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Viel Rummel, tolle Perspektiven und ein Sandwich

Nico Hischier wird als erster Spieler im NHL-Draft von New Jersey gewählt und gefeiert. Eine Ausleihe nach Bern ist unrealistisch.

Eingekleidet: Der Nummer-1-Draftpick Nico Hischier zieht nach der Wahl der New Jersey Devils das Trikot seines künftigen Klubs an.
Eingekleidet: Der Nummer-1-Draftpick Nico Hischier zieht nach der Wahl der New Jersey Devils das Trikot seines künftigen Klubs an.
Keystone
Unterstützung für den Bruder: Luca (r.) neben Nico Hischier am Draft.
Unterstützung für den Bruder: Luca (r.) neben Nico Hischier am Draft.
zvg
Schon lange unter Beobachtung: Im Januar spielte Hischier das Sherwin-Williams CHL/NHL top Prospects Game in Quebec – eine Art All-Star-Game, bei dem die vierzig höchst eingeschätzen Nachwuchsspieler aufeinander treffen.
Schon lange unter Beobachtung: Im Januar spielte Hischier das Sherwin-Williams CHL/NHL top Prospects Game in Quebec – eine Art All-Star-Game, bei dem die vierzig höchst eingeschätzen Nachwuchsspieler aufeinander treffen.
AFP
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Als Erstes umarmte Nico Hischier seine Mutter. Als der 18 Jahre alte Walliser beim NHL-Draft in Chicago erfuhr, dass ihn die New Jersey Devils als «First Overall Pick» gewählt hatten, wich die Anspannung der Erleichterung.

Hischier schritt auf die grosse Bühne, wurde mit dem Devils-Dress und einem Cap eingekleidet, fotografiert, interviewt. «Ich bin froh, ist es vorbei», sagte er als Erstes, bemerkte den Unterton und ergänzte sofort: «Also ich meine: Ich bin froh, dass ich nun weiss, bei welchem Klub ich sein werde.»

Hischier dürfte das Ende des Drafts mit Sicherheit herbeigesehnt haben. Wochenlang war er mit Fragen konfrontiert worden, ob er nun an erster oder zweiter Stelle gewählt würde. Seine Antwort, immer und immer wieder: «Ich werde sowieso glücklich sein.» Nun setzte er sich gegen den Kanadier Nolan Patrick durch.

Vor einem Jahr war der Name Nico Hischier in der Liste der Draft-Kandidaten des renommierten Senders TSN «nur» an 16. Stelle notiert. Dann wechselte der Walliser vom SCB ins kanadische Junioreneishockey nach Halifax, kam in 63 Partien auf 41 Tore und 52 Assists. Doch New Jerseys General Manager Ray Shero hob bei der Wahl nicht Hischiers Skorerqualitäten, sondern den Charakter hervor.

Er erzählte vom gemeinsamen Gespräch in Bern und sagte: «Nico ist eine tolle Persönlichkeit. Er wird aus uns ein besseres Team und eine bessere Organisation machen.» Dreimal haben die Devils den Stanley-Cup gewonnen (1995, 2000, 2003).

Zuletzt verpassten sie aber fünfmal die Playoffs. Die Franchise befindet sich im Umbruch; das Team soll verjüngt werden, mit dem Nummer-1-Draftpick als Hoffnungsträger.

Am Samstag wurde Hischier beim Fussballderby in New York zwischen den Red Bulls und dem City FC gefeiert, am Montag stehen Interviews, Fototermin und ein Treffen mit dem Bürgermeister von Newark an, der grössten Stadt im Bundesstaat New Jersey. Zudem wird ein Sandwich nach Hischier benannt.

«Wir geben ihm jede Gelegenheit»

In Anbetracht der Euphorie scheint es höchst unwahrscheinlich zu sein, dass New Jersey den Angreifer im Herbst an den SC Bern ausleihen wird. Die Errungenschaft soll vielmehr am 7. Oktober beim ersten Saisonheimspiel präsentiert werden.

Hischier wird sich in drei Camps (Development-, Rookie- und NHL-Camp) für die Equipe empfehlen und dabei auf die Geduld der Verantwortlichen zählen können.

«Wir geben ihm jede Gelegenheit, es ins Team zu schaffen», sagte Shero. «Nico ist ein talentierter Athlet. Aber er muss physisch besser werden.» Hierfür will Hischier beim Sommertraining in Bern ein paar Kilogramm an Muskelmasse zulegen.

SCB-Sportchef Alex Chatelain – er hat den Draft vor Ort verfolgt – macht sich keine Illusionen. Die Chance, dass Hischier nächste Saison für Bern spielen werde, erachtet er als gering. «Aber sollte der Weg für Nico nicht so verlaufen, wie sich das ­alle erhoffen, dann stehen wir bereit.»

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