Unverständlich und gefährlich

BZ-Sportredaktor Philipp Rindlisbacher zum Abgang von Tigers-Topskorer Chris DiDomenico.

Langnau spielt eine starke Saison, zeigt neben dem Eis aber Schwächen. Brendan Shinnimin hatte vor Weihnachten genug, Rob Schremp haute Ende Januar ab, Chris ­DiDomenico geht nun Knall auf Fall. Die Nordamerikaner pochten auf die sofortige Vertragsauflösung. Dreimal gab der Klub nach, betonte die Enttäuschung und gab an, die Spieler nicht zum Bleiben zwingen zu können.

Diese Haltung ist gefährlich. Bei den Tigers nimmt das Team ohnehin zu viel Einfluss auf strategische Entscheidungen, mit der Vorgehensweise der Verantwortlichen erhalten die Spieler zusätzlich Macht – weshalb Verträge den Wert von Altpapier bekommen. Shinnimin war wütend, weil er überzählig war, Schremp kam nicht mit Coach Heinz Ehlers aus, DiDomenico will in der NHL spielen. Alles nachvollziehbar. Und dass die Profis Stunk androhen, ist menschlich. Aber es ist für die Klubführung noch lange kein Grund, ihnen den ­roten Teppich auszurollen.

Haudegen DiDomenico hätte fürchterlichen Radau gemacht und wohl halb Langnau auseinandergenommen, wäre ihm die Freigabe verweigert worden. Früher oder später jedoch wäre er zur Vernunft gekommen, braucht ein Profi doch Einsätze, um die Karriere nicht zu gefährden. Langnau holte den Stürmer 2014 aus der Hockeyprovinz in Italien, entlöhnte ihn gut. Der Klub war ihm nichts schuldig. Ihn vor der entscheidenden Saisonphase ziehen zu lassen, ist ein Unding. Grosser Vorsprung auf die Playout-Plätze hin oder her.

p.rindlisbacher@bernerzeitung.ch

Berner Zeitung

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