ist. Logisch, war er mit diesem speziellen Modus der «Pick Round» vorgängig nicht vertraut, Kritik üben mag er aber nicht: «Nein, ich kannte das nicht. Aber wichtig ist sowieso, dass wir Spiel für Spiel nehmen, denn es gibt keine schwachen Gegner.» Es ist eine Taktik, mit der er bisher ziemlich gut gefahren ist.

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