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Valentinstag für Videoliebhaber

Der SC Bern gewinnt gegen die ZSC Lions trotz schwachem Startdrittel 3:2. Fünf Runden vor Qualifikationsende hat der Tabellenführer den Vorsprung auf die Zürcher auf vier Punkte vergrössert.

Thomas Rüfenacht und Aaron Gagnon feiern das Tor zum 3:1 für die Berner.
Thomas Rüfenacht und Aaron Gagnon feiern das Tor zum 3:1 für die Berner.
Keystone
Rüfenacht freut sich, er hat beim 3:1 Goalie Lukas Flüeler entscheidend die Sicht genommen.
Rüfenacht freut sich, er hat beim 3:1 Goalie Lukas Flüeler entscheidend die Sicht genommen.
Keystone
Hier fiel kein Tor: SCB-Captain Martin Plüss kann sich nicht durchsetzen gegen die Zürcher (hier mit Phil Baltisberger)
Hier fiel kein Tor: SCB-Captain Martin Plüss kann sich nicht durchsetzen gegen die Zürcher (hier mit Phil Baltisberger)
Keystone
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Es war Dienstag. Es war Spieltag. Es war Valentinstag. Aber: Es war keine Liebe im Spiel. Zwischen den ZSC Lions und dem SC Bern beschränkten sich die Herzlichkeiten auf die Phase vor dem ersten Puckeinwurf. Patrik Bärtschi wurde geehrt.

Der 32 Jahre alte Bülacher mit Vergangenheit bei beiden Klubs hatte seine Karriere im Januar wegen chronischer Hüftbeschwerden für beendet erklärt. In bester Erinnerung sollte der Abend von Bärtschis Verabschiedung letztlich den SCB-Fans bleiben: Der Tabellenführer reüssierte im Hallenstadion 3:2 und baute den Vorsprung auf den ersten Verfolger ZSC aus – die Differenz beträgt nun vier Punkte.

Entgegen der Gepflogenheiten in Mitarbeitergesprächen, dafür der korrekten Reihenfolge entsprechend muss bei der Aufarbeitung aus Berner Optik mit dem Schlechten begonnen werden: Zu Beginn war es nämlich, als würde sich ein Intercity mit dem nostalgischen Dampftram von Bernmobil messen.

Zürich spielte, Zürich kombinierte, Zürich dominierte, der SCB lief hinterher. Die Lions demonstrierten, dass sie die einzige NLA-Equipe stellen, welche über vier ausgeglichene Linien verfügt. Allein: Bei aller Überlegenheit vergass das Heimteam das Toreschiessen. Die Auswahl von Hans Wallson agierte vor dem starken SCB-Torhüter Leonardo Genoni zu verspielt, zog den Pass meist dem vielversprechenden Schuss vor.

Und so war das einzige Tor durch Pius Suter (12. Minute) für die Lions ein zu geringer Ertrag. «Läuferisch waren wir im ersten Abschnitt nicht präsent», sagte SCB-Trainer Kari Jalonen. «Aber ab dem zweiten Drittel haben wir gezeigt, dass wir bereit sind, auf einem Toplevel zu spielen.»

«Ab dem zweiten Drittel haben wir gezeigt, dass wir bereit sind, auf einem Toplevel zu spielen.»

SCB-Trainer Kari Jalonen

Tatsächlich blieb das Dampftram nach der ersten Pause im Depot. Nun sorgten die Berner für Tempo und Checks, setzten den Gegner unverzüglich unter Druck, provozierten Fehler. Ramon Untersander wurde früh zum Schützen des 1:1 bestimmt, nachdem ZSC-Verteidiger Jonas Siegenthaler den Puck ins eigene Tore abgelenkt hatte.

Einmal mehr zeigte sich, wie schnell im Eishockey ein Tor die Physiognomie einer Partie verändern kann. In der 32. Minute brachte Luca Hischier die stark verbesserten Gäste nach dem exakten Zuspiel von Topskorer Mark Arcobello erstmals in Führung.

Ausgerechnet Hischier, der zuletzt wenig Eiszeit erhalten hatte und teilweise überzählig gewesen war. Gestern durfte der Walliser im ersten Block agieren, weil Flügel Simon Bodenmann noch nicht einsatzbereit ist. Er leidet an den Folgen einer Hirnerschütterung.

Wallson guckt genau hin

Nach Hischiers Treffer folgten zehn Minuten für Liebhaber der Analytik und des Videostudiums. Tristan Scherwey und Martin Plüss starteten einen Konter, Ryan Lasch stocherte den Puck am Ende im Torraum über die Linie. Die Referees konsultierten die Aufzeichnung, erklärten den Treffer für gültig.

Nun sind mittlerweile strittige Szenen auf dem Videowürfel für jedermann ersichtlich, und so sahen die Zürcher, dass dem Tor wohl eine Offsideposition von Plüss vorausgegangen war. Prompt nahm Wallson seine Challenge und bekam recht. Weil Eric Blum noch vor der zweiten Pause das spielentscheidende dritte SCB-Tor gelang, war das Videogeplänkel am Ende nicht mehr als eine Randnotiz.

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