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Was für ein Spiel

Der HC Davos siegt in Langnau 1:0 nach Verlängerung. Es war eine Partie nach dem Gusto der Trainer.

Der einzige Torschütze: Marc Wieser jubelt.
Der einzige Torschütze: Marc Wieser jubelt.
Freshfocus

Diese Partie vom 29. September 2018, sie wird wahrscheinlich noch so manchem Langnauer Fan in Erinnerung sein: 7:0 gewannen die SCL Tigers damals in Davos, es war ein Rekordsieg beim Rekordmeister. Ein Prophet muss man für diese Aussage gewiss nicht sein: Diese Partie zwischen den SCL Tigers und Davos vom 1. Oktober 2019, sie wird in einem Jahr niemandem mehr präsent sein.

60 Minuten lang lieferten sich die beiden Teams einen Abnützungskampf, ohne dabei ins Schwarze zu treffen. Immerhin wurden die 5696 Zuschauer dann in der Verlängerung ein wenig entschädigt. Zuerst scheiterte Félicien Du Bois aus aussichtsreicher Position an Ivars Punnenovs, dann konnte im Gegenzug Chris DiDomenico auf Joren van Pottelberghe losziehen – und scheiterte. Besser machte es schliesslich Marc Wieser, der ansatzlos abschloss und den Gästen den Extrapunkt sicherte.

Wohlwend und die Knöpfe

Es liegt nicht falsch, wer behauptet, dieses Rencontre sei für die beiden Trainer ein Augenschmaus gewesen, weil Langnauer wie Davoser taktisch sehr diszipliniert spielten, wenig zuliessen. Aber eben für die Zuschauer, welche ein bisschen Spektakel erwarten, eher ein Augengraus. «Die Intensität war sehr hoch und ich bin begeistert vom Einsatz und der Einstellung meines Teams», hielt Heinz Ehlers jedenfalls fest. Wobei er zugab, «dass wir nicht die grossen Chancen gesehen haben.» Christian Wohlwend dagegen meinte gegenüber SRF, es sei doch für die Zuschauer ein super spannendes Spiel gewesen.

Weil sie in Davos noch immer an der Eishalle bauen, muss der HCD in dieser Saison zuerst achtmal auswärts antreten, ehe er am 18. Oktober gegen Biel seine Heimpremiere geben wird. Das kann ein Nachteil sein, vor allem, weil die Bündner bis dahin viel weniger Spiele absolvieren als die Konkurrenz. Wohlwend aber scheint die richtigen Knöpfe gedrückt zu haben. 7:1 gewann der HCD zuletzt in Lausanne, schoss dabei vier Powerplaytore. Doch für die Partie in Langnau wählten die Bündner eine defensivere Taktik. Und weil die Langnauer bei ihrem letzten Heimspiel gegen die ZSC Lions (4:6) diverse Mängel offenbart hatten, sprach ihnen Trainer Ehlers danach ins Gewissen. Sie agierten jedenfalls eine Spur defensiver.

Oder, um es in den Worten Yannick Blasers zu sagen: «Davos ist in Form, sie haben wieder zu ihrem alten Spiel gefunden, praktizieren schnelles Hockey. Und wir wollten nicht, dass sie mit drei Mann gegen uns forechecken können.» Das klappte bis auf zwei Ausnahmen relativ gut: Als die ersten 20 Minuten beinahe schon durch waren, herrschte tatsächlich kurz Aufregung, weil die Langnauer für einen Augenblick die Übersicht vor ihrem eigenen Tor verloren. Nicht aber Goalie Punnenovs. Und zur Spielhälfte und nach einem langen Einsatz gerieten die SCL Tigers nochmals ins Schwimmen, zuerst rettete Federico Lardi für den geschlagenen Punnenovs, dann der Pfosten.

Dostoinow bald zurück

Ansonsten hatten die Langnauer etwas mehr vom Spiel, vor allem erhöhten sie im letzten Drittel den Druck. Allerdings ohne zu reüssieren, weil der bis anhin noch torlose Robbie Earl schoss und schlug und stocherte, aber die Scheibe im Schlussdrittel eben samt van Pottelberghe hinter der Linie bugsierte.

«Natürlich, wenn du kein Tor schiesst, kannst du nicht gewinnen», meinte Blaser. «Aber ansonsten können wir von diesem Spiel nur das Positive mitnehmen.» Und was für die SCL Tigers auch eine gute Nachricht ist: Alexei Dostoinow, der zuletzt an den Folgen einer Gehirnerschütterung litt, kehrt bald zurück. Er verkörpert bekanntlich eine Prise Unberechenbarkeit.

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